Kommentar

„Eine Hommage an Lehrerinnen und Lehrer“

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Lehrkräfte leisten mehr, als nur Unterrichtsstoff zu vermitteln: Sie erziehen, fördern und begleiten unsere Kinder – und machen einen Job, den viele von uns nicht leisten könnten. „Nordschleswiger“-Mitarbeiterin Hannah Dobiaschowski plädiert für mehr Respekt und Dankbarkeit.

Neulich holte ich meinen Sohn früher von der Schule ab, und da ich sehr pünktlich war, ging ich zur Klasse, anstatt im Auto zu warten.

Durch die Tür hörte ich die Lehrerin reden, und obwohl ich nicht einmal verstand, worum es ging, überkam mich plötzlich eine tiefe Demut.

Traumberuf Lehrerin und Lehrer

Dass es wirklich Menschen gibt, die es sich ausgesucht haben, Lehrerinnen und Lehrer zu sein. Dass diese Menschen einst jung waren und sich fragten, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen und sich offenbar nichts Schöneres vorstellen konnten, als diejenigen zu werden, die unseren Kindern so viel beibringen.

Ich selbst wäre eine lausige Lehrerin, völlig ungeeignet für diesen Beruf. Keine Geduld, keine Lust, nicht vorbereitet. Lehrerinnen und Lehrer verdienen allein schon deshalb meinen Respekt, weil sie genau das tun, was ich niemals könnte. Ohne sie wären unsere Kinder verloren und die Gesellschaft gleich mit.

Wenn ich einem Elfjährigen erklären müsste, warum X gleich sieben ist, würde ich vermutlich eher heulen als er.

Lehrerinnen und Lehrer leisten so unfassbar viel mehr, als nur Unterrichtsstoff herunterzubeten. Sie sind nicht nur dafür da, den Kindern Punkt-vor-Strich-Rechnung beizubringen oder dass „dass“ eine Konjunktion ist und einen Nebensatz einleitet. Sondern sie erziehen sie auch zu Menschen, die in einer Gemeinschaft zurechtkommen. Sie kümmern sich darum, wie eine Klasse als soziales Gebilde funktioniert. Fangen auf, wenn es irgendwo knirscht, und versuchen, aus Streithähnen wieder ein Team zu machen.

Normal ist super!

Wenn über die Schule geschimpft wird, dann meistens über das System im Allgemeinen und nicht über die Lehrkräfte. Diese sind hochgradig abhängig von politischen Entscheidungen und müssen sehen, wie sie mit ihnen zurechtkommen. Sie müssen mit Lehrplänen jonglieren, Verwaltungskram erledigen und uns Eltern aushalten, die mit allen möglichen und unmöglichen Anliegen auf sie zukommen, dank diverser Apps rund um die Uhr.

Wir sprechen gerne über Lehrkräfte, die besonders engagiert sind, die sich besonders viel Mühe geben. Aber normal gut reicht völlig aus. Es reicht, wenn sie einfach ihren Job machen. Es reicht, wenn sie gut genug sind. Denn Hand aufs Herz: Sind wir als Eltern jeden Tag die superinspirierenden Vorbilder, die wir gerne wären? Wohl kaum. Meistens sind wir auch nur gut genug. Und das ist okay.

Leiden Kinder in der Schule, müssen Eltern und Lehrkräfte natürlich aktiv werden, aber so wie ich das in unseren nordschleswigschen Schulen sehe, geht es den meisten Kindern gut. Ich weiß, dass es Berichte darüber gibt, dass Schülerinnen und Schüler Probleme in der Schule haben, aber das ist ein anderes Thema.

Wir brauchen euch

Hier geht es ausschließlich darum, Lehrerinnen und Lehrern ein riesiges Danke auszusprechen! Danke, dass ihr unsere Kinder mit uns gemeinsam erzieht; danke, dass ihr dazu beitragt, sie zu kompetenten und gebildeten Menschen zu machen; danke, dass ihr jeden Morgen genau dafür aufsteht! Ihr macht das großartig. Wir sehen euch vielleicht nicht immer, aber wir brauchen euch jeden Tag.