Deutsche Bücherei

Grobe Sprache, feine Zwischentöne – Buchtipp aus Hadersleben

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Die ersten beiden Bände der Tue-Trilogie sind bereits in der deutschen Übersetzung erschienen.

Eine Trilogie für den Sommer, die mit Wortwitz und klarer Sprache überzeugt: Der Buchtipp kommt in diesem Monat aus der deutschen Bücherei in Hadersleben. Büchereiassistentin Annegret Moritzen erklärt, warum die deutsche Übersetzung genauso empfehlenswert ist wie das dänische Original.

„Die Bücher haben eine sehr direkte, einfache Sprache, die es einem leicht macht, sich in die Geschichte einzufinden“, sagt Annegret Moritzen, Bibliotheksassistentin in der Deutschen Bücherei Hadersleben.

Empfehlen möchte sie die ersten beiden Bücher einer dänischen Trilogie: „Hof“ (Hvis der skulle komme et menneske forbi) und „Stadt“ (En dag vil vi grine af det) von Thomas Korsgaard, übersetzt von Justus Carl und Kerstin Schöps. Für 2026 ist der letzte Band „Paradies“ (Man skulle nok have været der) der Trilogie angekündigt.

Wortwitz und Situationskomik

Die Geschichte wird aus der Sicht eines zwölfjährigen Jungen namens Tue erzählt, der seine Kindheit am Rande der Gesellschaft verbringt. Er schildert das Aufwachsen und Leben in dysfunktionalen Familienverhältnissen auf einem Hof in der jütländischen Provinz. Die Leserin oder der Leser begleitet Tue bei seinem Versuch, auszubrechen und eine eigene Identität zu finden.

„Tue ist sehr gut darin, zu beobachten und zu beschreiben“, sagt Moritzen. „Es sind Bücher, bei denen der Leser mitdenken muss – vieles steht auch zwischen den Zeilen.“ Außerdem seien die zahlreichen Dialoge – teils in grober Sprache, aber mit Wortwitz und Situationskomik – charakteristisch für die Tue-Bände.

„Hof“ und „Stadt“ sind die ersten beiden Bänder der Tue-Trilogie.

Gelungene Übersetzung

Sie selbst bevorzugt Bücher in der Regel in der Originalsprache. „Ich habe den ersten Band parallel auf Dänisch und in der deutschen Übersetzung gelesen, und ich kann in diesem Fall wirklich beides empfehlen. Auch die Übersetzung der Wortspiele ist sehr gut gelungen.“

In solchen Fällen sei es praktisch, dass in Hadersleben seit dem Umzug die dänische und die deutsche Bücherei unter einem Dach vereint sind.

„Die Geschichte ist autobiografisch inspiriert – damit geht der Autor auch offen um“, erklärt die Bibliotheksassistentin.

Im Original ist der erste Band bereits 2017 auf Dänisch erschienen – geschrieben von einem damals erst 21-Jährigen.