Deutsche Minderheit

Deutsche Schule Lügumkloster: Leckere Überraschung vor den Ferien

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Oscar steht ganz vorne. Für ihn wird der nächste Hotdog sein.

Das Elternpaar Mette Pedersen und Morten Thaysen fuhr im Würstchenwagen auf dem Schulhof vor und servierte Fransk Hotdogs für alle. Weder die Kinder noch die Erwachsenen ließen sich lange bitten. Sogar für die Handwerker gab es eine Wurst im Teigmantel.

Die Kinder müssen etwas geahnt haben, da die Gardinen in ihren Klassenräumen zugezogen waren. Vielleicht, so dachten sie, kommt als Überraschung der Weihnachtsmann und besucht die Deutsche Schule Lügumkloster.

Als es zur großen Pause klingelte, öffnete das Elternpaar Mette Pedersen und Morten Thaysen ihren Würstchenwagen auf dem Schulhof und servierte bei Weihnachtsmusik Fransk Hotdogs als Überraschung für Groß und Klein.

Lob für tolle Schule

„Wir wollten einfach wertschätzen, dass wir hier in Lügumkloster eine so tolle Schule haben. Obwohl sie klein ist, wird den Kindern so unglaublich viel geboten“, lobt Mette Pedersen. Man müsse auch mal daran erinnern, einen besonderen Einsatz zu würdigen, unterstreicht die Mutter von drei Kindern, deren Schwiegervater Per Thaysen Hausmeister der Schule ist. 

Der Hausmeister kocht sonst jeden zweiten Donnerstag warmes Essen für die Schülerinnen und Schüler. An diesem Donnerstag vor den Weihnachtsferien bleibt die Schulküche kalt. Die Beköstigung übernehmen an diesem Tag sein Sohn Morten und seine Schwiegertochter. 

Arbeiten im Team privat und im Würstchenwagen: Mette Pedersen und Morten Thaysen

„Wir haben gehört, dass die Großen nach dem Schwimmen immer gerne einen Fransk Hotdog essen würden. Das gab die Küchenkasse aber nicht her. Daher fiel uns diese Möglichkeit ein. Ich befinde mich im Mutterschaftsurlaub und bin arbeitstechnisch flexibel. Morten bummelt ein paar Stunden ab und arbeitet dann von zu Hause“, erzählt Mette Pedersen. Währenddessen brät Morten Würstchen am laufenden Band. Auch für Veganerinnen und Veganer ist gesorgt.

140 Würste hat das Paar mitgenommen. Das müsste ungefähr für zwei Hotdogs pro Schnauze reichen. „Aber die Lütten können bestimmt nicht mehr als einen essen, und einige der größeren Kinder schaffen vielleicht sogar drei Stück. Wir müssen sehen, wie lange der Vorrat reicht“, lacht das Paar.

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Mette Pedersen und Morten Thaysen sind keine Anfänger. Sie hat früher in einen Schnellimbiss in Scherrebek (Skærbæk) gearbeitet. Ihr Lebensgefährte hilft dem „Profi“ René Jørgensen wochenends beim Würstchenverkauf auf dem Tonderner Markt. Von ihm haben sie auch den Würstchenwagen geliehen, erzählen die beiden, die sich auch ehrenamtlich in den Institutionen ihrer Kinder engagieren. 

Ich bin als Nächste an der Reihe. Einige Kinder stellten sich gleich mehrmals an.

Morten ist Vorsitzender der deutschen Kindertagesstätten und Klubs in der Kommune Tondern (DKCT), Mette ist Mitglied des Schulvorstandes.

Kein Foto beim Essen

Königin Margrethe darf man beim Essen nicht fotografieren. Dieses Recht nehmen sich auch die Kinder der Deutschen Schule Lügumkloster heraus. Die Kinder wollten sich während des Essens nicht fotografieren lassen. Zu einer Nahaufnahme beim Biss in den Hotdog lässt sich nur Lehrer Thorben Borck überreden. Auf einen zweiten wolle er dennoch verzichten, da Tage mit viel Essen noch bevorstünden.

Der Vorrat reichte. Auch den beiden Handwerkern, die an diesem Tag in der Schule Fenster im Dach erneuern, konnte ein Hotdog angeboten werden. Dafür sorgte Schulleiterin Connie Meyhoff Thaysen.

Auch für die Lehrerinnen und Lehrer gab es einen Hotdog. Da sagt Thorben Borck nicht nein.