Todesfall

Andreas Åbling Petersen ist verstorben

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Andreas Åbling Petersen lebte allein auf seinem Hof (Archivfoto).

Ein gesellschaftskritischer Mitbürger der Kommune Tondern ist im Alter von 86 Jahren entschlafen. Der Häusler hat sein Leben lang seine Meinung vertreten und riskierte einiges. Über seine Proteste gegen die Gesellschaft schrieb er mehrere Bücher.

Der Häusler Andreas Åbling Petersen, Ellum, hat sich in seinem langen Leben nie davon abschrecken lassen, seine Meinung deutlich zu sagen, und nahm dabei auch drastische Schritte in Gebrauch. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren nach zunehmender Schwäche gestorben.

So setzte er sich 1985 auf die Bahngleise, als der Bahnübergang in Åspe geschlossen werden musste. Der Protestler wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen und abgeführt. Später schrieb er ein Buch über diese Vorgänge und warf den öffentlichen Instanzen Machtmissbrauch vor.

Seine Aufmüpfigkeit brachte ihm auch eine Polizeianzeige ein, als er sich in Leserbriefen für den Abschuss von Wölfen starkmachte und vor Gericht landete. Als eingefleischter EU-Gegner geriet er in die Schlagzeilen und erklärte seinen Häuslerhof in Ellum zur EU-freien Zone. Dort versammelten sich Gleichgesinnte in seiner Scheune, die er zu einem Treffpunkt ausgebaut hatte. 

Sommertreffen auf Åblings Anwesen

Er hatte eine ganz besondere Art, Menschen aus Europa zusammenzubringen. Dies geschah bei den jährlichen Sommerfesten auf seinem Anwesen, als er Bildhauerinnen und -hauer aus dem Ausland zu einem Holzsymposium einlud. Besonders Künstlerinnen und Künstler aus den baltischen Ländern, die er vielfach bereist hatte, nahmen die Einladung an. Doch auch Menschen von außerhalb wurden zu dieser internationalen Zusammenkunft eingeladen.

Andreas Åbling Petersen, der in unzähligen Leserbriefen seine Meinung kundtat, wurde von einigen als Nörgler, Kauz und Einsiedler bezeichnet, denn er lebte allein auf seiner Häuslerstelle Stadebjerggård. Andere schätzten den Verstorbenen für seine menschlichen Qualitäten. Daher haben sich mehrere Menschen um sein Wohlergehen bemüht, besuchten ihn regelmäßig, spielten Skat oder brachten ihm Essen.

Er wuchs als Bauerssohn auf. Eigentlich hätte er den Familienhof weiterführen sollen. Aufgrund eines Rückenleidens musste er diesen Plan aufgeben. Daher ließ er sich am grundtvigianischen Seminar Den Frie Lærerskole in Ollerup auf Fünen zum Lehrer ausbilden und unterrichtete, bis ihn sein Interesse für die Landwirtschaft einholte. Er zog zurück nach Nordschleswig und kaufte den Hof bei Ellum.

Der Verstorbene hinterlässt die Tochter Mia in Kopenhagen.