Sport und Schule

Topscorerin mit Westküsten-Wurzeln: So meisterte Mai Wendicke den Spagat zwischen Spitzensport und Schule

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Die 19-jährige Hoyeranerin hätte ohne die Mithilfe ihrer Schule kaum ihre sportlichen und schulischen Ambitionen unter einen Hut bringen können. Weil es um ihren Wohnort herum keine Mannschaft gab, die ihren Fähigkeiten entsprach, ging sie schon als Jugendliche zu Kolding IF. Dort hat die junge Frau im Frühjahr ihren ersten Vertrag als Seniorin unterschrieben.

Die Fußballerin aus Hoyer hat ihr Abitur am Handelsgymnasium in Tondern gemacht und führt nun die Torschützenliste in der höchsten Liga an. Durch eine Partnerschaft mit der dänischen Sporthilfe „Team Danmark“ wird „Det Blå Gymnasium“ nun auch offiziell zum Sprungbrett für weitere Sporttalente.

Ihr Name ist in diesen Wochen in aller Munde, zumindest im Munde derer, die den dänischen Frauenfußball verfolgen: Mai Bøge Wendicke, 19 Jahre alt, aus Hoyer (Højer), ist Topscorerin der höchsten dänischen Frauenfußballklasse, der A-Liga. Für ihren Verein Kolding IF erzielte sie sechs Tore in den ersten sieben Saisonspielen und wurde nicht von ungefähr kürzlich zur Spielerin des Monats September in der A-Liga gekürt. Bereits im Februar debütierte sie für die dänische U19-Nationalmannschaft und absolvierte fünf Länderspiele, zuletzt am 8. April gegen die Niederlande.

Ihr sportlicher Weg ist beachtlich – und das Handelsgymnasium „Det Blå Gymnasium“ in Tondern hat einen Beitrag dazu geleistet. Dort hat Wendicke im Sommer 2025 ihr Abitur gemacht. Obwohl die Schule zu diesem Zeitpunkt noch kein offizieller „Team Danmark“-Partner war, zeigte sie sich offen und flexibel gegenüber Mai Wendickes sportlichen Verpflichtungen. „Ich habe große Unterstützung von der Schule erfahren – bei Abgabeterminen, bei Unterrichtsausfall und durch die persönliche Betreuung. Ohne das wäre es nicht gegangen“, sagt sie voller Dankbarkeit.

Maßgeschneiderter Unterricht

Inzwischen wurde das Gymnasium in Tondern offiziell als „Team Danmark“-Partnerschule anerkannt. Damit kann es nun junge Talente wie Mai systematisch fördern – mit maßgeschneiderten Stundenplänen, Trainingszeiten während der Schulzeit, sportpsychologischer Betreuung und modernen Trainingsbedingungen auf dem Schulgelände.

Davon profitiert aktuell Golfer Frederik Hovedskou Kock aus Bramming. Er lebt seit August im neuen Campus-Kollegium in Schulnähe und absolviert seine gymnasiale Ausbildung unter dem neuen Fördermodell. „Die Bedingungen sind top – ich kann Training und Unterricht optimal verbinden“, so der Nachwuchsgolfer.

Der Direktor der Schule, Carsten Uggerholt Eriksen, freut sich über die wachsende Nachfrage: „Unsere Partnerschaft mit der dänischen Sporthilfe ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Wir wollen junge Menschen fördern – nicht nur sportlich, sondern auch schulisch und menschlich.“

Und vielleicht klingelt bald das Telefon bei Mai Wendicke; möglicherweise wird sogar „Synnejysk“ geredet – am anderen Ende: Frauen-Nationaltrainer Jakob Michelsen. Er stammt schließlich auch von der Westküste, genauer aus Tondern.