Erneuerbare Energien

Zwischen Klimazielen und Kritik: Solarparks in Hadersleben

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Die Regierung wünscht einen massiven Ausbau der Energieerzeugung mittels Solarzellen.

Dänemark will mehr grüne Energie, doch nicht nur in Nordschleswig sorgt der Ausbau für Spannungen. Solarparks in Hadersleben zeigen, wie schwierig die Balance zwischen Fortschritt und Akzeptanz ist.

Dass immer mehr Solarparks Teil der Landschaft werden, hat einen Grund: Die dänische Regierung will die Produktion von elektrischer Energie aus Solarzellen im Vergleich zu 2022 auf 20 Gigawatt verzehnfachen. Doch der Ausbau löst nicht nur Jubel aus und trifft auf Widerstand – auch in der Kommune Hadersleben. Die Kommune strebt an, Solarenergie auf mindestens 250 Hektar zu produzieren.

Dabei kann die Regierung die Kommunen nicht zwingen, Solarparks anzulegen, wie Brian Vad Mathiesen, Professor für Energieplanung an der Universität Aalborg, dem Sender „TV2“ im vergangenen Herbst sagte. Es sei nicht so, dass auf Christiansborg oder in den Ministerien jemand sitze und sage, „nun müsst ihr dies und das tun“, so der Energieexperte zum Sender.

Der Kritik an den Solarparks auf dem Lande will die Regierung damit begegnen, dass Nachbarn der Anlagen eine größere Entschädigung erhalten, vermeldete die Zeitung „Jyllands-Posten“ vor Kurzem. Viel zu spät angesichts der heftigen Kritik, bemängelt Steffen Damsgaard, Vorsitzender von Landdistrikternes Fællesråd, das Entgegenkommen der Regierung in genannter Zeitung.

Das Unternehmen „1Komma5“, ein nach eigener Aussage in Europa tätiges Unternehmen für erneuerbare Energien, versendete im Juli dieses Jahres die Nachricht, dass aufgrund von Zahlen, die das Unternehmen von der dänischen Energiebehörde erhalten hatte, das Ziel von 20 Gigawatt im Jahr 2030 wohl verfehlt werde. Was die nordschleswigschen Kommunen angeht, liegt nach dem Ranking des Unternehmens die Kommune Hadersleben auf Platz 57, hinter den drei anderen Kommunen Nordschleswigs.

Blick nach Hadersleben

Gleich drei geplante Solarparks waren in einer der vergangenen Sitzungen des Ausschusses für Technik und Klima der Kommune Hadersleben Thema: Kastvrå, Skrydstrup und Strandelhjørn. Der Stand der Dinge: Das Projekt in Kastvrå (33 Hektar) wurde laut dem Ausschussvorsitzenden Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei) weitergeleitet in die Bürgeranhörung. Der Zeitung „JydskeVestkysten“ zufolge ist der Widerstand gegen einen dortigen Solarpark erheblich.

Das große Projekt Skrydstrup wurde beschlossen, wobei die Streitkräfte aufgrund von Sicherheitsbedenken ihr Veto eingelegt haben gegen eine mitgeplante Anlage, die Strom in Energieträger wie etwa Wasserstoff verwandeln sollte. Wie die Zeitung „JydskeVestkysten“ berichtete, ist das Areal 778 Hektar groß, die Fläche für Solarzellen und Anlagen 607 Hektar. 1 Hektar entspricht ungefähr einem großen Fußballfeld.

Beim geplanten Solarpark Strandelhjørn (103 Hektar) an der Grenze zur Kommune Tondern (Tønder) wäre es der Wunsch von Leth Schmidt gewesen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dieser Wunsch wird so aber nicht in Erfüllung gehen. Er schildert die Ausgangssituation: „Grøn Trepart legt uns auf, weniger Nährstoffe und weniger CO₂ zu emittieren. Und es ist politisch gewünscht, viel regenerativen Strom zu produzieren, Hadersleben muss da liefern. Wir müssen so viele Maßnahmen durchführen, da sollten sich Effekte gern überlappen.“ So wäre es in seinen Augen sinnvoll gewesen, im Niederungsgebiet gleichzeitig eine Vermoorung durchzuführen und Strom zu produzieren – mit einem ungenutzten Streifen am Bach für Begrünung. Rechtlich sei dies aber nicht möglich. Die Solarpanels müssen außerhalb der Vernässungsfläche aufgestellt werden.

DF und Dänemarkdemokraten gegen Ausbau

Leth Schmidt ärgert sich darüber und will das Problem beim nächsten lokalen Grøn-Trepart-Treffen, auf dem über Hindernisse gesprochen werden soll, ansprechen.

Der großflächige Ausbau der Solarparks, der laut dem Sender „TV2“ vor allem auf der Halbinsel Jütland stattfindet, wird nicht von allen Parteien gutgeheißen. Die Dänemarkdemokraten sprechen sich lokal und überregional gegen einen großflächigen Ausbau aus. Auch Josefine Alstrup und Jon Krongaard, beide Dänische Volkspartei, sind gegen einen Solarpark in Kastvrå, respektive in der Kommune Hadersleben.