Handball

Erste WM-Teilnahme hat auf Sarah Paulsen großen Eindruck gemacht

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Sarah Paulsen spielt seit 2021 bei SønderjyskE.

Die SønderjyskE-Handballerin spricht von einem Erlebnis, das sie ihr Leben lang nicht vergessen wird. Die Weltmeisterschaft in den Niederlanden hat Lust auf mehr gemacht.

Sarah Paulsen musste sich im Alltag erst wieder zurechtfinden, nachdem die SønderjyskE-Handballerin vor Weihnachten mit der dänischen Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in den Niederlanden teilnahm und zum ersten Mal Endrunden-Erfahrung sammeln durfte.

„Das war ein Erlebnis, das man ein Leben lang nicht vergisst. Es war großartig, an einem großen Turnier teilnehmen zu dürfen und einfach einen Alltag mit den besten Handballspielerinnen Dänemarks zu haben. Die Enttäuschung ist weiter groß, dass wir den Einzug ins Halbfinale nicht geschafft haben, und nach der Rückkehr nach Dänemark musste ich auch erst wieder im Alltag landen“, sagt Sarah Paulsen zum „Nordschleswiger“.

Von der Außenwelt isoliert

„Ich hatte mich auf das Wiedersehen mit meinen Mannschaftskameradinnen gefreut, aber ich musste im Kopf erst umschalten. Bei einer Endrunde lebt man in einer Blase, von der Außenwelt isoliert. Der Alltag ist ganz gemütlich, aber man befindet sich in einer Schleife mit Spiel, Training und Ruhetag, die sich immer wieder wiederholt“, erzählt die 28-Jährige.

Die Erlebnisse bei der Weltmeisterschaft haben bei ihr großen Eindruck gemacht, obwohl die Ränge in den niederländischen Hallen eher spärlich besetzt waren.

„Als wir zum Warmmachen die Halle betreten haben, war es noch nichts besonderes, aber dann beim Einlaufen hat man schon die Größe der Veranstaltung gespürt. Das war schon überwältigend“, so Sarah Paulsen, die sich eine etwaige Nervosität nicht anmerken ließ.

Sarah Paulsen setzt sich im WM-Spiel gegen Kroatien durch.

Die 28-Jährige wurde für die WM nachnominiert und gehörte in den Niederlanden zu den Ergänzungsspielerinnen, nutzte aber ihre Chance, wenn sie sie bekam, und erzielte in den Spielen gegen Japan, Kroatien und Senegal insgesamt acht Tore.

„Ich bin von der Mannschaft gut aufgenommen worden. Das hat es mir leicht gemacht, das einzubringen, was von mir erwartet wurde und was ich einbringen konnte. Helle (Nationaltrainerin Helle Thomsen, d. Red.) hat mir gesagt, dass ich nichts ändern, sondern einfach aufs Tor gehen muss. Das war eigentlich recht einfach zu verstehen“, sagt die Rückraumspielerin, die nach der WM gutes Feedback von der Nationaltrainerin bekam.

Nach der ersten Endrunde Lust auf mehr

„Ich habe gefragt, was ich verbessern muss, und das ist mein Abwehrverhalten, aber ansonsten zeigte sie sich zufrieden“, so Sarah Paulsen nach ihrer ersten WM-Teilnahme.

„Das war jetzt meine erste große Endrunde. Das war eine großartige Sache, die ganz sicher Lust auf mehr gemacht hat. Wie meine Chancen stehen, kann ich nicht einschätzen. Ich bin ja erst nominiert worden, nachdem Spielerinnen wie Mie Højlund und Mette Tranborg absagen mussten. Ich wage fast nicht auf eine weitere Endrunden-Teilnahme zu hoffen, aber ich würde wirklich gerne wieder dabei sein. Ich muss einfach in der Liga so gut wie möglich spielen, und dann sehen wir weiter“, sagt die WM-Debütantin, die bislang 12 A-Länderspiele aufweisen kann.

Die 28-Jährige, die aus Hedensted stammt und in Horsens lebt, kam nach den Stationen Viborg HK (2015-17), Jeanne d'Arc Dijon (Frankreich/2017-18) und Molde HK (Norwegen/2018-21) vor knapp fünf Jahren nach Apenrade und schaffte mit SønderjyskE nicht nur den Liga-Aufstieg, sondern zuletzt auch zweimal den Einzug in die Meisterschafts-Endrunde. Ihre Nationalmannschafts-Chancen würde sie bei einer größeren Adresse steigern können.

Sarah Paulsen steht bis 2028 bei Sønderjyske unter Vertrag.

„Bislang hat es auch bei SønderjyskE gereicht, um nominiert zu werden, aber es ist ganz klar, dass die WM-Teilnahme einige Gedanken ausgelöst haben, ob ich irgendwann einmal auch etwas anderes probieren sollte, damit ich auch einmal auf europäischer Bühne spielen kann. Das ist aktuell aber kein Thema, denn ich bin gerne hier“, so Sarah Paulsen, die noch bis zum Sommer 2028 bei SønderjyskE unter Vertrag steht.

Mannschaft enger zusammengerückt

SønderjyskE lehnte vor der Saison eine Europapokal-Teilnahme ab, weil das finanzielle Risiko zu groß sei, und aktuell spielt die Mannschaft eher gegen den Abstieg als um einen Einzug ins internationale Geschäft.

„Es ist in der ersten Saisonhälfte ein wenig aus dem Ruder gelaufen, aber ich finde, dass wir uns in die Augen geschaut haben und das gegenseitige Vertrauen größer geworden ist. Ich habe das Gefühl, dass wir enger zusammengerückt sind, und hoffe, dass es in der zweiten Saisonhälfte anders aussehen wird, damit wir vielleicht noch für die Endrunde infrage kommen“, sagt Sarah Paulsen vor dem Heimspiel am Mittwoch ab 20 Uhr (live bei TV2 Sport) gegen den amtierenden dänischen Meister Odense Håndbold.