Deutsche Minderheit

FFKK-Ausstellung 2025: Kunstverein setzt auf junge Kunst

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Maya Asmussen vor ihrem modernen Gemälde am Eingang der Förde-Schule.

Die diesjährige Vernissage in der Förde-Schule lockte am Sonntag erneut ein breites Publikum an. Für den grenzüberschreitenden Kunstverein FFKK hätte der Austragungsort nicht treffender sein können: Die FFKK-Leitung setzt jetzt noch mehr auf junge Mitglieder, die mit einigen attraktiven Angeboten angelockt werden. Mehrere haben schon angebissen.

Für die grenzüberschreitende Künstlergemeinschaft „Flensborg Fjords Kunst & Kulturforening“ (FFKK) aus Deutschland und Dänemark zählt gerade die Vielfalt der Arbeiten zu ihren Kennzeichen. 

Bei der diesjährigen Ausstellung in der Förde-Schule lautet das Thema „Kultur & Natur“. Die Besucherinnen und Besucher erwarten nicht nur schöne Blumen, Landschaften, Tiere und imposante Bauwerke – sondern auch Bilder, die zum Nachdenken anregen: traurig blickende Schweine im Stall, ein altes Fahrrad oder achtlos weggeworfene Blechdosen in der Natur.

„Die Arbeiten sind spannend und beeindruckend. Das Aufhängen war keine leichte Aufgabe“, musste die FFKK-Vorsitzende Karin Baum lächelnd bei der Vernissage zugeben. Bei der Ausstellung stellen 32 Künstlerinnen und Künstler 74 Werke aus. 

Wir hätten gern mehr junge Künstlerinnen und Künstler. Künftig möchten wir ihnen noch mehr Aufmerksamkeit schenken und zum Beispiel auch Workshops für sie anbieten. Wir hören uns ihre Wünsche an.

Karin Baum

Bis zum 20. Geburtstag kein Mitgliedsbeitrag

Bei der Ausstellungseröffnung von „Kultur & Natur“ durften sich die anwesenden Künstlerinnen und Künstler selbst präsentieren. Karin Baum rief anschließend aber auch zwei der jüngsten Künstlerinnen zu sich. Maya Asmussen (16) aus Schafflund und Anna Lena Schmidt (25) aus Kappeln gehören erst seit Kurzem zur Mitgliederschar. 

Als „Youngster“, so Karin Baum, seien sie eine neue Zielgruppe des FFKK. „Wir hätten gern mehr junge Künstlerinnen und Künstler. Künftig möchten wir ihnen noch mehr Aufmerksamkeit schenken und zum Beispiel auch Workshops für sie anbieten. Wir hören uns ihre Wünsche an.“

Beim FFKK ist die Mitgliedschaft bis zum 20. Lebensjahr kostenlos. Wer zwischen 20 und 25 Jahre alt ist, muss im ersten Jahr keinen Beitrag zahlen. Der deutsch-dänische Verein hat 215 Mitglieder, die zwischen Bremen, Hannover, Hamburg und Aarhus leben und arbeiten. 

Die Kaminhalle war bei der Vernissage voll besetzt.

Künstlerin liebt die Natur

Anna Lena Schmidt studiert in Göttingen. Die 25-Jährige traf durch Zufall Karin Baum bei einer Ausstellung in Angeln. Die FFKK-Vorsitzende berichtete ihr von den vielen Vorteilen, die eine Mitgliedschaft in der grenzüberschreitenden Gemeinschaft für sie bedeuten würde. Das überzeugte die junge Künstlerin.

In Gravenstein stellt die talentierte junge Frau, die schon immer gern gemalt hat, eine bis aufs letzte Detail gezeichnete Krähe und eine Eiderente aus. Sie liebt die Natur, die sie auch gern mit der Kamera festhält. Ihr Vater Torsten Schmidt freut sich über ihre Kreativität: „Von mir hat sie das jedenfalls nicht. Ich bin völlig talentlos“, meint er lächelnd. 

Anna Lena Schmidt neben ihrer Krähe. Es macht ihr nichts aus, wenn ihr Werk verkauft wird: „Dann mach ich doch einfach ein Neues."

Es ist Anna Lena Schmidts erste Ausstellung. „Aber alles ist hier einfach toll organisiert“, so das Lob des Vaters Torsten vorab. Während die Künstlerin noch sehr gespannt war, freute sich der Vater auf Resonanz: „Es ist schön, wenn man Reaktionen von anderen erhält.“

Alles begann mit dem Wahlfach Kunst

Für die 16-jährige Maya Asmussen ist die Kunst ein willkommener Ausgleich. Für sie begann die Kunst als Wahlfach in der Schule. Beim Einstieg probierte sie viele verschiedene Stilarten aus: „Jetzt habe ich aber meinen ganz eigenen Stil gefunden.“ 

Mit sicherer Hand und mit vielen kräftigen Farben verleiht sie ihren Arbeiten eine moderne und ansprechende Note. Die Inspiration für ihre Motive findet sie oft auf ihrem Handy. Ihre erste Ausstellung war vor Kurzem die Mexiko-Ausstellung in Gravenstein. Ihr Werk fand sofort einen Käufer.

Eigentlich hätte die Familie Tubach aus Broacker (Broager) nur den Auftritt der jüngsten Tochter bei der Vernissage miterleben wollen. Karin Baums Hinweis auf die jungen Künstlerinnen ließ Mutter und Tochter dann aber doch sofort die Vorsitzende ansprechen. Naemi Tubach (14) möchte nun auch Mitglied bei FFKK werden. 

Karin Baum präsentierte die beiden jungen Künstlerinnen dem Publikum.

Keine Mauern, sondern Brücken

Für Christel Leiendecker war es als Stadtratspolitikerin und frühere Schülerin an der Förde-Schule die erste offizielle Ansprache vor Ort. Sie bemerkte schon beim Eintreten: „Hier spürt man Herzblut, Fantasie und ganz viel Freude an der Kunst.“ Die Ausstellung zeige, was entstehen kann, wenn Menschen miteinander arbeiten, Ideen teilen und neugierig aufeinander zugehen. 

„Hier begegnen sich Dänemark und Deutschland, Jung und Alt, Schule und Kunst. Und genau das macht diese Ausstellung so lebendig und besonders“, so die Politikerin, die seit vier Jahren die Schleswigsche Partei im Sonderburger Stadtrat vertritt. Für sie seien Grenzen keine Mauern, sondern Brücken, wie sie in ihrer Rede betonte.

Die Ausstellung kann werktags zwischen 7.15 und 16 Uhr am Bomhusvej 4 in Alnor besichtigt werden. Die Werke hängen bis einschließlich 6. Februar 2026 in der Förde-Schule. 

Hier spürt man Herzblut, Fantasie und ganz viel Freude an der Kunst.

Christel Leiendecker

Karin Baum (l.) mit Ingrid Tubach und ihrer Tochter Naemi aus Broacker.