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Frischer Look, neue Struktur: Zentralbücherei steht kurz vor dem Neustart

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Claudia Knauer und Team
Büchereileiterin Claudia Knauer (links) hat gemeinsam mit ihrem Team, hier Jan Götzelmann, Ira Bogovic, Julia Petersen und Silke Amthor, getüftelt, wo am Ende was in der frisch renovierten Bücherei stehen soll.

Während die Renovierungsarbeiten fast beendet sind, dauert der Umzug der rund 60.000 Medien noch eine Weile. Er müsse gut geplant sein und sei eine logistische Herausforderung, sagt Büchereidirektorin Claudia Knauer. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich auf einige Veränderungen einstellen – denn der Umzug schuf auch Raum für neue Ideen.

„In unseren kühnsten Träumen hoffen wir, dass wir noch vor Weihnachten zwei, drei Tage öffnen können“, sagt Claudia Knauer, Direktorin der Deutschen Zentralbücherei Apenrade.

Die Bücherei musste im September wegen notwendig gewordener Renovierungsarbeiten am Dach und im Innenbereich geschlossen werden. Knauer und ihr Team richteten einen Notbetrieb im überdachten Innenhof des Haus Nordschleswig ein. Pflanzen mussten umziehen und Technik neu verlegt werden. Nun wird an der Rückkehr in die angestammten Räume gearbeitet. Bis dahin ist keine Ausleihe möglich. „Allerdings läuft der Leihverkehr weiter und die anderen Standorte sind geöffnet“, sagt Knauer.

Das Logistikteam ist jetzt gefragt

Vor ein paar Tagen hieß es auf der Facebook-Seite der Deutschen Zentralbücherei Apenrade, dass die letzten Handgriffe der Renovierung laufen – und „es richtig schön“ wird. Noch ist davon nicht viel zu sehen. Am Donnerstagmittag herrscht viel Betrieb. Es werden Bücher auf Wagen geräumt und erste Regale im Innenhof ab- und in den sanierten Räumen aufgebaut. 

„Die Logistik so eines Umzugs ist recht aufwendig“, sagt Knauer. Denn am Ende müssen alle 60.000 Bücher, CDs und DVDs auch wieder an den richtigen Stellen in den Regalen stehen. In den vergangenen Wochen wurde daher viel gerechnet, geschoben und geändert. „Es gab unterwegs Überraschungen“, so die 64-Jährige. Denn wo an einigen Wänden Regale angebracht waren, verliefen plötzlich neue Heizungsrohre. Doch nun stehen die Pläne. Die Umsetzung erfolgt in den kommenden Wochen durch einen „Arbeitstrupp“, wie Knauer sagt. 

Decke, Böden, Wände: Es werde Licht

Bücherei
Vorbei sind die Zeiten von dunklem Boden und trübem Licht: In der neuen Bücherei sorgen helle Farben für mehr Modernität.

Auf dem neuen, hellen Linoleumboden sind mit blauem Tape Markierungen angebracht, an denen künftig die Regale stehen werden. Zwischendrin steht ein Handwerker auf einer Leiter, um neue EDV-Technik zu installieren. Die neue Akustikdecke mit integrierter LED-Beleuchtung sorgt bereits für authentisches Tageslicht, das sich zu Zeiten der offenen Bücherei automatisch abdunkelt. 

Der dunkle Boden und das schwache Leuchtstoffröhrenlicht sind allerdings Geschichte – es ist eine der Neuerungen, die Nutzerinnen und Nutzern gleich auffallen dürfte. Was sonst noch anders wird, verrät Knauer nicht, denn es soll auch eine Überraschung sein. 

Im September hatte die 64-Jährige im Hinblick auf die Neugestaltung lediglich gesagt, es ist die Chance, etwas zu verbessern.

Gemeinsam mit ihrem Team hatte Knauer beispielsweise verschiedene Bodenfarben mithilfe von Künstlicher Intelligenz visualisieren lassen. Am Ende fiel die Wahl auf einen hellen, cremefarbenen Belag. Auch wurde sich gefragt, ob die Standorte der Ausleihstation oder des Empfangstresens noch die richtigen sind. 

Nutzerinnen und Nutzer müssen sich auf Veränderungen einstellen

Deutsche Bücherei Apenrade
Das Team um Büchereidirektorin Claudia Knauer hat genau überlegt, wo unter anderem künftig die Regale stehen werden.

Nur so viel: „Sehr vieles wird anders, aber wir hoffen, dass es am Ende als angenehm empfunden wird.“ 

Lesefreundinnen und -freunde müssen sich also darauf einstellen, nicht alles am gewohnten Platz wiederzufinden. So wird es unter anderem Neuerungen bei den Zeitschriften geben. Sicher ist auch, dass der Empfangstresen einen neuen Standort haben wird. 

Die Ecke für die Jugendlichen bleibt an ihrem bisherigen Platz. „Die sollen dort für sich sein und ohne, dass ihnen da jemand über die Schulter schaut“, so Knauer. 

Auch die Stahlregale ziehen erneut mit um. „Es gibt keine neuen Möbel, weil die unfassbar teuer sind.“ Die alten Regale seien zwar hässlich, aber eben auch praktisch und stabil. 

Offizielle Wiedereröffnung wird im Januar gefeiert

Claudia Knauer
Claudia Knauer im September während des Umzugs der Bücherei in die „Pyramide“ – den überdachten Innenhof des Haus Nordschleswig.

Sollte der Plan aufgehen, und die Bücherei in Apenrade noch vor Weihnachten öffnen können, werde auch zwischen den Feiertagen und Silvester Personal vor Ort sein – zusätzlich zur offenen Bücherei. „Denn normalerweise haben wir zwischen den Tagen zu“, so Knauer. Aktuelle Informationen hierzu werden auf den Social-Media-Kanälen sowie der Webseite buecherei.dk veröffentlicht.

Die offizielle Wiedereröffnung soll dann Anfang oder Mitte Januar gefeiert werden – „mit Kuchen, Keksen und dem neuen Bücherbus“, sagt die Büchereidirektorin. Dazu werde dann aber noch eingeladen.