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Deutsch-dänische Beziehungen: Jürgensen hofft auf ein kleines Stück vom Milliardenkuchen

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Hinrich Jürgensen 2024
Der Chef der deutschen Minderheit, Hinrich Jürgensen, ist überzeugt, dass die Beziehungen des BDN nach Berlin auch mit der neuen Bundesregierung stark bleiben werden.

Mette Frederiksen besucht am Mittwoch den neuen Kanzler Friedrich Merz in Berlin. Der Chef des Bundes Deutscher Nordschleswiger glaubt, dass die guten Beziehungen der beiden Länder weiter gefestigt werden und hofft, dass die deutsche Minderheit vielleicht sogar bei der Verteilung der neuen deutschen Infrastrukturmilliarden berücksichtigt wird.

„Die Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark sind so gut wie nie. Ich denke, dass die Zusammenarbeit mit Friedrich Merz im Kanzleramt weiter ausgebaut wird. Angesichts der aktuellen Weltlage ist dies wichtiger denn je“, sagt Hinrich Jürgensen, Chef der deutschen Minderheit in Nordschleswig.

Wenig Hoffnung in Sachen Grenzkontrollen

Am Mittwoch wird die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) erstmals den neuen deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin besuchen. Dass sich mit der neuen deutschen Regierung etwas in den fürs Grenzland relevanten Themen wie den Grenzkontrollen zum Positiven wendet, erwartet Jürgensen nicht. „Angesichts der Ankündigungen, die der CDU-Kanzler bereits im Wahlkampf gemacht hat, mache ich mir in der Hinsicht keine Hoffnungen, dass die Grenzkontrollen bald komplett verschwunden sind“, so der BDN-Hauptvorsitzende.

Vielleicht ein kleines Stück vom Milliardenkuchen

Im Bereich Finanzen sind seine Hoffnungen allerdings schon größer: „Ich denke, es kann durchaus von Vorteil für uns sein, dass Bernd Fabritius wieder zum Minderheitenbeauftragten der Bundesregierung ernannt wurde. Deutschland plant in Zukunft, viel Geld in neue Infrastrukturprojekte zu stecken. Fabritius kennt uns gut. Vielleicht schaffen wir es ja, durch die bereits guten Beziehungen auch etwas von dem Geld für unsere Projekte abzubekommen“, sagt Hinrich Jürgensen.

Bei den Gesprächen zwischen Mette Frederiksen und Friedrich Merz am Mittwoch wird es allerdings vermutlich nicht um den geplanten Campus in Apenrade (Aabenraa) gehen. Im Vorfeld des Besuchs sagte die dänische Regierungschefin in einer Mitteilung: „Ein starkes Europa braucht ein starkes Deutschland. Die Gespräche, die ich bereits mit Kanzler Merz geführt habe, und sein Wille, die deutsche Verteidigung zu stärken und die Ukraine zu unterstützen, machen mir Hoffnung.“

Mette Frederiksen und Friedrich Merz haben sich bereits getroffen. In vielen Fragen rund um die Ausrichtung Europas herrscht Einigkeit.

Beim Treffen am Mittwoch wollen die beiden Regierungschefs insbesondere über die militärische Stärkung Europas und die Unterstützung für die Ukraine sprechen.

Zudem stehen Themen wie Migration, Wettbewerbsfähigkeit und der grüne Wandel auf der Tagesordnung.