Kim Larsen ✝

„Seid alle still. Kim ist tot.“

„Seid alle still. Kim ist tot.“

„Seid alle still. Kim ist tot.“

Kopenhagen
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Kim Larsen Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Kim Larsen hat den internationalen Rocksound nach Dänemark gebracht, die Popsprache wie kein anderer geprägt und Lieder geschrieben, die fast jeder mitsingen kann.

Jeden Tag läuft seine Musik im Radio. Seine Lieder werden gesunden, wenn der Regierungschef seiner Frau zum Geburtstag gratuliert, wenn sich zum Morgengesang in der Volkshochschule getroffen wird, wenn die Stimmungsband beim Dorffest rockt und wenn nachts in der Kneipe die Jukebox gefüttert wird.

Kim Larsen ist die dänische Musikerlegende schlechthin. Am Sonntagmorgen ist er im Kreise seiner Familie gestorben. 72 Jahre wurde der Mann mit dem breiten Grinsen, der in seinen letzten Jahren an Prostatakrebs litt, alt.
„Seid alle still. Kim ist tot.“, schrieb der bekannte Fernseh- und Radiomoderator und -witzbold Anders Lund Madsen, als er von Larsens Tod erfuhr, auf Twitter.

Falls es so etwas wie eine Volksseele gibt, dann war es Kim Larsen, der sie in Worte und Musik gekleidet hat. „Wenige haben die Dänen so verbunden wie Kim Larsen. Und das wird er auch weiterhin tun, auch wenn er nicht mehr unter uns ist“, sagte Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) am Sonntag – und Kulturministerin Mette Bock schrieb: „Der Volksbarde Kim Larsen ist tot – aber seine Musik lebt in uns allen weiter.“

Als National- oder Volksbarde sah sich Larsen selbst allerdings nie. „Man ist Spielmann. Das ist alles. Und wenn die Leute die Lieder mögen, die man macht, dann ist man ein Spielmann, der Glück hat“, sagte er 2003 in einem Interview mit der Tageszeitung Berlingske.

Kulturerbe Kim Larsen

Geboren am 23. Oktober 1945 in Kopenhagen war der Volksschullehrer Larsen Ende der 1960er Gründungsmitglied der legendären Band Gasolin, die die Hitlisten der 1970er in Dänemark dominierte. Der Versuch, sich mit englischsprachigen Songs auch international zu etablieren, scheiterte – was Larsen rückblickend jedoch sogar freute. Man stelle sich vor, man würde nirgends mehr unerkannt bleiben können, so Larsen vor einigen Jahren.

Nach dem Ende der Band 1978 widmete sich Larsen seiner Solokarriere, die 1973 mit dem Album „Værsgo“ fulminant begonnen hatte. Er war in Filmen zu sehen, schrieb Filmmusik und tourte unaufhörlich durch Dänemark und Skandinavien, zuletzt seit 1995 mit seiner Band Kjukken. Im Jahr 2006 lehnte er die Auszeichnung mit dem Ritterkreuz ab, da er es als Unsitte betrachtete, Preise aneinander zu vergeben. Vier Jahre später trat er anlässlich des 70. Geburtstages von Königin Margrethe II. auf.

Larsen hinterlässt seine Frau und sechs Kinder. Und ein großes Werk. „Ich glaube, er hat fünf, sechs Lieder geschrieben, die schlicht ein Teil unseres Erbes werden“, meint der Musikkritiker Klaus Lynggaard.

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