Satire

„Æ Rummelpot“: Heiterer Jahresrückblick mit Seitenhieben

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Stephan Nielsen stammt aus der deutschen Minderheit und zeichnet seit Jahrzehnten für das nordschleswigsche Satireheft „Æ Rummelpot“.

Wer ist in diesem Jahr ins Fettnäpfchen getreten und schafft es ins nordschleswigsche Satireheft „Æ Rummelpot“? Erste Einblicke in die neue Ausgabe und hinter die Kulissen der Redaktion.

Gunnar Hattesen freut sich sichtlich – eigentlich wie jedes Jahr um diese Zeit, denn für den Wochenblatt-Redakteur aus Gravenstein (Gråsten) ist es fast wie die Ankunft eines Neugeborenen: Sein Satireheft „Æ Rummelpot“ ist frisch aus der Druckerei geliefert, rechtzeitig für den Advents- und Weihnachtshandel,und das bereits zum 80. Mal.

„Wir sind nicht lahm, sondern gehen vital auf die 100 zu“, sagt der 67-Jährige, der bereits zum 10. Mal die Verantwortung für „Æ Rummelpot“ hat.

Ein neues Heft entsteht

Inspiration aus den Medien

Seitenhiebe, ohne bösartig zu sein

Gunnar Hattesen hat gut lachen: Sein Satireheft erscheint in diesem Jahr zum 80. Mal.

„Wir suchen natürlich Geschichten, bei denen Leute ins Fettnäpfchen getreten sind. Und wenn nicht, dann drehen wir die wichtigsten Ereignisse des Jahres eben in eine lustige Richtung, ohne dass wir dabei bösartig werden. Aber einen kleinen Seitenhieb gibt es schon ab und zu“, sagt Gunnar Hattesen.

Der in Roskilde lebende Stephan Nielsen aus Rothenkrug (Rødekro) – viele kennen ihn aus dem „Nordschleswiger“ und von dessen Maskottchen „Nordi“ – ist bereits seit vielen Jahren dabei und hat auch in diesem Jahr mit vielen Zeichnungen beigetragen. Oft nimmt er „seine eigene“ Minderheit aufs Korn, aber eben nicht nur. So hat Nielsen in diesem Jahr unter anderem das Titelblatt illustriert – „zum dritten Mal“ in seiner Karriere, wie er stolz bemerkt.

Ehren-Rummelpott: Vater und Söhne

Die Zeichnung zeigt die Alsen-Millionäre, Peter und Jørgen Mads Clausen (Danfoss) sowie Bent Jensen (Linak), bei der Einweihung des Nordborg Resorts, das sie initiiert und finanziert haben. Dabei gibt es in der Zeichnung jede Menge versteckte Details (unter anderem König Frederik im Tauchanzug), die einem erst beim zweiten oder dritten Blick auffallen.

„Bevor wir uns für eine Zeichnung entschließen, habe ich vorher vielleicht vier oder fünf Ideen verworfen. Es steckt schon viel Arbeit drin“, erklärt Stephan Nielsen. Dazu gehört auch die oft umfangreiche Recherche, bei der vorab viele kreative Ideen im Papierkorb landen, denn nicht alles eignet sich für den „Rummelpott“.

Peter Mads Clausen erhält in diesem Jahr übrigens den „Ehren-Rummelpott“ – auch als der nordschleswigsche Nobel-Preis bekannt. Den hat zuvor auch sein Bruder Jørgen Mads bereits erhalten und sein verstorbener Vater, Danfoss-Gründer Mads Clausen, ebenfalls.

Lieblingsopfer Minderheit

Die deutsche Minderheit gehört ebenfalls zu den Lieblingsopfern des „Rummelpot“. In diesem Jahr bekommt der frühere „Nordschleswiger“-Chefredakteur Siegfried Matlok in Verbindung mit seinem 80. Geburtstag einen herzlichen, satirischen Gruß, gezeichnet von Stephan Nielsen.

Nielsen kommentiert und zeichnet auch die bevorstehende Wahl eines neuen Hauptvorsitzenden in der deutschen Minderheit – oder vielleicht Hauptvorsitzende (?), indem er den bisher einzigen Kandidaten für das Amt, Stephan Kleinschmidt, am Kleiderschrank porträtiert: Anzug oder Kleid?

Das „Nordschleswiger“-Maskottchen Nordi hat auch den Weg in den „Rummelpot“ geschafft, ebenso wie Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei sowie weitere Politiker, Politikerinnen und Promis aus dem Landesteil. Es ist wie immer ein bebilderter Jahresrückblick, bei dem man leicht ins Schmunzeln kommt – auch beim zweiten und dritten Durchblättern.

Der „Rummelpot“ ist ab sofort für 119 Kronen erhältlich. In Buchläden und Supermärkten in Nordschleswig oder auf synnejysk.dk.Wer Glück hat, kann hier eines von fünf Heften gewinnen.