Deutsche Kindergärten Apenrade

„Finanzielle Belastung“: Minderheit schließt den Kindergarten Wilsbek

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Der Deutsche Kindergarten Wilsbek

Zu wenige Kinder, zu hohe Kosten: Der Kindergarten Wilsbek schließt in einem Monat. Der DKA-Vorstand sieht keine Zukunft für den Standort – und folgt damit Empfehlungen des Verbandes der Schulen und Kindergärten in Nordschleswig sowie der Dachorganisation der Deutschen Minderheit.

Der Deutsche Kindergarten Wilsbek steht vor dem Aus: Zum 30. Juni 2025 soll die Einrichtung ihre Türen endgültig schließen. Das hat der Vorstand der Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA) am Dienstag beschlossen. Die Entscheidung fiel einstimmig aus – zu deutlich waren die Zahlen. Mit so wenigen Kindern sei der Betrieb auf Dauer einfach nicht mehr zu stemmen.

„Nicht tragbar“

Diese jüngsten Entscheidungen teilte BDN-Generalsekretär Uwe Jessen dem „Nordschleswiger“ am Mittwochabend per Mail mit, nachdem auch die Eltern informiert wurden. „Die jetzige Zahl der Kinder führt im Kindergarten Wilsbek zu einer nicht tragbaren finanziellen Belastung“, heißt es in der Begründung.

Auch in Zukunft sei keine grundlegende Verbesserung zu erwarten, weshalb der Schritt aus Sicht des Vorstands unausweichlich gewesen sei. Die Entscheidung fuße außerdem auf der Empfehlung des DSSV- und des BDN-Hauptvorstandes – also dem Verband der deutschen Kindergärten und Schulen in Nordschleswig sowie der Dachorganisation der deutschen Minderheit.

Wilsbek ist eine von zehn Einrichtungen im DKA-Verbund und steht unter der Leitung von Nina Wackerath, die zugleich den Deutschen Waldkindergarten Feldstedt leitet.

„Die Schließung einer unserer Einrichtungen ist kein leichter Schritt. Was den Kindergarten Wilsbek betrifft, so war die Situation jedoch so eindeutig, dass es keinen anderen finanziell tragbaren Weg gab“, erklärt DSSV-Vorsitzender Welm Friedrichsen. DKA-Vorsitzende Kira Hansen Heesch betont laut Mitteilung, man hoffe, dass betroffene Familien auf andere DKA-Kindergärten ausweichen werden.

Millionendefizit zwingt zum Handeln

Die Entscheidung fällt in eine Phase grundlegender Neuordnung innerhalb der DKA. Nach einem turbulenten Jahr 2024 mit massiven Strukturproblemen und Vertrauensverlust bei vielen Eltern steht der Verband unter Reformdruck.

Die finanzielle Lage ist ernst: 2024 schloss der Kindergartenbereich des DSSV mit einem Defizit von 5,4 Millionen Kronen ab. Rechnet man das Vorjahresminus und einen laufenden Kredit hinzu, stand der Kindergartenbereich zum Jahresende mit acht Millionen Kronen in der Kreide.

Verantwortlich gemacht wurde unter anderem ein zentralistisches Leitungskonzept mit hoher Personalfluktuation und wenig Rückhalt in den Einrichtungen. Unter kommissarischer Leitung von Heidi Ullrich werden seit dem Sommer 2024 zentrale Maßnahmen umgesetzt: lokale Leitungsteams, feste Ansprechpartner, stabilere Personalplanung.

Analyse nicht abgeschlossen

Ob und welche weiteren Maßnahmen die Verantwortlichen treffen werden, um die DKA finanziell wieder zu stabilisieren, bleibt nun abzuwarten. Die eindeutigen Zahlen in Wilsbek hätten den DKA-Vorstand auch in Verbindung mit auslaufenden Arbeitsverträgen zum schnellen Handeln gezwungen.

Aber: Uwe Jessen kündigt zu Beginn seiner Mitteilung an, dass die Analyse der finanziellen Situation im DSSV und insbesondere in den Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA) noch nicht abgeschlossen ist.

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