Kommunalwahl

Geburtenunterschuss macht der Kommune Apenrade zu schaffen

Geburtenunterschuss macht der Kommune Apenrade zu schaffen

Geburtenunterschuss macht der Kommune Apenrade zu schaffen

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Thomas Andresen (Venstre) trägt seit 2014 die Bürgermeisterkette der Kommune Apenrade. Trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen schaut er optimistisch in die Zukunft. Foto: Paul Sehstedt

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In einer Gesprächsreihe stellt „Der Nordschleswiger“ den Spitzenkandidaten ausgewählter Parteien Fragen zur Bevölkerungsentwicklung in der Kommune Apenrade.Trotz eines deutlichen Bevölkerungsrückgangs zeigt sich Bürgermeister Thomas Andresen optimistisch für die Zukunft.

Die Bevölkerungszahl in der Kommune Apenrade verringert sich von Jahr zu Jahr, und 2020 war keine Ausnahme, bestätigen die neuesten Zahlen der Statistikbehörde „Danmarks Statistik": Waren zum 1. Januar 2020 noch 58.761 Menschen registriert, fiel diese Zahl zum Ende des Jahres um 235 auf 58.526 Personen. Für 2030 sagt die Behörde voraus, dass nur noch 58.053 Menschen in der Kommune leben werden; 2045 nur noch 57.471.

Trotz dieses Negativtrends blickt Bürgermeister Thomas Andresen (Venstre) zuversichtlich in die Zukunft.

Eigene Zahlen zuverlässiger

„Statistische Vorhersagen sind nicht besonders zuverlässig, da verlasse ich mich lieber auf unsere eigenen Zahlen“, sagt Thomas Andresen in einem Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. „Der Trend gilt für ganz Nordschleswig und liegt daran, dass zu wenig Frauen im gebärfähigen Alter hier leben. Um dem entgegenzuwirken hat der Stadtrat im vergangenen Oktober ein Strategiepapier verabschiedet, das einen intensiven Einsatz in mehreren Bereichen vorsieht.“

Die Kommune hat sich mit diesem Plan vorgenommen, bis 2025 mehr Menschen anzuwerben. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Exil-Nordschleswiger gerichtet werden. Diese Personengruppe soll näher beleuchtet werden, um so Wissen über ihr Leben, ihre Ausbildung und ihre Arbeitsmarktverbindungen zu sammeln. Mit diesen Informationen sieht die Kommune gesteigerte Chancen, die Exilanten wieder in den Landesteil zu locken.

Kein ,,Bajer å bom"-Image

„Wir brauchen Personen in der Altersgruppe von 18 bis 64 Jahren und mit einer Ausbildung, die von den Arbeitgebern verlangt wird“, erklärt Andresen. „Leider ist unser Image nicht attraktiv, und der negative Ton in einer ,Suzuki‘-Fernsehwerbung, dass Nordschleswiger nur an ,Bajer å bom‘ (Bier und Süßigkeiten) interessiert sind, hilft uns jedenfalls nicht, unseren Landesteil als fortschrittlich anzupreisen. Wir müssen die richtigen Köder an den Haken setzen und darauf hinweisen, dass unsere Industrie wegweisend in unterschiedlichen Industriezweigen ist. Ich denke da an Geräte für den Sanitärbereich, Hydrauliktechnik, Automation, Aluminiumindustrie oder Hochtechnologie überhaupt. Nordschleswig kann hochqualifizierten Personen einen entsprechenden Arbeitsplatz auf Führungsniveau anbieten, während dieselben Menschen in Kopenhagen den Kaffee kochen oder Dokumente archivieren dürfen.“

Attraktive Wohnangebote

Die Kommune vollzog im Frühjahr einen Grundstückshandel mit der Hafengesellschaft und erwarb dabei ein weitläufiges Industriegelände nördlich des Straßenzuges Kilen. Dort sollen bis zu 600 Wohneinheiten gebaut werden können, eine Voraussetzung, um Neusiedler anzulocken.

„Der Grundstückshandel blüht“, berichtet Thomas Andresen. „In diesem Jahr haben wir bisher mehr Grundstücke verkauft als 2020, das den Umsatz der Vorjahre um ein Dreifaches überstieg. In Seegard verkauften wir dieser Tage die vierte Bauparzelle, und das ist beachtlich, weil wir in den zehn vorangegangenen Jahren keinen einzigen Quadratmeter dort verkauft haben. Attraktive Angebote sind wichtig für Menschen, die mit dem Gedanken spielen, sich in Apenrade niederzulassen. Diese Vision müssen wir weiterverfolgen, und die 45 bis 50 Parzellen am Dimen eines privaten Anbieters sehe ich als Ausdruck dafür, dass unsere Wirtschaft an den Wohnort Apenrade glaubt.“

Deutsche Zuzügler sehr willkommen

„Ziehen viele deutsche Familien nach Nordschleswig?“

„Ja, viele Deutsche haben Häuser gekauft, und ich heiße sie sehr willkommen“, sagt Andresen. „Das deutsch-dänische Doppelangebot in unserer Kommune ist ein Riesenvorteil, und wir verzeichnen steigende Verkaufszahlen. Die Einwanderung wird hoffentlich dazu beitragen, den Negativtrend zu reduzieren oder eventuell auszugleichen.“

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