Kultur

Gigant aus Holz: Lügumkloster bekommt einen Troll

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Jeder Troll ist ein Unikat. Inzwischen gibt es Dambo-Trolle in aller Welt. Wie der Troll in Lügumkloster aussehen wird, ist noch geheim.

Ein sechs Meter hoher Troll aus Abfallholz soll im Sparkassenwald entstehen – gestaltet vom weltbekannten Künstler Thomas Dambo. Die Planungen laufen, Helferinnen und Helfer werden noch gesucht.

Im Sparkassenwald von Lügumkloster soll im kommenden Jahr ein ganz besonderer Waldbewohner sein neues Zuhause finden – und das im wahrsten Sinne des Wortes in XXL: Ein riesiger Troll aus Abfallholz, geschaffen von keinem Geringeren als dem international bekannten dänischen Künstler Thomas Dambo.

„Er hat zugesagt – Dambo kommt im nächsten Jahr“, bestätigt Leif Hansen, Vorsitzender des Lokalrates Lügumkloster. Den genauen Standort und den Termin wolle oder könne er noch nicht nennen – denn bei den Trollen Dambos gehört das Versteckspiel zur Kunst dazu. Ihre genauen Standorte werden nicht verraten – als Teil eines landesweiten Suchspiels. „Selbst ich kenne auch nur den ungefähren Standort“, unterstreicht der Vorsitzende mit einem Schmunzeln.

Wer sich auf die Jagd nach den Trolls machen will, kann sich auf der offiziellen Trollkarte – zu finden über die Homepage des Künstlers – orientieren. Dort sind auch nur die ungefähren Wohnorte der Trolls angegeben, finden muss man sie vor Ort dann selbst. Man möchte meinen, dass es ein Leichtes sein müsse, eine so gigantische Skulptur zu finden. „Im Wald ist das gar nicht so einfach. Das sollte man nicht unterschätzen“, so Leif Hansen. 

Hölzung mit Geschichte

Der sogenannte Sparkassenwald – auf Dänisch „Sparekasseskoven“ – ist genau genommen gar kein richtiger Wald, sondern eine angepflanzte Hölzung westlich von Lügumkloster am Åvedvej, die vor über 100 Jahren von der damaligen Sparkasse des Ortes als grüne Oase angelegt wurde. Seitdem hat sich das Areal zu einem beliebten Naherholungsziel für die Einwohnerinnen und Einwohner entwickelt.

Inzwischen liegt die Besitzurkunde für das Gelände bei der Sparkasse in Bredebro, die laut Hansen dem Vorhaben des Lokalrates grünes Licht gegeben hat.

Møllekro-Holz nicht verwendbar

Leif Hansen engagiert sich in seinem Wohnort auf mehreren Ebenen ehrenamtlich und steht unter anderem an der Spitze des Lokalrats. Darüber hinaus ist er Stadtratsabgeordneter für die Schleswigsche Partei in der Kommune Tondern und tritt auch in diesem Jahr wieder für die SP an.

Wer sich nun fragt, ob der Troll vielleicht sogar aus dem Holz des bald abgerissenen Møllekro entstehen könnte – für den hat Hansen eine klare Antwort: „Nein, leider nicht. Der Gedanke wäre ansonsten sehr schön gewesen, wenn ein altes Stück Stadtgeschichte dort ein zweites Leben erhält. Aber: Das Holz ist zu nichts mehr zu gebrauchen.“ Der Lokalrat hatte die zunehmend verfallende Gaststätte vor einiger Zeit übernommen, um den Schandfleck zu entfernen. Der Abriss läuft.

Kunst aus Abfall – mit Signalwirkung

Dambos Trolle sind nicht nur Publikumsmagneten, sondern auch Botschafter für Nachhaltigkeit. Die monumentalen Holzfiguren entstehen aus recyceltem Material – etwa altem oder übrig gebliebenem Bauholz oder Paletten. Der Gedanke, dass aus Weggeworfenem etwas Schönes entstehen kann, das den Menschen Freude bereitet, sagte dem Lokalrat zu. Der Troll für Lügumkloster soll rund sechs bis sieben Meter hoch werden.

Das Budget steht – helfende Hände gesucht

Ein Projekt dieser Größenordnung ist nicht ganz billig: Die Skulpturen Dambos kosten je nach Umfang bis zu 2 Millionen Kronen. Für das Lügumkloster-Projekt sind eine Million Kronen veranschlagt  – „die Finanzierung steht“, sagt Hansen.

Für den Bau des Trolls sucht der Lokalrat bereits jetzt Freiwillige: Ein Team aus zehn Helferinnen und Helfern soll den Künstler während der rund zweiwöchigen Aufbauzeit unterstützen. Wer mit anpacken möchte, kann sich beim Lokalrat melden.

Ein Besuchermagnet für die ganze Region?

Die Hoffnung ist, dass der Troll nicht nur den Menschen in Lügumkloster Freude bereitet, sondern auch Gäste aus der gesamten Kommune Tondern – und darüber hinaus – anzieht. Mørke in der Kommune Syddjurs gilt als positives Beispiel: Dort zog der Troll „Ben Chiller“ Besuchende von nah und fern an – und das seit nunmehr fast zehn Jahren. Die hölzerne Figur war ursprünglich für das Musikfestival Northside in Aarhus gebaut worden und wurde später vom rund 26 Kilometer entfernten Ort übernommen. Inzwischen ist die Skulptur so beliebt, dass Mørke bereits einen Ersatz-Troll plant, da an dem „alten Ben“ der Zahn der Zeit genagt hat. 

„Wir hoffen, dass unser Troll ähnlich erfolgreich wird“, sagt Hansen.