Wirtschaft

USA fordert: Dänische Unternehmen sollen sich zu Diversität erklären

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Grundsätze zu Diversität, Gleichstellung und ethnischer Vielfalt am Arbeitsplatz werden in den USA verstärkt angegriffen. Nun fordert die amerikanische Botschaft auch von dänischen Zulieferern der US-Regierung eine Stellungnahme (Archivbild).

Mehrere dänische Firmen haben Post von der US-Botschaft erhalten: Sie sollen bestätigen, dass sie keine besonderen Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt umsetzen, die gegen amerikanisches Recht verstoßen. Wirtschaftsverbände kritisieren das Vorgehen als beispiellos.

Dänische Unternehmen stehen unter Druck: Die US-Botschaft hat ihnen ein Schreiben geschickt, in dem sie um eine Erklärung zu ihren Diversitäts-Maßnahmen gebeten werden. Konkret geht es darum, ob sie Programme zur Förderung von Vielfalt und Gleichberechtigung verfolgen, die im Widerspruch zur US-Gesetzgebung stehen.

Laut Søren Friis Larsen, Länderchef für die USA bei „Dansk Erhverv“, haben sich bereits mehrere betroffene Unternehmen an den dänischen Wirtschaftsverband gewandt, um Rat zu erhalten. „Das Schreiben ist sehr vage formuliert, was zu Unsicherheit und Verwirrung führt“, erklärt er gegenüber „DR“.

Hintergrund: Trumps Einfluss auf Diversitätsprogramme

Auch andere europäische Unternehmen haben ähnliche Schreiben erhalten, berichten internationale Medien. Die US-Regierung verweist dabei auf ein Dekret von Präsident Donald Trump, das für alle Zulieferer der amerikanischen Regierung gilt.

Trump hatte Diversitätsmaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt wiederholt angegriffen. Im Februar setzte jedoch ein Bundesrichter in Maryland ein vorläufiges Verbot gegen Trumps Abschaffung der sogenannten DEI-Initiativen durch. Diese Programme sollen Diversität, Gleichheit und Inklusion in Unternehmen stärken.

Scharfe Kritik aus der Wirtschaft

Auch der dänische Industrieverband „Dansk Industri“ bestätigt die Existenz des Schreibens und äußert sich kritisch. „Wir haben so etwas noch nie erlebt, dass die USA in die Managemententscheidungen europäischer Unternehmen eingreifen wollen. Das ist absolut beispiellos“, sagt Kinga Szabo Christensen, Direktorin für Unternehmensberatung bei „Dansk Industri“, in einer schriftlichen Stellungnahme.

Laut Szabo Christensen deute das Vorgehen der US-Botschaft darauf hin, dass neue Gesetze erlassen werden könnten, an die sich auch dänische Unternehmen halten müssten. Dennoch rät „Dansk Industri“ den Unternehmen, ihre Ambitionen in Sachen Diversität und Inklusion nicht herunterzuschrauben, um weiterhin aus dem gesamten Kreis aller Bewerberinnen und Bewerber rekrutieren zu können.