Handball

SønderjyskE steht vor einem totalen Neuaufbau

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Olivia Simonsen ist zum Saisonende an den norwegischen Erstligisten Molde verkauft worden.

Das Geld fehlt, der Gürtel muss enger geschnallt werden, und die besten Spielerinnen stehen vor dem Absprung. Nationalhandballerin Olivia Simonsen ist als erste Spielerin verkauft worden, die nächsten werden folgen.

Die Handballerinnen von SønderjyskE sind in den vergangenen beiden Jahren in die Meisterschafts-Endrunde eingezogen und haben in der laufenden Saison noch die Möglichkeit, ein Hattrick zu schaffen, doch künftig müssen mit einem stark veränderten Team andere Ziele angepeilt werden. Es steht ein totaler Neuaufbau bevor.

Blutrote Zahlen hat es in den vergangenen beiden Jahren bei SønderjyskE Kvindehåndbold gegeben. Nach einem Minus von 2,2 Millionen Kronen im Haushaltsjahr 2023/24 wurde kurz vor dem Jahreswechsel ein Defizit in Höhe von 1,3 Millionen Kronen für das Haushaltsjahr 2024/25 präsentiert. Um über die Runden zu kommen, hat SønderjyskE ein Darlehen aufnehmen müssen, und insgesamt stehen als Eigenkapital jetzt minus 3,0 Millionen Kronen zu Buche.

Budget muss reduziert werden

Der Gürtel muss noch einmal enger geschnallt werden. Nach Informationen des „Nordschleswigers“ müssen die Ausgaben für Angestellte um rund eine Million Kronen gesenkt werden, von geschätzten 6 auf 5 Millionen Kronen.

Den Neuaufbau werden viele der Leistungsträgerinnen nicht mitmachen, die Nationalspielerinnen schon gar nicht. Der erste Abgang zum Saisonende steht schon fest, die nächsten werden folgen.

Olivia Simonsen wird zum Saisonende zum norwegischen Erstligisten Molde wechseln, obwohl sie ursprünglich noch bis zum Sommer 2027 unter Vertrag stand. Die dreifache Nationalspielerin ist nach Norwegen verkauft worden. Hohe Transfersummen werden im Frauenhandball nicht gezahlt, geschätzt ist von einer hohen fünfstelligen Summe die Rede.

Sarah Paulsen steht vor einem Wechsel ins Ausland.

„Wir müssen bei uns etwas Neues aufbauen, und Olivia hat sich dafür entschieden, etwas anderes zu probieren“, sagt Peter Nielsen zum „Nordschleswiger“.

Auch Sarah Paulsen steht vor dem Absprung

Der Sportchef und Cheftrainer von SønderjyskE lobt nicht nur die spielerischen Qualitäten der Rückraumspielerin, sondern auch ihren Beitrag zur Aufbau einer starken Kultur.

„Ich bin dankbar für die vier Jahre hier. Ich bin stolz auf die Entwicklung, die wir in den vergangenen Jahren hingelegt haben, mit Endrunden- und Final-Four-Teilnahmen. Ich habe mich dazu entschieden, neue Herausforderungen und neue Erlebnisse zu suchen“, so Olivia Simonsen. 

Mit Sarah Paulsen steht eine weitere Nationalspielerin vor dem Absprung, obwohl die WM-Teilnehmerin noch bis zum Sommer 2028 unter Vertrag steht. Alles deutet auf einen Abschied zum Saisonende hin. 

Sarah Paulsen zieht es ins Ausland, und das scheint auch bei Ida-Marie Dahl der Fall zu sein. Der Abgang der siebenfachen Nationalspielerin steht schon fest.

Ida-Marie Dahl wird ihren Vertrag nicht verlängern.

„Ida-Marie hat mitgeteilt, dass sie den zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte“, bestätigt Peter Nielsen.

Anderer Gehaltsrahmen

Der Sportchef und Trainer steht vor einem Neuaufbau und muss vermutlich einen ganz neuen Kader zusammenstellen, denn neben Sarah Paulsen stehen nur noch zwei Spielerinnen für die kommende Saison unter Vertrag: Sofia Stenholt und die seit mehr als einem Jahr verletzte Filippa Nyman.

„Wir werden versuchen, unsere Spielerinnen zu halten, aber es ist klar, dass der Gehaltsrahmen ein markant anderer sein wird“, sagt Peter Nielsen.