Bildung

Randi Damstedt: Mit individueller Hilfe zurück in Arbeit und Ausbildung

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Randi Damstedt (SP) hofft auf eine Wiederwahl in den Stadtrat.

In Tondern soll kein junger Mensch durchs soziale Raster fallen. Dank eines Zuschusses kann die Kommune nun das Angebot individueller Hilfe ausbauen, um Jugendliche in Arbeit oder Ausbildung zu bringen – anstatt nur Einheitslösungen anzubieten. Randi Damstedt erklärt, was neu ist.

Rund 43.000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sind laut Regierung landesweit in Dänemark ohne Job oder Ausbildung – in der Kommune Tondern betrifft dies 69 Personen.

„Das müssen wir ändern, denn dabei gibt es nur Verlierer“, sagt Randi Damstedt von der Schleswigschen Partei (SP). Als Mitglied des Arbeitsmarktausschusses des Tonderner Stadtrats freut sie sich, dass mit den vier Millionen Kronen für das Projekt „Ungeløftet Tønder“ nun gezielte Unterstützung für Jugendliche auf dem Weg in den Arbeitsmarkt oder in die Ausbildung möglich ist.

„Dabei geht es nicht nur darum, einen Job oder eine Ausbildung zu finden, sondern auch um das Menschliche – darum, Teil einer Gemeinschaft zu sein“, betont Damstedt.

Individuelle Begleitung statt Systemdenken

Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Stadtrat drei verschiedene Initiativen beschlossen. Besonders gute Erfahrungen hat die Kommune mit dem sogenannten „håndholdt indsats“ aus IPS-Projekten (individuell geplante Unterstützung in Job oder Ausbildung) gemacht. Dieses Angebot richtete sich bisher ausschließlich an psychisch erkrankte Menschen, um sie bei der Eingliederung zu unterstützen. „Hier wird großer Wert darauf gelegt, die Menschen nicht als Patienten im System zu sehen“, erklärt Damstedt.

Dieses Angebot ist nun ausgeweitet worden, damit auch Jugendliche und junge Erwachsene mit unterschiedlichen Herausforderungen davon profitieren können – beispielsweise bei familiären oder schulischen Problemen.

Die wirklich Betroffenen finden

Doch die Suche nach den tatsächlich Betroffenen war gar nicht so leicht, sagt Damstedt. Denn nur weil jemand derzeit nicht als arbeitend oder lernend registriert ist, heißt das nicht automatisch, dass die Person nicht aktiv ist. „Vielleicht macht sie gerade ein Sabbatjahr, reist oder arbeitet im Ausland“, so Damstedt. Eine Konsulentin hat sich dieser Recherche gewidmet und konnte die von der Regierung angegebene Zahl von 280 jungen Menschen und Jugendlichen auf 69 Personen korrigieren.

Praxisnahe Angebote für mehr Motivation

Ein weiteres Angebot von „Ungeløftet“ ist die Junior-Meisterlehre für Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse. „Wenn sie schulmüde sind, können sie zweimal pro Woche praktische Erfahrungen in einem Betrieb oder einer Werkstatt sammeln – und so möglicherweise auch wieder mehr Freude an der Schule entwickeln“, erklärt die Politikerin.

An der Ludwig-Andresen-Schule befindet sich laut Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg aktuell kein Kind in einer Junior-Meisterlehre.

Auch ein Freizeitjob kann sich positiv auf die persönliche Entwicklung auswirken, wie Untersuchungen zeigen. „Natürlich darf es nicht zu viel werden, aber einige Stunden können für die Identitätsbildung sehr wichtig sein“, sagt Damstedt. Daher wird die Kommune künftig Jugendliche unterstützen, die Schwierigkeiten haben, eine solche Tätigkeit zu finden.

Darüber hinaus kann in verschiedenen Fällen eine Kontaktperson der Kommune vermittelt werden. Diese unterstützt Schülerinnen und Schüler bei ganz unterschiedlichen Problemen – sei es schulischer oder persönlicher Natur.

Mit diesen Maßnahmen will die Kommune dazu beitragen, dass junge Menschen in Tondern bessere Chancen auf einen gelungenen Start ins Berufsleben bekommen.