Europa

Medium: Mette Frederiksen einflussreicher als Friedrich Merz

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Mette Frederiksen im Gespräch mit Friedrich Merz beim EU-Gipfel in Kopenhagen im Oktober

Das internationale Magazin „Politico“ kürt die dänische Staatsministerin zur zweit einflussreichsten Person in Europa – nach Donald Trump. Er ist bekanntlich nicht Europäer, hat aber nach Einschätzung des Mediums den größten Einfluss auf dem Kontinent.

„Wir leben alle in Mette Frederiksens Europa. Wir wissen es nur noch nicht.“ 

Mit diesen Worten ernennt das internationale Medium „Politico“ die sozialdemokratische Regierungschefin des Königsreichs zur zweit einflussreichsten Person in Europa. 

„Politico“ erstellt jährlich zum Jahresende die Liste. Und 2025 liegt nur der US-Präsident Donald Trump vor Frederiksen.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) landet auf dem dritten Platz. Ihm bescheinigt das Medium er würde Deutschlands „Nach-Kriegs-Tabus“ brechen. Gleich hinter dem Kanzler folgt die französische Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen auf dem vierten Platz. 

Frederiksens Migrationspolitik setzt sich international durch

„Politico“ betont vor allem Frederiksens eigene Form der Sozialdemokratie, die sie nach der Übernahme des Parteivorsitzes vor zehn Jahren durchgesetzt hat. Sie verbinde linke Wohlfahrtspolitik mit rechter Migrations- und Verteidigungspolitik. Diese Linie fände international immer größeren Anklang. 

„Beim Thema Migration, bei dem Kritiker ihre Vorgehensweise einst als unmenschlich verurteilten, hat sie sich als besonders einflussreich erwiesen“, schreibt das Medium in seiner Begründung. 

Mette Frederiksen hat die Idee von Aufnahme- und Rückführungszentren außerhalb Europas auf die große politische Bühne gebracht. Die EU hat am Montag vereinbart, mit dem Konzept weiterzuarbeiten. Die Rolle der Staatsministerin in dieser Angelegenheit hat laut „Politico“ Großbritannien und Italien inspiriert.

Ukraine und Grönland

Gleichzeitig wird auch Mette Frederiksens Rolle als sicherheitspolitischer Hardlinierin hervorgehoben. Hier verweist das Medium darauf, dass Mette Frederiksen Dänemark zu einem der größten Unterstützer der Ukraine gemacht hat. Gleichzeitig dränge sie die EU dazu, schneller aufzurüsten.

Der Konflikt um Grönland hat Mette Frederiksen ebenfalls auf die große internationale Bühne gebracht. „Politico“ meint, dass ihr Umgang mit Donald Trumps Versuch, Anspruch auf Grönland zu erheben, ihr eine Glaubwürdigkeit im Kampf für europäische Unabhängigkeit verschafft habe, die anderen Führungspersönlichkeiten wie dem französischen Präsidenten Macron fehlen würden.

Sinkende Popularität im eigenen Land

Die Einstufung Mette Frederiksens am Dienstag als eine der einflussreichsten Personen Europas erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sie mit mangelnder Unterstützung im eigenen Land zu kämpfen hat.

Am Montag veröffentlichte Voxmeter eine Umfrage, die die geringste Unterstützung für die Sozialdemokratie seit 2013 zeigte.

Laut der Umfrage würden nur 18 Prozent der Wählerinnen und Wähler sich für Mette Frederiksens Partei entscheiden, wenn morgen Wahlen wären.

„Politico“ vermerkt zudem das schlechte Kommunalwahlergebnis der Partei im November und schreibt darüber hinaus, dass Mette Frederiksen mitunter dafür kritisiert werde, „machtgierig“ zu sein.

Die zehn einflussreichsten Personen in Europa laut „Politico“

1. Donald Trump, Präsident in den USA

2. Mette Frederiksen (Soz.), Staatsministerin in Dänemark

3. Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler in Deutschland

4. Marine Le Pen, Oppositionspolitikerin in Frankreich

5. Wladimir Putin, Präsident in Russland

6. Nigel Farage, Oppositionspolitiker in Großbritannien

7. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Union

8. Mark Rutte, Nato-Generalsekretär

9. Giorgia Meloni, Premierministerin in Italien

10. Keir Starmer, Premierminister in Großbritannien