Vollstreckungsaktionen

Polizei holt Menschen mit Schulden zu Hause oder auf der Arbeit ab

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Wer einen Haufen Schulden hat und sich nicht darum kümmert, sie zu bezahlen, muss mit dem Besuch der Polizei rechnen.

Wer seine Schulden nicht bezahlt und den Termin beim Vollstreckungsgericht nicht wahrnimmt, wird mit Polizeipatrouille vor Gericht gebracht. Das teilt die Polizei für Südjütland und Nordschleswig mit.

Selbst die nicht gezahlte Telefonrechnung kann Folgen haben: Nimmt man einen Termin beim Vollstreckungsgericht nicht wahr, steht möglicherweise bald die Polizei im Büro oder vor der Haustür. In den kommenden Wochen stehen Schuldnerinnen und Schuldner in den Kommunen Sonderburg (Sønderborg) und Hadersleben (Haderslev) im Fokus der Polizei für Südjütland und Nordschleswig. Das schreibt die Polizei in einer öffentlichen Mitteilung.

Die Ansage aus der Polizeidienststelle in Sonderburg: Erscheinen Verschuldete nicht zum Termin vor Gericht, müssen sie damit rechnen, dass die Polizei vor der Tür steht. Sie werden entweder zu Hause oder an ihrem Arbeitsplatz abgeholt.

Polizei würde ihre Zeit gerne anders nutzen

Dazu sagt die Polizei: „Sorge also dafür, den Kredit zu begleichen oder mit dem Vollstreckungsgericht eine Absprache zu treffen. Dann müssen die Polizisten euch nicht zu Hause oder an eurem Arbeitsplatz abholen. Die Polizei will, statt Schuldner festzunehmen, gerne ihre Zeit für andere Dinge nutzen“, unterstreicht Polizeikommissar Christian Lehmann.

Die Spanne der Schulden kann variieren

Menschen mit Schulden, die Post vom Gericht bekommen haben, sollten den Kontakt suchen und nicht darauf warten, dass die Polizei vorbeikommt.

Christian Lehmann

Auf Nachfrage nennt Christian Lehmann, Polizeiinspektor in Sonderburg, aktuelle Zahlen für die Kommunen Tondern (Tønder), Sonderburg und Apenrade (Aabenraa): Dort sind insgesamt 170 Verfahren am Vollstreckungsgericht („Fogedret“) anhängig. In knapp 40 Fällen haben die Schuldnerinnen und Schuldner das Gericht kontaktiert.

Die Warnhinweise der Polizei, dass man säumige Zahlerinnen und Zahler aufsuchen wird und diese auch in sozialen Medien veröffentlicht werden, zeigen Lehmann zufolge Wirkung. „Dass die Polizei vor Ort im Leben der Menschen in Erscheinung tritt, bringt einen Effekt mit sich.“

Dabei ist die Spanne der Schulden groß. Es kann um größere Beträge wie 200.000 Kronen gehen oder um kleinere, weil Telefonrechnungen nicht bezahlt wurden.

Seine Aufforderung lautet daher: „Menschen mit Schulden, die Post vom Gericht bekommen haben, sollten den Kontakt suchen und nicht darauf warten, dass die Polizei vorbeikommt.“

Das Vollstreckungsgericht in Sonderburg ist unter der Nummer 9968 3850 zu erreichen. Für Hadersleben lautet die Nummer 7342 4121.