Deutscher Tag

Minderheit stößt auf Verständnis – aber auf wenig Geld

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Volles Haus beim Informationsgespräch zum Deutschen Tag in der Deutschen Nachschule Tingleff

Die finanzielle Lage der deutschen Minderheit war auch in diesem Jahr Hauptthema beim Informationsgespräch zum Deutschen Tag.

Es ist und bleibt ein Hauptthema beim Deutschen Tag: die Finanzierung der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Auch in diesem Jahr sprach der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, beim Deutschen Tag in Tingleff (Tinglev) die finanzielle Lage an. Es fehlen mindestens 300 Millionen Kronen, wobei laut Jürgensen vor allem die deutsche Seite gefordert ist.

„Wir sind mit der Finanzierung aus Kopenhagen sehr zufrieden“, sagte Jürgensen beim Informationsgespräch zum Deutschen Tag. „Was Berlin und die Bundesmittel betrifft, so sprechen wir seit Jahren über eine Finanzierung des Campusprojektes und stoßen auf sehr viel Verständnis, aber auf wenig Geld.“

Campus-Projekt hat Vorrang

Hinrich Jürgensen (2. v. r.) machte beim Informationsgespräch die finanzielle Lage der Minderheit zum Thema. Es ist sein letzter Deutscher Tag als Hauptvorsitzender des BDN.

Das Campusprojekt in Apenrade (Aabenraa) umfasst den Abriss und Neubau des Internats am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN), gekoppelt mit einem neuen Kindergarten, einer Großküche und zwei Klassenzimmern. Ein Gesamtprojekt in Höhe von 130 Millionen Kronen.

Dank eines Zuschusses von 5 Millionen Kronen von dänischer Seite werden die Klassenzimmer derzeit gebaut und sollen noch vor Weihnachten vom DGN in Gebrauch genommen werden.

„Wir sind aber nun an einem Punkt angekommen, wo wir uns nicht mehr auf ,vielleicht im nächsten Jahr’ vertrösten wollen und können und müssen alternative Finanzierungsmodelle finden“, so Jürgensen.

Finanzen in Berlin das Thema

DGN-Rektor Jens Mittag (Bildmitte) freut sich über zwei neue Klassenzimmer am Gymnasium.

Verdoppelung der Projektmittel

„Wirklich helfen würde nur eine Anhebung der jährlichen Projektmittel auf mindestens 2 Millionen Euro. Wir bekommen jetzt mal 600.000 Euro, mal 1 Million Euro, das ist praktisch der gleiche Betrag wie vor 30 Jahren. Und mit dem Geld kann man heute herzlich wenig bauen“, erklärte Hinrich Jürgensen.

Darüber hinaus müsse Deutschland eines der größeren Projekte finanzieren, vorrangig das Campusprojekt.

Minderheit muss Prioritäten setzen

Auch Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen war beim Informationsgespräch dabei.