„Ungleichheitsindex 2018“

Dänemark im Bekämpfen von Ungleichheit am besten – noch

dodo
Kopenhagen
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Foto: Christian Lindgren/Ritzau-Scanpix

Jüngste Reformen sorgen dafür, dass die Entwicklung künftig in die entgegengesetzte Richtung gehe, meint ein Experte. Er sieht die Politik in der Pflicht.

Dänemark ist weltweit am besten darin, die Ungleichheit in der Gesellschaft zu bekämpfen – und das, obwohl die Kinderarmut in den vergangenen Jahren auch hierzulande gestiegen ist. Im Vergleich mit 157 anderen Nationen ist Dänemark die Nummer eins, wenn es darum geht, die Schere zwischen Arm und Reich möglichst kleinzuhalten. Zu diesem Ergebnis kommt der sogenannte „Ungleichheitsindex 2018“, der vom internationalen Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, Oxfam, herausgegeben wurde.

Christian Hallum von Oxfam Dänemark sieht als Erklärung für die Führungsposition seines Landes, die hohe Besteuerung, gleiche Rechte für Männer und Frauen, das gutes soziale Sicherheitsnetz und die guten Löhne auf dem Arbeitsmarkt.

Die Tendenz geht in eine andere Richtung

Neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik zeigten allerdings auch, dass diese Entwicklung in Dänemark nicht weiter anhalten werde, meint Hallum.

„Im Laufe des vergangenen Jahres ist die Ungleichheit in Dänemark um 20 Prozent gestiegen. Das ist mehr als in den meisten anderen Ländern. Ungleichheit resultiert aus politischen Entscheidungen. Wir können sehen, dass sechs von sieben Reformen des vergangenen Jahres die Ungleichheit beim Einkommen der dänischen Bürger erhöht haben“, so Hallum zur Zeitung Kristeligt Dagblad. Dies bedeute, dass 25 Prozent mehr Kinder in Armut aufwachsen. Wenn Dänemark diese Entwicklung nicht stoppe, werde man künftig im „Ungleichheitsindex“ weit nach unten fallen, so der Steuerexperte von Oxfam.

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