Gesundheit

Weniger Wartezeit: Süddänemark liegt vorn bei Krebsbehandlung

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Die dänische Krebshilfe „Kræftens Bekæmpelse“ hat mehrfach betont, dass das Ziel der Regionen darin besteht, die Behandlungsfristen in 90 Prozent der Fälle einzuhalten. Obwohl die Region Süddänemark eine deutliche Verbesserung meldet, bleibt sie weiterhin unter dem angestrebten Wert (Archivbild).

Wer in Süddänemark an Krebs erkrankt, kommt inzwischen schneller in Behandlung – jedenfalls häufiger als im Landesdurchschnitt. Neue Zahlen für das vierte Quartal 2024 zeigen eine verbesserte Zielerreichung bei der Diagnose und dem Therapiebeginn. Das eigentliche Ziel, die Fristen in 90 Prozent der Fälle einzuhalten, wurde jedoch auch in Süddänemark verfehlt.

Die Region Süddänemark hat aktuelle Zahlen zur Einhaltung der Behandlungsfristen in der Krebsversorgung veröffentlicht. Demnach lag die sogenannte „målopfyldelse“ – also der Anteil der Behandlungsverläufe, die im vorgesehenen Zeitraum vom Beginn der Diagnostik bis zur Erstbehandlung abgeschlossen wurden – im vierten Quartal 2024 bei 83 Prozent. Das liegt über dem landesweiten Schnitt von 79 Prozent.

Die Zahlen stammen aus einer Pressemitteilung der Region. Darin wird betont, dass sich die Situation gegenüber vorherigen Quartalen verbessert habe, nachdem es in den Jahren zuvor immer wieder zu längeren Wartezeiten gekommen war.

So wurde noch 2022 jede vierte Krebspatientin beziehungsweise jeder vierte Krebspatient in Nordschleswig, Südjütland und auf Fünen nicht rechtzeitig behandelt.

Gesetzliche Fristen in den meisten Fällen eingehalten

Bei der Einhaltung der gesetzlich festgelegten Maximalwartezeiten (die Frist für die Diagnostik, die Erstbehandlung und die anschließende Weiterbehandlung) sieht sich die Region inzwischen gut aufgestellt. Laut Mitteilung wurden 95 Prozent von über 15.000 behandelten Fällen innerhalb dieser Fristen abgeschlossen.

In rund 5 Prozent der Fälle kam es zu Überschreitungen. In sechs Fällen (0,04 Prozent) waren laut Region menschliche Fehler Ursache für Fristverstöße. Die betroffenen Patientinnen und Patienten seien informiert worden und hätten Hilfestellung beim Einlegen von Beschwerden erhalten.

Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Mette With Hagensen (Soz.), äußert sich in der Mitteilung zufrieden mit der Entwicklung und verweist auf die Anstrengungen des Krankenhauspersonals.

„Krebs trifft Patientinnen, Patienten und Angehörige hart. Ich möchte den Mitarbeitenden in den Krankenhäusern danken, die mit großem Einsatz an der Verbesserung in diesem Bereich gearbeitet haben.”

Neue Systeme zur Erfassung und Kontrolle

Laut Region wurde im Zuge des landesweiten Aktionsplans „Genopretning af kræftområdet“, den das dänische Innen- und Gesundheitsministerium im März 2023 gestartet hatte, ein neues System zur Registrierung von Wartezeiten eingeführt. Dieses soll dazu beitragen, die Überwachung der Behandlungszeiten zu verbessern. Die Region Süddanmark betont, bereits vor der Kritik mit Verbesserungen begonnen zu haben.

Süddänemark stärkt Krebsbehandlung mit Millioneninvestition

Ergänzend verweist die Region auf Investitionen in Höhe von 23,6 Millionen Kronen, die unter anderem in neue medizinische Geräte und den Ausbau von Behandlungskapazitäten für Brust- und Prostatakrebs fließen sollen. Auch die Weiterbildung von Fachpersonal im Bereich der Brustchirurgie werde gefördert.

Trotz Fortschritts: Zielmarke noch nicht erreicht

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung bleibt Luft nach oben: Die dänische Krebshilfe „Kræftens Bekæmpelse” erinnert daran, dass sich die Regionen eigentlich vorgenommen haben, die Behandlungsfristenvom Start der Diagnostik bis zum Beginn der Erstbehandlung in 90 Prozent der Fälle einzuhalten. Auch Süddänemark bleibt mit einer Quote von 83 Prozent im vierten Quartal unter diesem Zielwert.