Knivsbergfest 2025

„Mojn, Herr Botschafter!“: Minderheit verabschiedet sich von Pascal Hector

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Ein Abschied mit Wertschätzung: Hinrich Jürgensen verabschiedet Botschafter Pascal Hector beim Knivsbergfest.

„Noch nie war ein Botschafter so oft bei uns“ – Beim Knivsbergfest verabschiedet sich die deutsche Minderheit mit viel Wertschätzung und einem besonderen Geschenk von Pascal Hector.

Wenn sich der größte Platz der deutschen Minderheit in Nordschleswig füllt, wird gefeiert – meistens. Dieses Mal wird beim Knivsbergfest aber auch Abschied genommen: von Pascal Hector, dem deutschen Botschafter in Dänemark. Im Rahmen des offiziellen Empfangs am Samstagmittag verabschiedete sich die Minderheit mit einer warmherzigen Geste von dem Diplomaten, der in wenigen Wochen seine nächste Station antritt.

„Ich habe viele Botschafter verabschiedet – aber noch nie einen, der so oft bei uns in Nordschleswig war wie Sie“, sagte Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), in seiner Rede. Und tatsächlich: Hectors enge Verbindung zur Minderheit war in den vergangenen Jahren mehr als ein diplomatischer Pflichttermin. Schon sein allererster Besuch führte ihn – damals noch nicht einmal offiziell im Amt – auf den Knivsberg. Es war der Auftakt für eine Zeit voller Begegnungen, Gespräche und gegenseitigem Interesse.

Doch Hector reiste nicht nur häufig nach Nordschleswig. Auch Grönland und die Färöer standen auf seinem dänischen Fahrplan – nach Jürgensens Worten ein Zeichen dafür, wie ernst er seinen Auftrag nahm. Gern erinnert sich Jürgensen auch an die Abende in der Residenz, bei denen Delegationen aus Nordschleswig empfangen wurden. „Meistens klang der Abend irgendwo in der Nähe Ihres fabelhaften Eckschranks aus“, so der Hauptvorsitzende mit einem Schmunzeln – eine charmante Anspielung auf die Gastfreundschaft des Botschafters und seine gut sortierte Auswahl an edlen Tropfen.

Zum Abschied gab es deshalb auch ein Geschenk mit lokalem Bezug für den Eckschrank: eine Flasche Gin, destilliert mit 3.000 Jahre alter Mooreiche aus der deutsch-dänischen Grenzregion. Dazu ein Wimpel der Minderheit – als kleines Erinnerungsstück an viele gute Begegnungen und offene Türen.

Die Minderheit? Ein zentraler Teil meiner Arbeit

„Die Minderheit ist ein sehr wichtiger Teil der Arbeit eines deutschen Botschafters hier in Dänemark“, sagte Pascal Hector im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ kurz vor seiner offiziellen Verabschiedung. Besonders in Erinnerung bleiben ihm die Knivsbergfeste: „Das ist eine sehr beeindruckende Sache, die viel über den Geist und das Lebensgefühl der Minderheit aussagt. Diese große Lebensfreude – das bleibt.“

Was ihn immer wieder nach Nordschleswig zog? „Weil die Menschen hier so freundlich, offen und zugewandt sind. Deswegen bin ich immer gerne gekommen.“

Auch insgesamt habe ihn das dänische Miteinander beeindruckt, betonte Hector. „Diese Art des demokratischen Zusammenwirkens, dass man sich parteiübergreifend zusammensetzt, gemeinsame Lösungen findet und sie dann auch gemeinsam trägt – das ist sehr prägend für Dänemark.“

In wenigen Wochen zieht es den Diplomaten weiter nach Kroatien – laut seiner dortigen Kollegin „das schönste Land der Welt“. Ob er sich sprachlich so schnell einfindet wie ins Dänische? Die Frage bleibt offen – aber die Brücke nach Nordschleswig besteht.