Bund Deutscher Nordschleswiger

Zeit für kulturelle Veränderungen

Kerrin Jens
Apenrade/Aabenraa
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BDN-Kulturkonsulent Uffe Iwersen Foto: K. Riggelsen

Im Kulturbereich des Bundes Deutscher Nordschleswiger bahnt sich eine Umstrukturierung an. Vor den Sommerferien soll es einen Vorschlag für eine Neuerung geben, sagt BDN-Kulturkonsulent Uffe Iwersen.

Vor knapp fünf Jahren entschied sich der Bund Deutscher Nordschleswiger für eine Umstrukturierung im Kulturbereich. Vielleicht ist diese Änderung aber schon bald wieder Geschichte. Dies deutete BDN-Kulturkonsulent Uffe Iwersen in einem Kulturkommentar an.

Vor dem Strukturwechsel 2013 bestand der Kulturausschuss aus Vertretern der verschiedenen Verbände. Durch die starre Struktur war die Teilnahme am Kulturausschuss verpflichtend. Eine Neuerung war notwendig, um mehr Leben in den Ausschuss zu bringen. Flexiblere und offenere Mitwirkungsmöglichkeiten waren Voraussetzung für die Veränderung. Es entstanden sechs Arbeitsgruppen (AG), und die Mitglieder wurden für jeweils zwei Jahre gewählt. Der Kulturausschuss besteht derzeit aus Vertretern aus den BDN-Bezirken, den AG-Vorsitzenden, dem Generalsekretär und dem Kulturkonsulenten.

Ursprünglich waren die Arbeitsgruppen Kunst/Film, Literatur, Musik, Schauspiel, Geschichte und Trends geplant. Die AG Trend kam aber nie richtig zustande. Die Aufgaben der AG Geschichte wurden durch die örtlichen Museen und die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft gedeckt. Zwei der sechs vorgesehenen Arbeitsgruppen gab es also nicht, und dadurch konnten zwei Plätze im Kulturausschuss von vornherein nicht besetzt werden.

„Dennoch waren im Kulturausschuss großes Engagement und Begeisterung zu spüren“, erklärt Uffe Iwersen. Nach zwei bis drei Jahren allerdings nahm die Zahl der Interessierten ab, und die jährliche Kulturkonferenz wurde statt einer inspirierenden und innovativen Entwicklungs- und Begegnungsstätte zur Pflichtveranstaltung.

Laufende Evaluierung

Die Kulturstruktur des BDN wird laufend evaluiert, damit Probleme festgestellt und behoben werden können. Bei der jüngsten Kulturausschusssitzung Ende Januar kam das Thema zur Sprache. „Die Teilnehmer diskutierten positive und negative Aspekte der jetzigen Struktur“, so Uffe Iwersen.

Die AG Literatur wurde mit Veranstaltungen wie Kalligrafie-Workshops positiv hervorgehoben. Auch die Bereiche Kunst/Film und Schauspiel liefen gut. Die Arbeitsgruppe Musik war allerdings größtenteils inaktiv. „Wäre man konsequent gewesen, hätte man sie bei der jüngsten Wahl auf Eis legen müssen“, meint Iwersen. Von den damals sechs geplanten Arbeitsgruppen brachte nur die Hälfte Resultate: „Es muss eine Veränderung her.“

Neue Möglichkeiten

Vor den Sommerferien soll es noch einen Vorschlag für eine Neuerung geben. Diese Änderung muss dann dem Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger vorgestellt werden, damit es zu einer Satzungsänderung kommen kann.

Der Kulturkonsulent hat eine Idee für eine mögliche Umstrukturierung: Eine Möglichkeit wäre es, die Arbeitsgruppen abzuschaffen. Der Kulturausschuss würde dann direkt gewählt werden. „So säßen auch weiterhin nur Menschen im Ausschuss, die sich wirklich für die Arbeit interessieren.“ Iwersen denkt an sechs bis zehn Ehrenämter. So bliebe die kulturelle Vielfalt erhalten.

„Der Vorteil an dieser Neuerung wäre weniger Verwaltungsaufwand durch das Wegfallen von zum Beispiel AG-Sitzungen. Damit käme es zur Entbürokratiserung“, erklärt Iwersen. Projektgruppen wären dennoch möglich und ausdrücklich erwünscht.

Marion Petersen, Vorsitzende des Kulturausschusses, hofft, dass der Enthusiasmus durch Projektgruppen wieder steigt. Anders als bei einer Arbeitsgruppe gilt die Verpflichtung dann nicht für zwei Jahre, sondern nur bis zur Umsetzung eines Projektes. „Qualität und Quantität unserer Arbeit sollen nicht leiden. Im Moment ist die Flamme am Ausgehen, aber wir hoffen, dass sie wieder aufglimmt“, so Petersen.

Konsequenzen

„Ich denke, es gibt viele Kulturbegeisterte in der Minderheit, die Lust und Zeit hätten, im zukünftigen Kulturausschuss mitzuarbeiten“, sagt Iwersen, der von einer Neuerung im Kulturbereich überzeugt ist.
Die Änderung von 2013 habe teilweise funktioniert, aber nicht überall. Daraus muss der Bund Deutscher Nordschleswiger nun seine Konsequenzen ziehen und etwas ändern, findet der Kulturkonsulent.
„Es wird ein Treffen mit allen Beteiligten geben, um weitere Ideen zu sammeln, damit wir eine zufriedenstellende Lösung finden können“, sagt auch Petersen.

Bis es zu einer Änderung kommt, sind noch viele kulturelle Veranstaltungen geplant. Dazu zählen die Kulturkonferenz, 11 Freunde live, ein Poetry Slam Projekt , die Zusammenarbeit mit Folk Baltica und der Kindergarten-Tag auf dem Knivsberg zum Thema „Hässliches Entlein“.

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