Dänische Minderheit

Zwei Kandidaten aus dem Grenzland: Jens A. Christiansen will auch FUEN-Präsident werden

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Jens A. Christiansen

Jens A. Christiansen will FUEN-Präsident werden – und trifft dabei auf Konkurrenz aus dem eigenen Grenzland. Mit seiner Kandidatur steigt auch Südschleswig in das Rennen um Europas wichtigstes Minderheitenamt ein. Der Nordschleswiger Gösta Toft gab seine Kandidatur Anfang Mai bekannt.

Wenn im Oktober der Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) gewählt wird, stammen gleich zwei der Kandidaten aus dem deutsch-dänischen Grenzland: Jens A. Christiansen aus Südschleswig und Gösta Toft aus Nordschleswig. Beide möchten künftig Europas größte Interessenvertretung für nationale Minderheiten anführen.

Jens A. Christiansen, scheidender Generalsekretär des Südschleswigschen Vereins (SSF), bringt jahrzehntelange Erfahrung in der Minderheitenarbeit mit. Er will die FUEN als starke Stimme für sprachliche und kulturelle Vielfalt positionieren – in einer EU, die auf Rechtsstaatlichkeit und gemeinsamen Werten basiert.

Auch Gösta Toft kennt die FUEN gut: Der 74-Jährige engagiert sich seit Jahren im Präsidium und tritt für die deutsche Minderheit in Nordschleswig an. Der BDN nominierte ihn Anfang Mai als Kandidaten.

Schutz für Minderheiten – lokal erprobt, europaweit gefordert

Für Christiansen ist klar, dass Minderheitenpolitik nicht im luftleeren Raum stattfinden kann. Der Krieg in der Ukraine zeige, wie wichtig es sei, Minderheitenrechte von Beginn an in staatliche Strukturen zu integrieren. „Wenn der Krieg endet, muss ein neuer Staat aufgebaut werden – und dabei ist es entscheidend, dass Minderheitenrechte von Anfang an mitgedacht werden“, betont Christiansen. Gleichzeitig sieht er das friedliche Zusammenleben im deutsch-dänischen Grenzgebiet als Modell – auch wenn es sich nicht eins zu eins übertragen lasse.

Zu seinen Zielen gehören zudem die konsequente Umsetzung von FUEN-Resolutionen, ein neuer Strategieplan zur Minority-Safepack-Initiative sowie eine Überarbeitung der FUEN-Charta von 2006. Christiansen will die FUEN als professionell geführte, demokratische Organisation weiterentwickeln, die ihre politischen Ziele klar benennt – und umsetzt.