Demokratie

Folkemøde-Erfinder Haarder: Grenzland-Festival ist hervorragende Idee

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Bertel Haarder (2. v. l.) im Gespräche mit Peter Asmussen vom Apenrader Ruderverein, sowie seiner Parteikollegin Anni Mathiesen (l.) und der Vorsitzenden des Südschleswigschen Vereins, Gitte Hougaard-Werner.

Grænseforeningen hat vorgeschlagen, ein deutsch-dänisches Folkemøde im Grenzland zu veranstalten. Der Venstre-Politiker Bertel Haarder hatte die Idee, zu der Veranstaltung auf Bornholm – und er begrüßt den Vorschlag.

Bertel Haarder kommt im letzten Moment zu einer Veranstaltung über das Grenzland bei seiner Partei Venstre geeilt. Denn auch wenn er bei der vorigen Wahl das Folketing verlassen hat, hat er beim Folkemøde immer noch viel um die Ohren. Schließlich stammt die Idee von einem Demokratiefestival auf Bornholm von ihm.

In der vergangenen Woche hat der Vorsitzende von Grænseforeningen, Mirco Reimer-Elster, vorgeschlagen, ein deutsch-dänisches Festival im Grenzland zu veranstalten.

„Das ist eine hervorragende Idee“, sagt Haarder im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ am Rande der Veranstaltung.

Vorbild Grenzland

Keine 50 Meter von der Bühne, auf der der Venstrepolitiker aus Randershof (Rønshoved) den Vorbildcharakter des deutsch-dänischen Grenzlands lobt, verläuft eine Straße, die seinen Namen trägt. Vor 14 Jahren fand das erste Folkemøde auf sein Betreiben hin hier in Allinge statt.

„Ein Folkemøde im Grenzland ist naheliegend. Ich denke, vielen müssen die Augen dafür geöffnet werden, wie viele fantastisch spannende Dinge es in Nord- und Südschleswig gibt“, so Haarder.

Beim ersten Folkemøde in Allinge 2011 kamen 10.000 Besuchende, im vergangenen Jahr waren es 110.000 verteilt auf die drei Tage. Mittlerweile sind weitere Folkemøder mit Themen wie Kultur, Natur, Klima und Nahrungsmittel entstanden.

Unterstützung entscheidend

Nun gibt es also die Überlegungen zu einer grenzüberschreitenden Ausgabe. Seit Reimer-Elster den Gedanken von einem weiteren Folkemøde in den Raum gestellt hat, ist er in der Lokalpolitik wie in der Zivilgesellschaft auf offene Ohren gestoßen.

„Die lokale Unterstützung ist das A und O dafür, dass es ein Erfolg werden kann“, so der Vorsitzende der Grænseforeningen.

Mirco Reimer-Elster
Mirco Reimer-Elster hat den Gedanken von einem Grenzland-Folkemøde ins Spiel gebracht.

Reimer-Elster wünscht rotierendes Folkemøde

In mindestens einem Punkt soll es sich nach Reimer-Elster Vorstellung von dem auf Bornholm unterscheiden. Es soll nicht an einem festen Ort stattfinden, sondern jedes Jahr an einem anderen.

„Für mich entspricht es dem Geist des Grenzlands, dass man es herumgehen lässt. Eine Folkemøde in Tondern (Tønder) ist ein anderes als eines in Dyppel (Dybbøl) oder in Flensburg (Flensborg)“, meint er.

„Das Grenzland ist ein Eldorado an spannenden Geschichten, die erzählt werden sollen“, sagt Bertel Haarder.

Für den Nordschleswiger gehört nicht zuletzt die Entwicklung zu einem friedlichen Miteinander hinzu. Das Vorzeigebeispiel des Grenzlands müsse noch stärker in die Welt hinausgetragen werden. Ein deutsch-dänisches Folkemøde könne dazu beitragen.

Folkemøde auf Bornholm

Das Folkemøde ist ein dreitägiges Demokratiefestival, das seit 2011 jährlich in der Stadt Allinge stattfindet.

Auf über 200 Bühnen in Zelten und auf Schiffen veranstalten Parteien, Verbände, Medien, Unternehmen und PR-Büros Debatten und Events.

Die Idee stammt von dem nordschleswigschen Venstre-Politiker Bertel Haarder, der ein entsprechendes Event, die „Almedalsveckan” auf der schwedischen Insel Gotland erlebt hat.

2024 besuchten pro Tag zwischen 28.000 und 45.000 Menschen das Folkemøde.