Stadtarchitektur

Helgolandsgade: Ein Stück deutsche Geschichte in Sonderburg

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Die Helgolandsgade galt als dunkle Straße, da die Häuser Richtung Süden den Sonnenschein abhielten.

Eine Geschichte von deutscher Migration, handwerklicher Tradition und familiärem Zusammenhalt erzählt die Helgolandsgade in Sonderburg. Haus Nummer 37 steht als sichtbares Beispiel für diese kulturelle Verbindung zwischen deutscher Baugeschichte und zeitgemäßem Wohnen.

Mitten in Sonderburg versteckt sich in der Nähe des Stadthafens ein Zeitzeuge deutscher Architektur: das Haus Helgolandsgade 37. Einst als „Prinz Adalbert Strasse“ für deutsche Beamte, Handwerker und Geschäftsleute gebaut, strahlt der Verbindungsweg hinab zum Alsensund noch heute den Charme deutscher Kultur aus der Jahrhundertwende aus.

Ein Charme, der in der Entstehungszeit der Straße nicht bei allen ankam: Die Helgolandsgade galt einst als „hässlichste Straße Sonderburgs“. Die hohen Häuser warfen hohe Schatten und verdunkelten die Umgebung. Heute sind die Altbauwohnungen in den vierstöckigen Häusern gefragte Wohneinheiten. Dazu beigetragen hat Claus Heise Østergaard. 

Østergaard kaufte im Jahr 2000 das Mietshaus mit der Nummer 37. Der Stuck und die Fassade des Gebäudes waren verwittert, im Dachgeschoss befand sich unter Holzbalken das alte Lager.

Claus Heise Østergaard besitzt das Haus Nummer 37 und hat es in den vergangenen 25 Jahren renoviert und die Stuckfassade erhalten.

Østergaard renovierte das Haus 25 Jahre lang. Entstanden ist eine modernisierte Perle des Jugendstils, die vom Architekturverein „Foreningen By og Miljø i Sønderborg Kommune“ nun eine Auszeichnung erhalten hat. 

Das Haus Nummer 37 erzählt seine eigene Geschichte: von der alten Kaufmannsfamilie Nørgaard, die hier von 1920 bis 1987 ihr Lebensmittelgeschäft betrieb, bis zum heutigen modernen Gebäude mit sieben Wohnungen. 

Sieben Wohnungen befinden sich im Haus an der Helgolandsgade 37. Bei der Fassadenrenovierung hat der Eigentümer die Stuckornamente und die zurückgesetzten Balkone beibehalten. Der Verein für Architektur der Kommune Sonderburg hat die Hausrenovierung mit einem Preis ausgezeichnet.

Eine Nachfahrin der Kaufmannsfamilie lebt noch immer im Erdgeschoss: „Wir wohnen jetzt seit 37 Jahren hier. Es ist etwas anderes, in einem Haus mit Geschichte zu leben als in einem gewöhnlichen. Wir finden das richtig schön“, sagt Anne Lene Nørgaard über ihr Zuhause.

Sieben Mietwohnungen befinden sich im Haus, neu hinzugekommen ist in diesem Jahr eine mondäne Loftwohnung im Dachgeschoss.

Vermieter Claus Heise Østergaard freut sich über die Auszeichnung, die sein Haus erhalten hat. „Es ist immer schön, wenn die Menschen die Arbeit, die man geleistet hat, bemerken und anerkennen. Das freut mich natürlich“, erzählt der Eigentümer. 

Anne Lene Nørgaard und Torben Henningsen leben seit über 30 Jahren im Haus Nummer 37. Nørgaards Großeltern betrieben bis 1987 das Kaufmannsgeschäft im Erdgeschoss.
Auch Hinterhof und Rückfassade sind in den vergangenen Jahren modernisiert worden; manche Wohnungen erhielten nach hinten raus Balkone.

Er investierte viel Zeit, um Fassadenelemente, Türen und Stuckornamente originalgetreu wiederherzustellen und so den Geist der Jugendstil-Ära zu bewahren. Die eine Haustür ist original erhalten, die andere hat Østergaard aus dem alten Hafenkontor vor der Verschrottung gerettet und eingesetzt.

Der Vorsitzende des Vereins Foreningen By og Miljø i Sønderborg Kommune, Peter Jordt Jørgensen, würdigte die Leistung mit den Worten: „Die Restaurierung der Helgolandsgade 37 ist ein Beispiel für Respekt vor Tradition und Handwerkskunst. Dieses Haus bereichert die jugendstilgeprägte Stadt Sonderburg um eine echte Perle, die Geschichte lebendig erhält.“

Das Haus an der Helgolandsgade 37

Baujahr und Geschichte:

Architektur und Restaurierung:

Der Vorsitzende des Vereins „Foreningen By og Miljø i Sønderborg Kommune“, Peter Jordt Jørgensen (r.), überreichte Hausbesitzer Claus Heise Østergaard die Auszeichnung.