Dänische Minderheit

Von Kopenhagen nach Südschleswig: Lasse Rodewald wird neuer Generalsekretär des SSF

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Lasse Rodewald
Lasse Rodewald tritt die Stelle zum 1. Oktober 2025 an.

Der Südschleswiger arbeitet derzeit als Kultur- und Pressereferent an der deutschen Botschaft in Kopenhagen. Lasse Rodewald kehrt mit seiner Familie zum 1. Oktober 2025 ins nördliche Schleswig-Holstein zurück, um den Südschleswigschen Verein in die Zukunft zu führen.

Die Nachfolge für Jens A. Christiansen als Generalsekretär des Südschleswigschen Vereins (Sydslesvigsk Forening, SSF) ist gefunden.

Mit Lasse Rodewald tritt ein auch in der deutschen Minderheit nicht Unbekannter das Amt von Christiansen an, der am 30. September in Rente geht.

Der SSF ist die kulturelle Hauptorganisation der dänischen Minderheit und hat rund 16.000 Mitglieder.

„Es war ein spannender Prozess mit einem starken Bewerberfeld“, heißt es von der SSF-Vorsitzenden Gitte Hougaard-Werner. Mit Lasse Rodewald habe man einen Generalsekretär gefunden, der „das gesamte Paket“ mitbringe.

Von der deutschen Botschaft nach Südschleswig

Rodewald ist derzeit Kultur- und Pressereferent an der deutschen Botschaft in Kopenhagen. In dieser Funktion hat er unter anderem Personalverantwortung und arbeitet als politischer und strategischer Ratgeber. Auch die Bereiche Entwicklung, Finanzen, Vermittlung und Kommunikation gehören zu seinem Aufgabenbereich.

Mit vielen Jahren Erfahrung, geprägt vom politischen Umfeld, arbeitete er in engem Kontakt mit dänischen und deutschen Entscheidungstragenden und hat in dem Zusammenhang auch mit dem deutsch-dänischen Grenzland und den Minderheiten zu tun gehabt.

In Flensburg zur Schule gegangen

Rodewald wuchs in Südschleswig auf, besuchte zunächst die Jens Jessen Skole in Schleswig und machte anschließend sein Abitur an der Duborg-Skole. Nach der Schule zog es ihn nach Kopenhagen, wo er Geschichte am Saxo-Institut der Uni Kopenhagen studierte.

An seinen südschleswigschen Wurzeln habe er jedoch festgehalten, heißt es in der Pressemitteilung des SSF. So gründete er den Fußballklub „FF Ejder Brigaden“, in dem er noch immer spielt.

„Lasse Rodewald ist eine erfahrene Führungskraft, die aus der dänischen Minderheit stammt. Er hat ausgeprägte diplomatische Fähigkeiten, Kenntnis der Geschichte und ein starkes Netzwerk“, begründet Hougaard-Werner die Personalentscheidung. Man sei sehr froh, Lasse Rodewald anstellen zu können, und freue sich auf die Zusammenarbeit.

SSF für die Zukunft stark machen

Für den Südschleswiger ist das diesjährige Motto (Mindretallet længe leve) für das Jahrestreffen der Minderheit (Årsmøde) ein wichtiger Auftrag für die Zukunft. Eine Voraussetzung, dass die „Minderheit lange lebe“, sei ein funktionierender SSF, so Rodewald.

„Mit seinem vielfältigen und unschätzbaren Einsatz für die dänische Sprache, Identität und Gemeinschaft ist der SSF eine tragende Säule für das Dänische südlich der Grenze – auch weil die Organisation in ganz Südschleswig durch eine bewundernswerte freiwillige Arbeit und Vereinsstruktur tief verwurzelt ist.“ Mit der Erfahrung als Führungskraft, in der Projektleitung und Progressivität wolle er zur Weiterentwicklung des SSF beitragen.

Rodewald wird mit seiner Familie, er ist verheiratet und hat zwei Kinder, bis zu seinem Amtsantritt am 1. Oktober nach Südschleswig ziehen.