Politik

Asyl-Zusagen in Dänemark erreichen historischen Tiefstand

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Sowohl in Dänemark als auch in Deutschland wurden im Jahr 2024 deutlich weniger Asylsuchende aufgenommen als in den Krisenjahren 2015 und 2016, als die Flüchtlingszahlen in Europa ihren Höchststand erreichten (Archivfoto).

Die Zahl der Asylbewilligungen in Dänemark hat 2024 einen der niedrigsten Werte der vergangenen 40 Jahre erreicht. Die Regierung führt den Rückgang auf ihre strikte Migrationspolitik zurück.

Zum zweiten Mal innerhalb von mehr als vier Jahrzehnten haben weniger als 1.000 Menschen Asyl in Dänemark erhalten. Nach Angaben der dänischen Ausländerbehörde (Udlændingestyrelsen) lag die Zahl der Asylgewährungen im Jahr 2024 bei rund 860 – ein Rückgang von etwa 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Abgesehen von dem pandemiebedingt niedrigen Niveau im Jahr 2020 handelt es sich um den niedrigsten Wert seit mehr als 40 Jahren. Der dänische Minister für Einwanderung und Integration, Kaare Dybvad Bek (Soz.), begrüßt diese Entwicklung: „Es ist entscheidend für unsere Gesellschaft und den sozialen Zusammenhalt, dass die Zahl der Asylsuchenden niedrig bleibt, damit die Integration erfolgreich verlaufen kann.“

Dybvad Bek führt die geringe Zahl an Asylbewilligungen auf die strenge Migrationspolitik Dänemarks zurück und erklärt weiter: „Deshalb bin ich froh, dass wir in diesen Jahren eine niedrige Asylzuwanderung und wenige Asylbewilligungen haben. Ich bin überzeugt, dass wir dies unserer restriktiven Ausländerpolitik zu verdanken haben.“

Vergleich mit Deutschland

In Deutschland gibt es politische Bestrebungen, die Asylpolitik zu verschärfen und Elemente aus dem dänischen Modell zu übernehmen. Allerdings gibt es in Deutschland auch politische Kräfte, die sich gegen eine vollständige Übernahme des dänischen Modells aussprechen, da dieses als zu restriktiv angesehen wird.

Auch in Deutschland ist die Zahl der Asylanträge im Jahr 2024 jedoch deutlich gesunken. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurden insgesamt 250.945 Asylanträge gestellt, darunter 229.751 Erstanträge. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem 351.915 Anträge verzeichnet wurden. Die Gesamtschutzquote – also der Anteil der positiven Bescheide – lag in Deutschland im Jahr 2024 bei 44,4 Prozent.

Ein langfristiger Trend

Dänemark verzeichnete 2024 hingegen insgesamt 2.300 Asylanträge, die meisten davon stammten von Menschen aus Syrien und Afghanistan. Die Anerkennungsquote der Anträge lag im vergangenen Jahr bei etwa 37 Prozent. Seit dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015, als Dänemark 10.849 Asylsuchenden Schutz gewährte, ist die Zahl der positiven Asylentscheidungen mit wenigen Ausnahmen kontinuierlich gesunken. Während die Zahl der syrischen Asylbewerberinnen und -bewerber zuletzt nahezu unverändert blieb, sank die Zahl afghanischer Antragstellender von 443 im Jahr 2023 auf 185 im Jahr 2024.

Asylverfahren und rechtliche Rahmenbedingungen

Nach dänischem Recht können Personen Asyl erhalten, wenn sie glaubhaft machen können, dass ihnen in ihrem Heimatland Verfolgung aufgrund von Faktoren wie Rasse, Religion oder politischer Überzeugung droht. Die Asylgenehmigung ist in der Regel zeitlich befristet und gilt als vorübergehende Aufenthaltserlaubnis, bis der Schutzbedarf entfällt.

Ukrainische Flüchtlinge nicht in der Statistik erfasst

Personen, die aufgrund der Sonderregelung für ukrainische Flüchtlinge in Dänemark Schutz suchen, sind in der aktuellen Statistik nicht enthalten. Diese Regelung gewährleistet Ukrainerinnen und Ukrainern, die vor dem Krieg geflohen sind, die Möglichkeit, in Dänemark zu arbeiten und zur Schule zu gehen. Die Regelung gilt bis März 2026.

Zwischen 2022 und 2023 sind rund 40.000 Personen aus der Ukraine nach Dänemark eingewandert, während im selben Zeitraum etwa 11.000 von ihnen das Land wieder verlassen haben. Das belegen Daten der dänischen Statistikbehörde.