Ripener Beitrag zum Grenzland-Jubiläum

Stift plant Volkstreffen für 2020

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Ripen/Ribe
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Das Volkstreffen in Ripen 2017 – der Erfolg soll 2020 in überarbeiteter Form wiederholt werden. Foto: Archiv JV

Die Ripener Veranstaltung will anlässlich des Jubiläumsjahres der Grenzziehung vom 21. bis 24. Mai 2020 Debatten zu gesellschaftspolitischen Grundfragen anstoßen. Angedacht sind zehn Seminar-Spuren, in denen sich mit Themen wie Nationalstaat oder Sprachenvielfalt auseinandergesetzt wird.

Diskussionsrunden mit Philosoph Hartmut Rosa und Kulturminister, nordschleswigsche Küche und schleswig-holsteinisches Bauernfrühstück, Vorträge, Kabarett, Konzerte, Gottesdienste – der Kirchensprengel Ripen will im Mai 2020 ein großes Volkstreffen („Folkemøde“) auf die Beine stellen, um zum Jubiläumsjahr der Grenzziehung beizutragen.

„Wie bereits beim Reformationsjubiläum 2017 wollen wir dazu einladen, sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen“, sagt Dompropst Jens Torkild Bak.

Im vergangenen Herbst waren rund 10.000 Teilnehmer nach Ripen gekommen, die Stadt brummte wegen der 170 Veranstaltungen.

Präsidium gibt grünes Licht

Diese Form eines gesellschaftsrelevanten Bürgerfestes plant der Sprengel nun für 2020. Das offizielle 2020-Präsidium ist von der Idee angetan, begrüßt und unterstützt die Ripener Initiative als offizielle 2020-Veranstaltung.
Der Sprengel will Bürger dazu einladen, sich an existenziellen gesellschaftlichen Fragen einzumischen. Sich auszutauschen. Gemeinsam weiter zu denken.

Angedacht sind zehn Seminar-Spuren, in denen man sich mit Themen wie Nationalstaat, regionalem Selbstverständnis, Sprachenvielfalt oder der historischen Beziehung zwischen Deutschland und Dänemark auseinandersetzen kann.

Warum Nationalstaaten?

„In seinem Buch ,Resonanz’ stellt Hartmut Rosa die Frage, welche Notwendigkeit der Nationalstaat hat und fordert heraus, sich damit auseinanderzusetzen. Und Thea Dorn schreibt über ,meine deutsche Seele’ und stellt die Frage nach der Leitkultur. Wir wollen uns in diese Diskussion einmischen, dazu beitragen“, sagt Jens Torkild Bak. Beide Schriftsteller werden für 2020 (erneut) nach Ripen zum Volkstreffen eingeladen, ebenso wie die amerikanische Autorin Marilynne Robinson.

Die Volkskirche steht vor ähnlichen Herausforderungen wie die Gesellschaft, sagt der Dompropst. „Wir wollen nicht mehr diejenigen sein, die von oben predigen und Ansagen machen. Wir suchen das Zusammenspiel mit den Bürgern, unsere Identität als Volkskirche ist ebenfalls im Umbruch. Wir sind, wenn man so will, ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Wir-Gefühl.“

Ideen sind herzlich willkommen

Das Volkstreffen in Ripen wird vom 21. bis 24. Mai 2020 laufen – die Veranstalter laden dazu ein, den gegebenen Rahmen zu füllen. „Wenn beispielsweise die deutsche Gemeinde für Nordschleswig etwas beitragen möchte, sei es mit einer Veranstaltung oder einem anderen Beitrag, freuen wir uns über Beteiligung. Das gilt auch für andere Organisationen oder Vereinigungen.

„Wir wollen einen gewissen Rahmen stellen, der gerne weiter gefüllt und bereichert werden darf“, so Pastorin Signe von Oettingen, die auch das zweite Volkstreffen in Ripen mitorganisiert – und als Ansprechpartnerin für Interessierte gerne zur Verfügung steht.

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