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Generalprobe führte „Team Grænzland“ quer durch die Kommune

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Team Grænzland
Team Grænzland auf dem Weg nach Heisagger Strand.

Am 20. September geht es für das Fahrradteam aus dem Grenzland auf fünf Etappen von Pattburg nach Brüssel. Am Wochenende wurde in der Kommune Hadersleben trainiert, um sich auf die 800 Kilometer lange Reise vorzubereiten.

Das Basislager auf dem Knivsberg war Ausgangspunkt für ein kilometerreiches Wochenende für das „Team Grænzland“. Rund 30 Radfahrerinnen und Radfahrer aus Nord- und Südschleswig haben in der Kommune Hadersleben an zwei Tagen fleißig trainiert, um gerüstet zu sein, wenn es am 20. September mit dem Rennrad über fünf Etappen und 800 Kilometer nach Brüssel geht.

Anlass ist die EU-Ratspräsidentschaft Dänemarks. Gemeinsam wollen die Mitfahrenden aus deutscher und dänischer Minderheit sowie aus der Mehrheitsbevölkerung ein Zeichen für das friedliche und partnerschaftliche Zusammenleben im Grenzland setzen.

Begleitet werden die Radfahrenden von einem Serviceteam, das die Fahrerinnen und Fahrer unterwegs versorgt, bei Pannen zur Stelle ist und für die Sicherheit entlang der Strecke sorgen soll. Das Zusammenspiel aller Akteurinnen und Akteure wurde am vergangenen Trainingswochenende geübt.

250 Kilometer in zwei Tagen

Die Generalprobe für Brüssel nennt Teamkapitän Uwe Jessen, der auch Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger ist, einen vollen Erfolg: „Es hat ganz hervorragend geklappt und wir sind gut und sicher durchgekommen. Die Stimmung war gut und alle haben auf Deutsch, Dänisch oder Sønderjysk geschnackt – also genau das, was wir wollen.“

Am Sonnabendmorgen ging es vom Treffpunkt an der Bildungsstätte Knivsberg um 9 Uhr los auf eine rund 150 Kilometer lange Runde bei bestem Wetter. Um die Sicherheit des Teams entlang der Strecke zu gewährleisten, fahren zwei Begleitfahrzeuge, ausgestattet mit Warnleuchten und „Team Grænzland“-Beschriftungen, mit.

Team Grænzland
Team-Kapitän Uwe Jessen (rechts hinten) gibt vor der Abfahrt am Sonnabendmorgen letzte Anweisungen

Kartenleserin Daniela Stock gibt aus dem vorausfahrenden Fahrzeug Anweisungen zur Route an mehrere im Feld radfahrende Leutnants durch. Diese sorgen dann dafür, dass Abbiegehinweise oder Warnungen vor Hindernissen auch an das gesamte Team weitergegeben werden.

„Ich finde die Aufgabe sehr anspruchsvoll. Es bedeutet viel Vorbereitung“, so Stock. Sie plane Routen entsprechend, sodass nicht ununterbrochen an großen Landstraßen gefahren werde:

„Ich schaue online, was für Straßen das sind, wo es etwa Vorfahrtssituationen gibt, wo wir Absperrungen brauchen oder wo es besser ist, auf Radwege auszuweichen.“

Nach der 150-Kilometer-Runde am Sonnabend sei sie „ziemlich platt“ gewesen, sagt die gebürtige Hamburgerin über die verantwortungsvolle Aufgabe, das Team reibungslos von A nach B zu bringen

Serviceteam zufrieden

Daniela Stock
Daniela Stock aus Woyens ist die Kartenleserin für das Team Grænzland. Sie gibt Routenanweisungen an die Leutnants weiter – hier Søren Meyer aus Südschleswig.

Die simulierte Touretappe führte dabei auch durch die Kommune Hadersleben – vom Knivsberg nach Norden durch die Domstadt über Bramdrup und Vamdrup nach Rödding (Rødding) und Gramm (Gram) bis Lügumkloster (Løgumkloster).

Zwischendurch sorgte das Serviceteam nach 80 und 120 Kilometern für die nötige Stärkung mit herzhaften oder süßen Speisen sowie Getränken.

„Wir haben ein gutes Gefühl und sind zufrieden“, sagt Tanja Klindt vom Serviceteam. Trotz der provisorischen Möglichkeiten unterwegs sei es gelungen, 40 Leute zu verköstigen.

„In Gramm konnten wir auch den Pavillon und Stühle aufstellen, weil das Wetter so gut war“, sagt sie. Alles sei gut gelaufen. Alle Reste von den Depots gab es am Montag im Haus Nordschleswig. Das Team habe nun auch ein Gefühl dafür, wie viele Portionen unterwegs nötig sind.

Über Rothenkrug (Rødekro) ging es dann zurück auf den Knivsberg, wo bei einem gemeinsamen Abendessen und kühlen Getränken der Trainingstag ausklingen konnte.

Reger Andrang beim Versorgungsdepot in Gramm.
Reger Andrang beim Versorgungsdepot in Gramm.

Früher Start am Sonntag

Für die meisten ging es dennoch früh ins Bett: Am Sonntag startete der Tross aus Serviceteam und Radelnden bereits um 8 Uhr vom Knivsberg. Diesmal führte die etwas kürzere Route als am Vortag über 100 Kilometer von Gjenner (Genner) nach Woyens (Vojens) und Bramdrup zum Deutschen Ruderverein Hadersleben, wo das Serviceteam nach rund 50 Kilometern eine Stärkung vorbereitet hatte.

Es gab einige wenige unschöne Szenen, bei denen Autofahrende das Team gefährlich schnell und knapp überholten. Insgesamt zeigten die meisten Verkehrsteilnehmenden aber Verständnis für die große Gruppe. Oft gab es ein „God tur“, Anfeuerungsrufe oder Daumen hoch für die Radlerinnen und Radler.

Unterwegs gab es nur wenige Defekte an den Rädern, die vom Mechanikerteam um Pascal Burisch schnell behoben werden konnten. Der Mechanikerwagen transportiert nötiges Werkzeug und Ausrüstung und sichert das Fahrerfeld nach hinten hin ab.

„Wir hatten fünf wesentliche Defekte bei dieser Tour“, sagt Burisch. In der Abschlussrunde am Sonntag wies der Teammechaniker darauf hin, dass die Fahrerinnen und Fahrer an spezifische Dinge, wie etwa Batterien für elektronische Gangschaltungen, Bowdenzüge für die Bremse oder auch Bremsflüssigkeit bei hydraulischen Bremsen, denken sollten, damit man bei etwaigen Pannen nicht gleich einen Fahrradladen aufsuchen muss.

„Vor der Tour sollten natürlich alle Fahrräder, gerade Bremsbeläge und Bremsscheiben noch einmal geprüft werden. Ein absolutes Muss sind natürlich ausreichend Ersatzschläuche.“

Erfolgreicher Abschluss der Generalprobe

Die Route am Sonntag führte zum Abschluss szenisch über Heisagger Strand (Hejsager Strand), Kelstrup Strand (Kjelstrup Strand), Djernis Strand (Diernæs Strand) und Süderballig (Sønderballe) zurück auf den Berg.

Bei den letzten Steigungen spürten einige der Teilnehmenden die müden Beine vom Vortag, doch alle kamen heil und zufrieden an der Bildungsstätte an, wo das Wochenende mit Kuchen und Kaffee seinen Abschluss fand.

Team Grænzland
Sammeln für die Weiterfahrt nach einer kurzen Pause am Pinneberg-Heim in Heisagger Strand.

In den verbleibenden Trainingseinheiten soll es nun noch darum gehen, das Durchhaltevermögen zu trainieren, um alle auf lange Tage im Sattel vorzubereiten, so Teamkapitän Uwe Jessen. „Dann hoffen wir für die Tour natürlich auf gutes Wetter und Wind aus Norden.“