Gesellschaft

„Kriegsopferfriedhof in Oksbøl erstrahlt in neuem Glanz“

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Pavillon
Eine neue Ausstellung wurde in dem eigens auf dem Friedhof errichteten Pavillon eingerichtet.

In seinem Leserbeitrag berichtet Eggert Mumberg über die Baumaßnahmen auf dem Friedhof des ehemaligen Lagers Oksbøl. Das Gelände wurde aufgewertet, und ein Pavillon mit Ausstellung eröffnet, der künftig vom Museum „Flugt“ betreut wird.

Nachdem das ehemalige Krankenhaus des Flüchtlingslagers Oksbøl sich zu einem Touristenmagneten, dem Museum „Flugt“, gewandelt hat, hinkte der Friedhof des ehemaligen Lagers hinterher. Bei Führungen im Museum wird der Friedhof erwähnt und auch besucht, aber er versteckt sich hinter hohen Hecken und Rhododendronbüschen.

Die Naturschutzbehörde hatte zwar anlässlich der Einweihung des Museums „Flugt“ eine Bresche in die Hecke des Friedhofes geschlagen und diesen Zugang vom Museum aus als „Königinnenpforte“ bezeichnet. Dieses Loch in der Hecke sollte es der dänischen Königin während der Eröffnung ermöglichen, einen Blick auf die Grabkreuze des Friedhofes zu werfen; doch sonst war dort nicht viel geschehen.

Am Dienstag, 30. September, sah das dann anders aus. Eine Gruppe Menschen wanderte mit Papieren und Plänen in den Händen über den Friedhof. Die Übergabe der abgeschlossenen Baumaßnahmen an den Bauherren, den „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“, fand statt.

Die Architekten der Firma „Querfeldein“ aus Dresden, der Bauunternehmer „Nem Byg“ aus Esbjerg und der Vertreter des Baureferates vom VDK, Jens Marpe, fanden noch eine Reihe kleiner Nachbesserungen, die notiert wurden. Im Bauwagen wurden die abschließenden Unterschriften geleistet, ehe man ein „Frokost“ im Restaurant des „Flugt“-Museums einnahm.

Auf dem südlichen Gräberfeld des Friedhofes hat man einen Fußweg aus Eisenrosten angelegt, mit Ruheinseln und Bänken bis zum Hochkreuz in der Mitte. Am Ende des Gräberfeldes wurde einen Pavillon aus Glas und Eisen um das alte Toilettengebäude herum gebaut. Zwei neue Toiletten und eine große Ausstellung über Oksbøl und den VDK beherbergt dieser Um- und Neubau. Der Pavillon wird in Zukunft vom Museum aus betreut.

Oksböl
Pfade aus Eisengittern ermöglichen Besuchenden einen guten Zugang zum Friedhof.

Da die eisernen Stege nur die eine Hälfte des Gräberfeldes bedienen, wirken sie als ein Teil der Museumspräsentation und man kann trockenen Fußes diesen Teil des Gräberfeldes besehen und begehen.

Die Ausstellung im Pavillon.
Die Ausstellung im Pavillon.

Unschlüssig ist die Gestaltung der „Königinnenpforte“. Vom Bordstein der Moltkesalle bis zur Grenze des Friedhofes hat die Naturschutzbehörde das Sagen – und man ist sich wohl über die Gestaltung dieses acht Meter langen Wegstückes nicht einig geworden, sodass das Aussehen dieses Abschnitts amateurhaft wirkt.

Einer der Grabsteine auf dem Gräberfeld.
Einer der Grabsteine auf dem Gräberfeld.

Die formelle Einweihung findet im Frühjahr 2026 statt – leider ein Jahr nach dem 80. Jahrestag des Kriegsendes.

Hinweis

Dies ist ein Leserinnen- oder Leserbeitrag. Er gibt nicht notwendigerweise die Ansicht der Redaktion wieder. „Der Nordschleswiger“ übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit.