Handball

SønderjyskE atmet nach heikler Situation wieder auf

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Peter Nielsen (r.) musste in der Sommerpause eine heikle Situation lösen.

Die Neuverpflichtung zwischen den Pfosten bekam kalte Füße und stellte den SønderjyskE-Trainer Peter Nielsen vor eine schier unlösbare Aufgabe. Eine heikle Situation, die er nicht noch einmal erleben will, aber mittlerweile blickt er wieder zuversichtlich auf die neue Saison.

Als hätte Peter Nielsen im vergangenen halben Jahr nicht genug durchmachen müssen. Der Cheftrainer und Sportchef von SønderjyskE Kvindehåndbold musste in Zeiten, wo der Klub ein existenzbedrohendes Minus hinlegte und nach dem Ausstieg der Eishockeyspieler ein neues Fundament finden musste, einen Neuaufbau des Kaders vorantreiben.

Als nach sieben Abgängen der Kader für die neue Saison komplett schien, kam ein neues Problem auf ihn zu. Mit der schwedischen Nationaltorhüterin Sofie Börjeson vom Ligarivalen Nykøbing Falster schien ein großer Fang gelungen, doch die Schwedin hatte kalte Füße bekommen und drängte auf eine Vertragsauflösung, um in ihre Heimat zurückkehren zu können.

Ungünstiger Zeitpunkt

„Das ist eine Situation, die ich nicht noch einmal erleben möchte“, sagt Peter Nielsen zum „Nordschleswiger“.

Reisende soll man nicht aufhalten, unterstreicht er, doch trotz einer Ablösesumme stellte das Heimweh der Schwedin den SønderjyskE-Sportchef vor eine große Herausforderung.

„Das war eine fast unmögliche Aufgabe, zu diesem Zeitpunkt eine Klassekeeperin aufzustöbern, wo alle schon Verträge für die kommende Saison unterschrieben haben. Wir haben versucht, cool zu bleiben und abzuwarten, was der Markt hergibt. Zum Glück bekam Julie Probleme bei ihrem norwegischen Klub und wurde von ihrem Vertrag gelöst“, sagt Peter Nielsen über Neuzugang Julie Stokkendal Poulsen, die inzwischen von Oppsal Håndball gekommen ist und gemeinsam mit Sarah Ernebjerg das Duo für die Position im Tor ausfüllt.

Ein solides Duo, aber mit Sicherheit kein Schritt nach vorn in sportlicher Hinsicht. Sofie Börjeson war immerhin schwedische Nationaltorhüterin und als klare Nummer eins vorgesehen.

Louise Ellebæk und Sarah Paulsen fallen weiter aus.

„Ich bin ruhig, was die Situation im Tor angeht. Überhaupt bin ich wieder zuversichtlich“, versichert der SønderjyskE-Trainer, der nicht nur im Tor, sondern auch auf vielen anderen Positionen umbauen muss.

Zwei verletzte Leistungsträgerinnen

Neben den Torhüterinnen Stine Broløs und Nora Persson haben auch Sara Ibranovic, Ida Lagerbon, Nicoline Olsen, Josefine Dragenberg und Torschützenkönigin Melissa Petrén den Verein verlassen. Zudem sind die Leistungsträgerinnen Sarah Paulsen und Louise Ellebæk seit Februar verletzt und stehen weiterhin nicht zur Verfügung.

„Das sind große Persönlichkeiten, die uns fehlen. Es haben uns auch große Persönlichkeiten verlassen. Überhaupt werden viele neue Spielerinnen große Rollen übernehmen müssen. Mein erster Eindruck von der neuen Mannschaft ist der, dass ich Spielerinnen voller Tatendrang und Draufgängertum erlebe. Und ich freue mich, dass wir wieder genug Leute sind, um beim Training auf zwei Tore spielen zu können – das war in der vergangenen Saison selten der Fall“, sagt Peter Nielsen.

Testspiel gegen 16-jährige Jungen

In der bisherigen Saisonvorbereitung haben die SønderjyskE-Handballerinnen sich von der HSG Blomberg-Lippe aus der Bundesliga 32:32 getrennt, aber auch gegen HC Odense mit 18 Toren Unterschied sowie gegen die männlichen Schüler der Nachschule VIES aus Vejle mit drei Toren Unterschied verloren.

„Von der Physis her passen die Jungen in diesem Alter gut zu uns. Das war ein guter Test für uns“, sagt der SønderjyskE-Trainer, der noch Testspiele gegen Horsens HK und TMS Ringsted geplant hat, bevor am 26. August das Pokalspiel gegen Søndermarkens IK in Viborg ansteht.