Kommunalpolitik

Daumen hoch: Tondern schließt Freundschaft mit ukrainischer Stadt

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Bei einem Online-Meeting wurde die Partnerstadtsabsprache unterzeichnet. Horodoks Bürgermeister Remenyak hält das Beweisstück in die Kamera, während sein Amtskollege Popp Petersen (r.) in Tondern seinen Namen unter das Papier setzt. Für den erhobenen Daumen von Kommunaldirektor Lars Møldrup (2. v. l.) waren die Dienste von Dolmetscherin Svitlana Maistruk (l.) nicht erforderlich.

Das digitale Treffen zur Unterzeichnung der offiziellen Städtepartnerschaft zwischen Tondern und Horodok war geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und dem Wunsch, ein dauerhaftes Band zwischen Verwaltungen sowie Bürgerinnen und Bürgern zu knüpfen.

Mit digitalem Handschlag und sichtbarer Freude über Landesgrenzen hinweg haben die Kommunen Tondern und Horodok (Ukraine) ihre neue Städtepartnerschaft offiziell besiegelt. Die Vereinbarung wurde bei einem Online-Treffen unterzeichnet – begleitet von Applaus, erhobenen Daumen und bewegenden Worten beider Seiten.

Für die Kommune Tondern unterzeichneten Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) und Kommunaldirektor Lars Møldrup die Vereinbarung, unterstützt von Dolmetscherin Svitlana Maistruk. Die ukrainische Stadt Horodok wurde von Bürgermeister Volodymyr Remenyak und zwei weiteren Vertretern der Stadtverwaltung repräsentiert.

Ein Zeichen der Solidarität

Bürgermeister Volodymyr Remenyak fand emotionale Worte: „Danke für eure Hilfe – gerade auch in schweren Zeiten. Wir stehen aktuell vor großen Herausforderungen, doch wir fühlen uns nicht allein. Unser Wunsch ist, dass wir ein echtes, gegenseitiges Freundschaftsverhältnis aufbauen. Auch wenn uns viele Kilometer trennen, fühlen wir uns euch sehr nah.“

Auch Tonderns Bürgermeister betonte die Bedeutung der neuen Verbindung: „Unsere Vereinbarung ist mehr als nur ein Stück Papier. Sie ist ein Signal der Hoffnung, des Miteinanders und der Zusammenarbeit. Wir strecken euch die Hand entgegen – für eine gemeinsame Zukunft, die unsere Bürgerinnen und Bürger spürbar verbindet.“

Kommunaldirektor Lars Møldrup hob hervor, dass bereits auf Verwaltungsebene ein vertrauensvoller Kontakt besteht: „Jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Die Partnerschaft soll auch für Bürgerinnen und Bürger, für Vereine und Unternehmen mit Leben gefüllt werden. Wenn viele Beteiligte eingebunden sind, entsteht eine starke Verbindung, die Raum für neue Möglichkeiten bietet.“

Konkrete Schritte ab 2026

Die Partnerschaft soll nicht auf symbolischer Ebene stehenbleiben. Für 2026 und die Folgejahre ist ein konkreter Aktionsplan vorgesehen – unter Beteiligung von Wirtschaft, Kultur und Ehrenamt. Erste Gespräche mit lokalen Unternehmen über mögliche Kooperationen und gegenseitige Besuche sind bereits angedacht.

Auch das kulturelle und zivilgesellschaftliche Leben soll Teil der Partnerschaft werden. Ziel ist es, langfristig ein stabiles Netzwerk zwischen beiden Kommunen aufzubauen.

Hintergrund

In Tondern leben derzeit rund 650 Menschen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft. Horodok liegt im Westen der Ukraine und zählt etwa 39.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Die lokale Wirtschaft ist geprägt vom landwirtschaftlichen Sektor und kleineren Produktionsbetrieben.

Die Partnerschaft umfasst eine Vielzahl von Themenfeldern, darunter Bürgerbeteiligung, wirtschaftliche Entwicklung, Bildung, Minderheitenfragen, Kultur, Gesundheit, Sport, Jugendpolitik, grüne Transformation und Unterstützung für Veteranen.