Deutsche Minderheit

Vorlesewettbewerb an der DSH: Mathias liest sich an die Spitze

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Sechstklässler Mathias las von seiner Klasse am besten vor.

Ein Abschnitt aus dem Lieblingsbuch und ein unbekannter Text – die sechste Klasse der Deutschen Schule Hadersleben musste beim Vorlesewettbewerb Mut und Lesetalent zeigen. Für Schüler Mathias brachte der Wettbewerb eine unerwartete Wendung.

Mit einem breiten Grinsen nahm Sechstklässler Mathias die Urkunde entgegen. Er hat den schulinternen Vorlesewettbewerb der Deutschen Schule Hadersleben (DSH) gewonnen.

In zwei Runden setzte er sich mit deutlichem Abstand gegen die anderen Kinder aus seiner Klasse durch. Erwartet hatte er seinen Sieg jedoch nicht, sagte er. „Es waren alle gut, für mich gab es keinen Favoriten.“

Die sechste Klasse zeigt, was sie kann

„Es geht darum, Lust zu bekommen, ein Buch zu lesen“, meinte Lehrerin Sandra Bamberg Olesen. In zwei Runden traten die Schülerinnen und Schüler gegeneinander an. In der ersten Runde suchte sich jedes Kind ein Buch seiner Wahl aus, stellte es kurz vor und las dann einen Abschnitt daraus. 

Mathias entschied sich hier für das Buch „In 80 Tagen um die Welt“. Die Wahl ist ihm nicht schwergefallen: „Es ist einfach ein richtig spannender Abenteuerroman“, schwärmte er. 

Die fünfte Klasse der DSH hörte gespannt zu. Im kommenden Jahr sind sie dann an der Reihe.

Bereits einige Wochen vor dem Wettbewerb hatten die Schülerinnen und Schüler an ihrer Buchvorstellung und der Textpassage geübt. Gemeinsam mit den Lehrerinnen haben sie die Bücher und einen geeigneten Abschnitt ausgewählt. 

Jetzt, knapp einen Monat später, stellten sie vor Publikum ihre Auswahl vor. Die 5. Klasse der DSH hörte gespannt zu und konnte sich ein Bild vom Vorlesewettbewerb machen. Im kommenden Jahr sind sie dann an der Reihe.

Die Herausforderung Fremdtext

In der zweiten Runde wartete dann die große Herausforderung. Mathias und seine Mitschülerinnen und Mitschüler mussten einen Text lesen, den sie noch gar nicht kannten.

Lehrerin Bamberg Olesen hatte sich für ein Kapitel aus dem Buch „Die magischen Augen von Stonehill“ von Juma Kliebenstein entschieden. Nachdem den Kindern der Inhalt des Buches erzählt worden war und die Lehrerin den Einstieg des Kapitels vorgelesen hatte, waren sie an der Reihe. 

Jeder von ihnen las einen Abschnitt vor. Währenddessen wurden Punkte in verschiedenen Kategorien vergeben, die dann am Ende den Sieger oder die Siegerin küren sollten. So wurden unter anderem die Lesetechnik oder wie gut sich das Kind in die Geschichte hineinfinden konnte, bewertet.

Ein strahlender Sieger

Am Ende stand sein Name auf der Urkunde. Mathias bekam von der Jury die meisten Punkte.

Mathias war der Letzte, der vorgelesen hat. Er sah sich selbst nicht als Gewinner, jedoch wurde sein Name bei der Siegerehrung aufgerufen.

Als Preis durfte sich der Sechstklässler ein Buch seiner Wahl aussuchen. Da er in seiner Freizeit gerne Comics liest, wünschte er sich ein Buch aus der „Gregs Tagebuch“-Reihe. „Ich habe schon ganz viele Bücher aus der Reihe und möchte am liebsten alle haben“, erzählte er freudestrahlend. 

Nächster Halt: Apenrade

Lehrerin Bamberg Olesen bewundert die sechste Klasse. „Ich finde es extrem mutig, sich hier vorne hinzusetzen und einen fremden Text vorzulesen.“ Auch ist sie davon überzeugt, dass das Vorlesen insbesondere vor Publikum das Selbstvertrauen der Kinder fördert.

Auf Mathias wartet jetzt ein weiterer Wettbewerb im Februar. Dort treffen sich in Apenrade (Aabenraa) alle Gewinnerinnen und Gewinner der deutschen Schulen in Nordschleswig und tragen dann einen regionalen Vorlesewettbewerb aus.