PET

Ehemaligem Chef des Nachrichtendienstes droht Gefängnisstrafe

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Foto: Jeppe Bøje Nielsen/Ritzau Scanpix

In dem Buch „Syv år for PET“ (Sieben Jahre für PET) berichtet der ehemalige Chef des dänischen Nachrichtendienstes PET aus seinem Berufsleben. Für die dänische Staatsanwaltschaft hat Jakob Scharf zu viel erzählt.

Jakob Scharf, ehemaliger Chef des dänischen Nachrichtendienstes der Polizei PET, muss sich ab Mittwoch vor Gericht verantworten. Vorgeworfen wird ihm Verletzung der Verschwiegenheitspflicht. Grund dafür ist das Buch „Sieben Jahre für PET“, in dem er, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, vertrauliche Informationen über Arbeitsmethoden, Partner, Quellen und Operationen preisgegeben habe.

Das Buch kam 2016 heraus, Autor ist der Journalist Morten Skjoldager. Bis jetzt muss sich nur Scharf vor Gericht verantworten, unter anderem dafür, dass er in dem Buch von einem „exzentrischen Sicherheitschef“ eines Golfstaates berichtete, der Scharf zu einer Würgeschlange führte, die mit lebenden Mäusen gefüttert wurde. Auch sprach Scharf über die Praxis, bei Passkontrollen Blicke in Koffer zu werfen, ohne dabei deutlich zu machen, dass es der Nachrichtendienst ist, der kontrolliert. Letzteres Beispiel enthüllt nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in unzulässiger Weise die Arbeitsmethoden des Nachrichtendienstes; sie fordert eine Gefängnisstrafe und den Einzug des Gewinns, der mit dem Buch bis jetzt erzielt wurde. Vorläufig geht die Anklage von 400.000 Kronen aus.

Hans Jørgen Bonnichsen, ebenfalls in leitender Funktion beim Nachrichtendienst der Polizei tätig, hält die Reaktion des Staates für überzogen. Zudem werde durch die Verhandlung erst recht Aufmerksamkeit erzeugt, bemängelt er.

Die Anklageschrift umfasst 28 Punkte auf 16 Seiten. Scharf bestreitet, gegen seine Pflicht verstoßen zu haben. 15 Verhandlungstage sind angesetzt. Das Urteil wird am 28. November erwartet.

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