Wirtschaft

Fremdsprachen sind out und das bedroht den Export

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Immer weniger wählen an den Unis Deutsch oder Französisch (Symbolfoto).

Die Zugänge in den Fächern Deutsch und Französisch sind an den Universitäten um 30 Prozent zurückgegangen. Das bereitet dem Industrieverband DI und der Gewerkschaft DM Sorgen. Sie fordern eine Reihe von Initiativen, um den Sprachunterricht zu stärken.

„Mit Englisch kommt man durch, mit Deutsch kommt man weiter.“ Der Satz stammt von der Direktorin der Denkfabrik Europa, Lykke Friis, und sie wird es nicht müde, ihn zu wiederholen.

Doch die Botschaft kommt bei vielen jungen Menschen nicht an. Immer weniger studieren an den Universitäten Deutsch oder Französisch. An den Gymnasien wählen immer weniger eine Sprache auf hohem Niveau.

Gleichzeitig steigt der Export nach Deutschland und Frankreich und damit auch der Bedarf an Arbeitskräften mit Kenntnissen der Sprache und der Kultur. Die Entwicklung bereitet dem Wirtschaftsverband Dansk Industri (DI) Sorgen.

„Es besteht kein Zweifel, dass die europäischen Märkte ausgesprochen wichtig für uns sind“, sagt Mikkel Haarder, Chef für Forschung und Bildung bei DI.

Sprachkenntnisse sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit

Zwar seien die USA immer noch Dänemarks größter Exportmarkt, aber Deutschland und Frankreich würden immer wichtiger werden. Und daher ist man auch bei der Gewerkschaft Dansk Magisterforening (DM) besorgt über das sinkende Interesse.

„Dänemark ist eine kleine Wirtschaft und ist abhängig vom Handel mit anderen Ländern. Hinken wir bei Sprachen und Kulturverständnis hinterher, verlieren dänische Betriebe an Wettbewerbsfähigkeit“, so Cathrine Holm-Nielsen, Vorsitzende von DM.

Nach Zahlen der Gewerkschaft ist die Anzahl der Studierenden, die in Deutsch und Französisch aufgenommen worden sind, von 2020 bis 2023 um 29 Prozent gesunken. Das Problem ist, dass der Nachwuchs fehlt.

Gewerkschaft fordert mehr Geld

Bereits im Oktober 2023 hat der Vorsitzende des gymnasialen Deutschlehrerverbandes, Christian Smith, im „Nordschleswiger“ gefordert, die Politik solle aktiv werden. Er macht vor allem die Gymnasialreform im Jahr 2016 für den Rückgang verantwortlich.

„Es ist wichtig, dass die Bedeutung von Sprachkenntnissen in der politischen Diskussion viel stärker als bisher betont wird“, sagte er.

Gewerkschaftschefin Holm-Nielsen meint, die Politik müsse mehr Mittel lockermachen, damit der Sprachunterricht attraktiver gestaltet werden kann. „Es kostet Geld, gute Sprachausbildungen zu machen, die die Leute Lust haben zu wählen“, sagt sie.

Außerdem solle man Deutsch und Französisch mit anderen Fächern aus dem technischen oder Handelsbereich kombinieren können. Ein Vorschlag, den auch DI unterstützt.