Deutsche Minderheit

Haushalt der Minderheit: Minus ja, Krise nein

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Hauptgeschäftsführer Bernd Søndergaard legte bei der Delegiertenversammlung die Ergebnisse der Minderheiten-Verbände vor.

Finanzen: Ein Millionen-Minus im Jahresabschluss sorgt nicht für Sorgenfalten: Die deutsche Minderheit sieht ihre Finanzen weiterhin auf Kurs – auch wenn Sparmaßnahmen bevorstehen könnten.

Die deutsche Minderheit in Nordschleswig hat im Geschäftsjahr 2024 ein Minus in Höhe von 1 Million Kronen gemacht. Dennoch ist dies bei einem Gesamtvolumen von 420 Millionen Kronen fast so etwas wie eine Punktlandung.

Bei der Delegiertenversammlung des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), der Dachorganisation der deutschen Minderheit in Nordschleswig, am Dienstagabend in der Nachschule in Tingleff (Tinglev), präsentierte BDN-Hauptgeschäftsführer Bernd Søndergaard die Ergebnisse der einzelnen Verbände.

Minus konnte nicht eingeholt werden

Drei Verbände machten 2024 ein Minus: der Deutsche Schul- und Sprachverein (-1 Million), der Bund Deutscher Nordschleswiger (-555.000 Kronen) und der Sozialdienst Nordschleswig (-194.000 Kronen).

Dieser Unterschuss konnte von den anderen, meist kleineren Verbänden und Organisationen, nicht aufgefangen werden:

Sport- und Kulturzentrum Tingleff (+232.000 Kronen), Nordschleswigscher Ruderverband (+4.000 Kronen), Verband Deutscher Büchereien (+100.000 Kronen), Deutsche Nachschule Tingleff (+94.000 Kronen), Deutscher Jugendverband für Nordschleswig (1 Krone) und der Deutsche Presseverein („Der Nordschleswiger“/+533.000 Kronen).

Minus im Jahr darauf begleichen

Im Geschäftsjahr zuvor (2023) machten die Verbände und Organisationen der deutschen Minderheit ebenfalls ein Minus – in Höhe von 639.000 Kronen.

Die Verbände der deutschen Minderheit müssen die eigenen Verluste im nachfolgenden Geschäftsjahr selbst ausgleichen. Sollte ein Verband einen Überschuss erwirtschaften, fließt der Betrag zurück in die gemeinsame Kasse des BDN.

Fünf Bauprojekte 2024

Die deutsche Minderheit hat für die investiven Mittel aus der Bundesrepublik Deutschland (1 Million Euro) den Kindergarten Gravenstein fertiggestellt, Fenster im Haus Nordschleswig ausgetauscht und in der Bildungsstätte Knivsberg die Ölheizung durch eine Luft-Wasser-Anlage ersetzt.

Außerdem wurden für die Mittel aus dem Land Schleswig-Holstein (90.000 Euro) LED-Lampen im Haus Quickborn und im Michael-Jebsen-Haus auf dem Knivsberg installiert.

Hiobsbotschaft Haushalt

Bernd Søndergaard hatte eine Hiobsbotschaft für die Vorstände: Der Haushalt für dieses Jahr wird erst im September fertig sein, zeitgleich mit dem Haushalt für das kommende Jahr – eine Doppelbelastung für die Vereine und Verbände der Minderheit.

Dabei stehen zum jetzigen Zeitpunkt für 2026 in der Vorplanung etwa fünf Millionen Kronen weniger zur Verfügung als bisher. Es könnte daher zu Sparauflagen kommen, sollte sich die Situation nicht ändern, erklärte Bernd Søndergaard.