Bildung

Die Gymnasien in Tondern rücken näher zusammen

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Für die Jugendlichen am Tønder Gymnasium (Foto) und ihre Kolleginnen und Kollegen am Blå Gymnasium bahnt sich eine engere Zusammenarbeit an (Archivfoto).

Demografischer Wandel und Bildungsreform setzen die Schullandschaft unter Druck. In Tondern arbeiten Det Blå Gymnasium und Tønder Gymnasium deshalb an einer gemeinsamen Zukunftsstrategie. Ein Beratungsunternehmen skizziert derzeit, wie aus zwei starken Schulen etwas „Gemeinsames Drittes“ entstehen könnte.

Die Bildungslandschaft in Tondern ist in Bewegung. Ausschlaggebend dafür ist die Reform der weiterführenden Bildungswege, die 2030 in Kraft tritt. 

Das eröffnet die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen für ein modernes und attraktives Bildungsangebot in der Stadt neu zu denken und zu stärken. Eine Möglichkeit, die das Blå Gymnasium Tønder und Tønder Gymnasium beim Schopf packen wollen, wie sie in einer Pressemeldung mitteilen. 

Die beiden Einrichtungen haben im Laufe von 2025 einen „engen und guten Dialog über die Möglichkeit einer gestärkten Zusammenarbeit aufgebaut, die den Jugendlichen auch zukünftig ein breites und attraktives Bildungsangebot sichern kann“, gehabt.

Auch die Demografie mit der rückläufigen Anzahl junger Menschen spielt dabei eine Rolle. 

Eine Problematik, auf die die Stadtratspolitikerin der Schleswigschen Partei, Randi Damstedt, auch im Wahlkampf mit Denkanstößen aufmerksam gemacht hatte.

Glaube an den gemeinsamen Erfolg

„Wir stehen vor einer neuen Bildungslandschaft, und gemeinsam haben wir die Möglichkeit, noch bessere Rahmenbedingungen für ein starkes Bildungsangebot in Tondern zu schaffen. Die Arbeit der vergangenen Monate hat unseren Glauben daran nur gestärkt, dass wir gemeinsam Erfolg haben können“, sagt Carsten Uggerholt Eriksen, Direktor von Det Blå Gymnasium.

Die Diskussionen zwischen den Vorstandsvorsitzenden und den Führungskräften sind in eine neue Phase eingetreten, und alle Mitarbeitenden wurden in einem internen Treffen über den Prozess informiert.

Der Dialog soll in die konkrete Phase gehen

Direktor Carsten Uggerholt Eriksen

„Die Mitarbeitenden haben die Nachricht gut aufgenommen, auch wenn Veränderungen naturgemäß Unsicherheit mit sich bringen können. Gleichzeitig gibt es ein starkes Verständnis dafür, dass die Reform uns ermöglicht, neu zu denken und noch bessere Angebote für die Jugendlichen zu entwickeln“, sagt Karl Jørgen Møller, Rektor des Tønder Gymnasiums.

Die Vorstände der beiden Gymnasien wünschen sich, dass der Dialog fortgesetzt und konkreter wird. Im Rahmen des Prozesses wurde ein Beratungsunternehmen hinzugezogen, das eine Skizze erarbeiten soll, wie eine engere Zusammenarbeit zwischen den Bildungsstätten aussehen könnte. Die Arbeit wird voraussichtlich im Frühjahr abgeschlossen, wonach die Skizze den beiden Gremien präsentiert wird.

„Wir sprechen über eine engere Zusammenarbeit, und wir haben auch das Wort Fusion verwendet. Uns ist sehr bewusst, dass wir zwei verschiedene Gymnasien sind – zum Glück beide mit solider Wirtschaftlichkeit und starken Werten. Uns beschäftigt die Möglichkeit, etwas ganz Neues zu schaffen, das auf all dem Guten beider Gymnasien aufbaut. Wir sprechen vom ‚Gemeinsamen Dritten‘“, sagt Karl Jørgen Møller, Rektor des Gymnasiums Tønder.

Erhalt von Wahlmöglichkeiten angestrebt

Der Rektor des Tønder Gymnasiums, Karl Jørgen Møller, im Gespräch mit Jugendlichen

Ziel der Zusammenarbeit ist es, sicherzustellen, dass Jugendliche in Tondern auch künftig zwischen mehreren hochwertigen weiterführenden Bildungswegen wählen können – obwohl es weniger junge Menschen geben wird. Gleichzeitig soll das fachliche Umfeld stark genug sein, um qualifizierte Lehrkräfte in die Kommune zu ziehen.

Beim Austausch von Lehrkräften arbeiten die beiden Bildungsstätten unter anderem bereits zusammen, wie von Carsten Uggerholt Eriksen zu erfahren ist.

Det Blå Gymnasium hat gegenwärtig etwa 350 Schülerinnen und Schüler, während am Tønder Gymnasium ungefähr 400 Jugendliche unterrichtet werden.

Tonderns besondere Position 

Tonderns Lage in einer Grenzregion, in der Geschichte und Kultur Landesgrenzen überschreiten, verleihe der Region eine besondere Identität – und eine besondere Verantwortung. Daher solle das „Gemeinsame Dritte“ auch die internationale Perspektive stärken. Das gelte sowohl für Schülerinnen und Schüler aus Südschleswig als auch aus anderen Teilen der Welt. 

Die Kommune Tondern nimmt in den Sondierungen eine zentrale Rolle ein, da sie den Fokus darauf hat, die Stadt als attraktiven Bildungsstandort zu entwickeln. 

„Die Kommune ist sehr ambitioniert in der Entwicklung Tonderns als Bildungsstadt, und wir möchten gerne durch die Stärkung der weiterführenden Bildungswege dazu beitragen. Wir haben bereits einen guten Dialog mit der Kommune, und das ist auch für den weiteren Prozess wichtig“, sagt Uggerholt Eriksen.

Räumliche Überkapazität

Schülerinnen und Schüler von Det Blå Gymnasium bei der Präsentation eines Deutschprojekts (Archivfoto).

Die sinkende Zahl junger Menschen führt künftig zu einer Überkapazität in den bestehenden Gebäuden am Martin Hammerichsvej (Det Blå Gymnasium) und der Astronom Hansensgade (Tønder Gymnasium). Daher sei es ein eigenständiges Ziel, die bestmögliche Nutzung der Einrichtungen an beiden Standorten zu sichern.

„Wir haben vereinbart, dass es auch in den kommenden Jahren an beiden Standorten gymnasiale Bildung geben wird, und wir werden gemeinsam mit der Kommune und anderen Kooperationspartnern daran arbeiten, dass die guten Einrichtungen an beiden Orten sowohl der Region als auch den Jugendlichen zugutekommen“, sagt Carsten Uggerholt Eriksen.

Es geht mit voller Kraft weiter

Die Leitungen beider Gymnasien betonen, dass alle bestehenden weiterführenden Bildungswege bis zum Inkrafttreten der Gymnasialreform 2030 unverändert und mit voller Stärke weitergeführt werden, auch wenn die Reform sowohl neue Bildungswege einführt als auch Schließungen mit sich bringt.

„HF bleibt weiterhin ein attraktiver und wichtiger Bildungsweg für viele junge Menschen und wir bieten ihn selbstverständlich gemeinsam mit den übrigen Bildungswegen bis zum Inkrafttreten der Reform an. Es ist uns wichtig, Sicherheit und Stabilität für sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Mitarbeitende in der Übergangsphase bis 2030 zu gewährleisten“, sagt Rektor Karl Jørgen Møller vom Tønder Gymnasium.

Bei HF „Højere Forberedelseseksamen“ (höhere Vorbereitungsausbildung) handelt es sich um eine zweijährige gymnasiale Ausbildung, die auf Akademie- und Professions-Bachelorstudiengänge ausgerichtet ist.