Umwelt

„Fantastisches“ deutsch-dänisches Seegras-Projekt an der Flensburger Förde

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Der SSW-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Christian Dirschauer, ist von dem Projekt begeistert.

Am Wochenende haben Freiwillige aus Dänemark und Deutschland Seegras bei den Ochseninseln eingepflanzt. Es soll der Förde neues Leben einhauchen. Auch Politprominenz beteiligte sich rege an dem Projekt.

Trotz des Sausens des Windes im Handy ist Lorens Bo Juel Jensen die Begeisterung deutlich anzuhören.

„Es ist fantastisch gelaufen“, sagt der Vorsitzende der Apenrader Abteilung des Naturschutzverbandes Danmarks Naturfredningsforening (DN).

Zusammenarbeit über die Grenze hinweg

Was fantastisch gelaufen ist, ist das Einpflanzen von Seegras bei den Ochseninseln in der Flensburger Förde (Flensborg Fjord). Freiwillige von beiden Seiten der Grenze haben geholfen, zwischen 1.000 und 1.300 Pflänzchen an Nägeln zu befestigen und in den Meeresboden einzusetzen. Auf deutscher Seite koordiniert die „Mission Förde“ in Flensburg das Projekt.

„Die Zusammenarbeit hat hervorragend geklappt“, so Juel Jensen.

Die Pflänzchen sind auf einer Fläche von 120 Quadratmetern eingesetzt worden und sollen zu einer Wiese zusammenwachsen, die der geschundenen Flensburger Förde neues Leben einhauchen kann. Seegras bindet Stickstoff und hilft somit, die Algen einzudämmen. Auch bietet es Krebstieren und Fischen Unterschlupf und Brutstätten. Es fördert somit die Artenvielfalt.

Die Stimmung unter der Freiwilligen war gut.

Politprominenz aus Apenrade und Flensburg

Eingepflanzt haben Flaschentaucherinnen und -taucher vom „Unterwasserteam Flensburg“ und „Poseidon“ von Nordalsen sowie Schnorcheltauchende von „Open Water“ in Apenrade (Aabenraa). Rund 50 Personen haben am Sonnabend das Seegras an Nägeln befestigt. Weitere 100 Gäste kamen vorbei und halfen ebenfalls ein wenig mit.

Apenrades Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Kons.) sowie sein Vize Erik Uldall Hansen (Soz.) und sein Vorgänger Thomas Andresen (Venstre) haben auch mitgemacht, obwohl sie am Sonnabend den Freiwilligentag in Apenrade besuchen mussten. Aus Deutschland beteiligten sich die Flensburger Stadtpräsidentin Susanne Schäfer-Quäck vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW) sowie der SSW-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Christian Dirschauer.

Taucherinnen und Taucher haben die mehr als 1.000 Pflänzchen bei den Ochseninseln eingesetzt.

„Ich bin begeistert, dass so viele Freiwillige sich für unsere Förde engagieren“, schreibt Dirschauer auf „Facebook“.

Das „Unterwasserteam Flensburg“ wird monatlich kontrollieren, wie die Pflanzen gedeihen.

Ein tief konzentrierter Christian Dirschauer

Der Donner machte einen Strich durch die Rechnung

Für den DN-Vorsitzenden Juel Jensen war das Wochenende ein voller Erfolg, auch wenn das Wetter der Aktion am Sonntag einen Strich durch die Rechnung machte: Wegen Gewitters durften die Taucherinnen und Taucher nicht ins Wasser.

„Wir machen kommendes Jahr weiter“, sagt er. Die Termine stehen auch bereits fest: 30. und 31. Mai. Insgesamt sollen 6.000 Quadratmeter bepflanzt werden.

Wer bereits vorher helfen möchte, den Lebensspender Seegras einzupflanzen, kann sich am 15. Juni an dem dänemarkweiten Projekt „Hav“ beteiligen. In Apenrade treffen sich die Freiwilligen beim dänischen Ruderverein.