Frauennetzwerke

„Wir müssen uns trauen, stolz auf uns zu sein“

Veröffentlicht Geändert
Innerhalb eines Jahres ist das Frauennetzwerk des dänischen Generalkonsulats in Flensburg auf 100 Frauen angewachsen.

Starke Botschaften und große Zustimmung für das Frauennetzwerk des dänischen Generalkonsulats in Flensburg: Dort fand am Dienstagabend das dritte Treffen des Netzwerks statt. Warum Frauen stolz auf sich sein dürfen und gerade junge Frauen Netzwerke brauchen.

Der Fotograf von „Flensborg Avis“ fühlte sich ein bisschen fehl am Platz am Dienstagabend im Generalkonsulat. Der war nämlich allein unter 51 Frauen, die Generalkonsulin Annette Lind zu einem Frauenabend eingeladen hatte. Es war das dritte Treffen dieses Kreises. 

Das Frauennetzwerk, das die Generalkonsulin vor einem Jahr gegründet hat, ist eine echte Erfolgsgeschichte. Inzwischen umfasst das Forum 100 Frauen aus dem Grenzland. „Das zeigt ja, dass der Bedarf für ein solches Netzwerk da ist“, sagte Annette Lind in ihrer Willkommensrede. 

Ursprünglich war der Plan, dass das Netzwerk nach einem Jahr auf eigenen Beinen steht und das Generalkonsulat nicht mehr für die Organisation der Frauenabende zuständig ist. „Aber wir können das nicht einfach gehen lassen“, sagte die Generalkonsulin und kündigte an, dass die Frauen im Frühjahr zu einem weiteren Treffen eingeladen werden. Dann steht ein Besuch des Schleswig-Holsteinischen Landtags auf dem Programm. 

So passte es, dass Landtagspräsidentin Kristina Herbst das 100. Mitglied des Flensburger Frauennetzwerks ist. Sie hielt am Abend einen Vortrag über ihre Arbeit und ein Netzwerk aus Bürgermeisterinnen und Politikerinnen in Schleswig-Holstein. Herbst hatte das Netzwerk zum Start ihrer Landtagspräsidentschaft vor drei Jahren gegründet. 

Landtagspräsidentin Kristina Herbst hielt beim Frauentreffen einen Vortrag über ihre Arbeit.

„Ich denke, dass Netzwerke mit Männern auch wichtig sind“, so Herbst. Aber Netzwerke mit Frauen seien etwas anderes. In ihrem Vortrag sprach die Landtagspräsidentin auch darüber, dass Frauen durchaus besser darin werden können, sich selbst auf die Schulter zu klopfen und stolz auf das zu sein, was sie erreicht hätten. „Darin sind Männer in der Regel besser.“

Zu wenig Frauen in Topjobs

Die zweite Rede des Abends hielt Anette Galskjøt, dänische Generalkonsulin in Hamburg. Auch sie gab Einblicke in ihre Arbeit und ihren Fokus auf die Wirtschaftsförderung. Im Rückblick auf ihre lange Karriere stellte Galskjøt fest, dass sich in den vergangenen Jahren zu wenig in Bezug auf die Entwicklung der Anzahl weiblicher Führungskräfte getan habe. 

 

„Ich glaube auch, dass es um Lebensqualität geht“, nannte Annette Galskjøt einen der Gründe, warum viele Frauen Führungspositionen ablehnten.

Anette Galskjøt (links), dänische Generalkonsulin in Hamburg, vermisst weibliche Führungskräfte.

Es liege ihrer Meinung nach nicht daran, dass zu viele männliche Chefs der Karriere der Frauen im Weg stünden, weil sie sie nicht in ihren exklusiven Klub aufnehmen wollten. Sie stellte jedoch fest, dass junge Frauen Hilfe benötigen, damit das Geschlechterverhältnis in den Führungsetagen in Zukunft ausgewogener wird.

Nach den Vorträgen hatten die Frauen bei Kaffee und Kuchen Zeit zum Netzwerken: Eine Gelegenheit, sich auf die verschiedenen Räume von Burg Schöneck – dem Sitz des Generalkonsulats – zu verteilen. Nachdem der Fotograf gegangen war, waren die Frauen dann auch tatsächlich unter sich, bevor sie sich gegen 21.30 Uhr für den Abend bedankten und sich verabschiedeten.