Kultur

Der Auftakt zum Lyrikpfad auf dem Knivsberg

Der Auftakt zum Lyrikpfad auf dem Knivsberg

Der Auftakt zum Lyrikpfad auf dem Knivsberg

Hanna Pauline Wetzel Portrait
Hanna Pauline Wetzel
Apenrade/Aabenraa
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Nur eines der 20 Gedichte, die auf dem Knivsberg zu finden sind. Foto: Hanna Pauline Wetzel

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Die Projektgruppe Lyrik vom BDN hat kürzlich stolz den Lyrikpfad präsentiert. Insgesamt 20 Gedichte in deutscher Sprache wurden auf dem Knivsberg installiert und können spielerisch erlebt werden. Eine Eröffnungsfeier voller Aufregung und Lyrik.

Es war eine aufgeregte Stimmung bei der Eröffnungsfeier des Lyrikpfades am vergangenen Mittwoch. Um 16 Uhr liefen im Haus Knivsberg die letzten Vorbereitungen, Sekt und Saft wurden in Sektgläser gefüllt, die Technik für den Abend ein letztes Mal überprüft. An diesem Nachmittag drehte sich alles um die 20 Gedichte, die in letzter Minute vor der Eröffnung auf dem Gelände installiert werden konnten.

Claudia Heinemann ist bereits seit zehn Jahren Mitglied der Literatur AG, die zum Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) gehört. Als im vergangenen Jahr der Entschluss zu mehr Repräsentation der deutschen Sprache innerhalb des Kulturausschusses des BDN fiel, war Heinemann mit dabei. Es gründete sich die Projektgruppe Lyrik, die sich um die Idee und Umsetzung des Lyrikpfades kümmerte.

Sichtlich nervös ist Heinemann am Mittwoch. Als Vorstandvorsitzende der Projektgruppe soll sie eine Rede vor den etwa 30 Gästen halten. Sie habe mehrfach zu Hause geübt und sich jetzt einen schlauen Zettel geschrieben, verrät sie. 

 

Ich war vorgestern schon beim Lyrikpfad, zu strahlendem Sonnenschein und ja das war wirklich herrlich.

Claudia Heinemann

Begeistert erzählt Heinemann vom Lyrikpfad, der sich über den ganzen Knivsberg erstreckt. „Man kriegt den ganzen Berg mit“, erzählt sie stolz. Ihre Herzensangelegenheit besteht darin, die Lyrik wieder mehr in den Fokus zu rücken. Deswegen wurden die einzelnen Gedichte auch mit Bedacht von einem eigenen Komitee ausgewählt – sie sollten möglichst unterschiedlich sein. „Ich war vorgestern schon beim Lyrikpfad, zu strahlendem Sonnenschein und ja, das war wirklich herrlich."

Dass es viel Zeit kostet, so einen Lyrikpfad anzulegen, wird später auch in ihrer Rede klar: Bereits im Februar dieses Jahres sei die erste Begutachtung auf dem Knivsberg gewesen, allerdings gingen auch viele Herausforderungen mit der Planung einher. Die Veröffentlichung der ausgewählten Gedichte musste mit den jeweiligen Verlagen abgeklärt werden. Ohne die finanzielle Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland wäre die Umsetzung kaum möglich gewesen.

Die Karte des Lyrikpfades. Auch immer im Büro von Elisabeth Simon erhältlich. Foto: Hanna Pauline Wetzel

Die Knivsberg-Mitarbeitenden, Felix Neubert und Elisabeth Simon sind an diesem Abend ebenfalls schwer beschäftigt und mindestens genauso aufgeregt. „Es ist ja eigentlich eine Nische, ich finds aber schön, dass es für alle da ist“, meint Simon in einer ruhigen Minute. Sie hofft vordergründig, dass auch andere Besucherinnen und Besucher per Zufall auf die Lyrik an Bäumen und auf Wegen des Knivsbergs stoßen, interessiert sind und dann später an ihre Bürotür klopfen. „Und dann kann ich Ihnen einen Flyer geben“, kommt Simon zum Schluss. In der Planung war sie mitbeteiligt, hatte ein Stimmrecht bei der Auswahl der Gedichte.

Neben diesem Projekt stehen außerdem die Installation neuer Solaranlagen sowie ein Escape-Room für den Knivsberg auf dem Plan.

Einer der Höhepunkte des Abends ist der Vortrag von Mareike Krügel. In ihrer Rede erklärt sie, warum Lyrik ihr wichtig ist. Sie erzählt von Ihrer Verbindung und ihren Erlebnissen mit der Kunstform. Wie von der Erfahrung, dass der eigene Sohn das Musikgenre Rap hört, zunächst eine vermeintliche Schandtat für sie – später allerdings einfach eine Sache der Perspektive. „Das, was ein Gedicht mit mir macht, mit all seinen Schwingungen. Das gehört allein mir“ erklärt Krügel.

Mareike Krügel in ihrem Element. Foto: Hanna Pauline Wetzel

Von der Veranstaltung begeistert sind einige Gäste, so auch Maike Thulstrup aus Tingleff. Sie gehört der deutschen Minderheit an und ist in Begleitung ihrer Mutter zur Eröffnung erschienen. „Ich glaube vor allem für meine Mutter war das hier super. Sie liebt Lyrik sehr“, erklärt Thulstrup mit strahlenden Augen.

Und damit ist sie nicht die Einzige, viele Gäste reden später bei der Eröffnung des Büfetts von der heute geringeren Bedeutung der Lyrik in der Gesellschaft und wie schön sie es finden, dass jetzt der Lyrikpfad eröffnet ist.

Weitere Informationen können auf der Webseite des Lyrikpfades nachgeschaut werden.  

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