Deutsche Minderheit

Kulturnacht: Die deutsche Minderheit setzt ein Zeichen der Zugehörigkeit

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Das Rhönradturnen gehört zu den Aushängeschildern der deutschen Minderheit (Archivfoto).

Begegnung: Welche Rolle spielt Präsenz im öffentlichen Raum? Für die deutsche Minderheit ist die Sonderburger Kulturnacht eine Gelegenheit, mitten in der Stadt sichtbar zu sein. „Dort treffen wir auch Menschen, die sonst nie von selbst in unsere Schule kommen“, sagt Jan Wachtberg Schmidt von der deutschen Schule.

Es wird getanzt, gespielt, geklönt, geschmaust und gekämpft: Wenn sich diesen Freitag vom Alsik bis zum Sonderburger Schloss 160 Vereine und Organisationen präsentieren, ist wieder Kulturnacht.

Die deutsche Minderheit ist seit Jahrzehnten Teil des unterhaltsamen und ausgelassenen Treibens am ersten Freitag des Septembers. Für sie ist die Kulturnacht mehr als ein amüsantes Event – sie bedeutet Zugehörigkeit und ist eine Gelegenheit, der Mehrheit zu zeigen: Wir sind wir und wir sind ein Teil von euch.

In diesem Jahr sind die aktiven Helferinnen und Helfer ab 17 Uhr zwischen Multikulturhaus und alter Brücke zu finden.

Neue Platzierung ist besser

Die aktuelle Platzierung ist laut Jan Wachtberg Schmidt, der seit Jahren die Organisation der deutschen Minderheit in Sonderburg leitet, eine hervorragende Lösung: „Wir wollten gern wieder an die gleiche Stelle wie letztes Jahr. Früher waren wir auf dem Schlosskai irgendwie ein wenig abgehängt. Die jetzige Platzierung ist eine richtig gute Stelle.“ Vor Jahren hatte diese Gruppe ein großes weißes Zelt auf dem Schlosskai.

Die Schleswigsche Partei hat aufgrund der bevorstehenden Kommunalwahl am 18. November einen eigenen Stand bei den anderen Parteien.

In Kontakt mit vielen Menschen

„Wir sprechen bei der Kulturnacht unsere Dinge an und es gibt verschiedene Aktivitäten. Wir kommen in Kontakt mit den Menschen und einige fragen, warum wir überhaupt hier sind. Andere möchten sofort ihre Kinder anmelden“, so Wachtberg Schmidt lachend.

Die Kulturnacht ist zu einer festen Tradition geworden. „Dort kann man sich in nur wenigen Stunden sichtbar machen“, meint der stellvertretende Schulleiter. Die meisten Vereine der Minderheit sind bei dieser Veranstaltung dabei, gern an allen drei Stunden.

Im abgesperrten Hafenbereich wimmelt es von Menschen. Parkplätze sind Mangelware.

Bei der Kulturnacht kriegen wir auch Kontakt zu denjenigen, die sonst nicht direkt von der Straße in die Schule kommen.

Jan Wachtberg Schmidt

Alle müssen schleppen

In diesem Jahr werden die aktiven Teilnehmenden selber schleppen müssen. Tische, Stühle und Ausrüstung müssen von der Schule an der Helgolandsgade hinab zum Hafen getragen werden. Wenn der Abend um 20 Uhr zu Ende geht, muss alles wieder zurückgebracht werden. Bei der Organisation wurden einige Veränderungen vorgenommen. Heute müssen die Vereine sich für einen Transport eine Fahrerlaubnis besorgen. Da sich niemand für den Transport meldete, müssen diesmal nur die wichtigsten Dinge zu Fuß zum Stand am Hafen gebracht werden.

Bei der Kulturnacht geht es nicht nur um den Kontakt mit den Sonderburgerinnen und Sonderburgern. „Dort treffen sich auch die verschiedenen Vereine. Man kennt sich und kann mal miteinander sprechen“, so Jan Wachtberg Schmidt. Das ist für ihn genauso wichtig.

Der Stand der deutschen Minderheit ist ein Ort, wo sich Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte anschließend treffen, die an dem darauffolgenden Nachtlauf auf den Straßen Sonderburgs an den Start gehen. Von der Deutschen Schule Sonderburg beteiligen sich diesmal 15 Kinder und Erwachsene. Die Veranstaltung geht mit einem großen Feuerwerk zu Ende.

Kulturnacht 2022: Amelie Bittmann (7) ruderte fleißig vor dem Zelt von Germania drauflos.

Zwei Auftritte des Rhönrad-Teams

„Für uns ist es ein Zeichen, dass wir einfach dazugehören. Wir haben ja im Vorhinein viel Kontakt mit der dänischen Mehrheitsbevölkerung. Bei der Kulturnacht kriegen wir auch Kontakt zu denjenigen, die sonst nicht direkt von der Straße in die Schule kommen“, so Jan Wachtberg Schmidt.

Ob Turnerschaft Sonderburg, der Ruderverein Germania, die deutsche Bücherei Sonderburg, Bund Deutscher Nordschleswiger, Kindergärten oder die Schulen in Sonderburg und Lunden – alle sind bei der Kulturnacht vertreten.

Die Rhönrad-Gruppe wird von 17.40 bis 18 Uhr und wieder von 19.40 bis 20 Uhr an der Ringreiterstatue am Søndertorv auftreten.

Rhönradturnen ist eines der vielen Angebote der Turnerschaft Sonderburg (Archivbild)