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Dänemark ist Lebensqualität-Weltmeister

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Washington
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Dannebrog
Foto: Taxiarchos228

Wo lebt es sich am besten? Nicht auf Wirtschaftsdaten, sondern auf Rechte und Chancen der Menschen achten die Macher des „Social Progress Index“, um diese Frage zu beantworten. Das Ergebnis für 2017: Dänemark ist weltweit Spitze.

Wo lebt es sich am besten? Nicht auf Wirtschaftsdaten, sondern auf Rechte und Chancen der Menschen achten die Macher des „Social Progress Index“, um diese Frage zu beantworten. Das Ergebnis für 2017: Dänemark ist weltweit Spitze.

In Dänemark herrscht die weltweit beste Lebensqualität. Das geht zumindest aus dem „Social Progress Index“ für 2017 hervor. 128 Länder sind auf zahlreiche Indikatoren für sozialen Fortschritt hin untersucht worden. Neben Dänemark schneiden auch die nordischen Nachbarn allesamt besonders gut ab.

Im Norden, so die Begründung der amerikanischen Forscher-Initiative Social Progress Imperative, die hinter dem Index steht, würden grundlegende menschliche Bedürfnisse am besten erfüllt, durch Ausbildung und Umweltschutz würde das Wohlbefinden gefördert und allen Bürgern würden Chancen geschaffen, persönliche Entscheidungen zu treffen und ihr Potenzial zu nutzen. Hier sei die Politik effektiv und werde in sozialen Fortschritt investiert.

Eine andere Art, die Welt zu betrachten

Der Index ist der erste seiner Art, der vollständig auf ökonomische Faktoren verzichtet und einzig soziale und ökologische Daten berücksichtigt. Dabei werden in 50 Aspekten drei Dimensionen betrachtet: Grundbedürfnisse, Wohlbefinden und Chancen. Er soll neben dem Bruttonationalprodukt und anderen, auf wirtschaftliches Wachstum ausgelegten Indizes, ein ganzheitlicheres Bild des Entwicklungsstandes einzelner Staaten geben. Hinter dem Index stehen Wissenschaftler der beiden führenden US-Hochschulen Harvard und MIT. Finanziert wird er zu einem Großteil von Privatunternehmen.

Dänemark Spitze – aber kein Fortschritt mehr seit vier Jahren

„Dänemark ist über lange Zeit für seine erfolgreichen Wohlfahrtspolitiker und die Lebensqualität gelobt worden. Seine starke Position im Social Progress Index 2017 ist beeindruckend, aber nicht überraschend, und wird anderen als Beispiel dienen, worauf es bei sozialem Fortschritt ankommt“, sagt Michael Green, Geschäftsführer des Index. „Doch selbst das Land ganz oben auf der Liste kann sich noch verbessern und nach einem inklusiveren Wachstum streben“, sagt er.

Dänemark ist laut Index weltweit führend beim Zugang zu Informationen und Kommunikation. Im Schnitt hat jeder Einwohner ein Mobiltelefon und 96 Prozent der Bewohner nutzen das Internet – in den USA sind es nur 75 Prozent.

Auch die Wohnsituation sei nirgends besser als in Dänemark, so der Index. Bezahlbarer Wohnraum ist demnach auch in vielen anderen europäischen Ländern ein Problem.

Persönliche Rechte werden in Dänemark besser als anderswo sichergestellt, heißt es – dabei geht es um politische Rechte, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und das Recht auf Eigentum.

Anders als in anderen Ländern werde das hohe Bruttonationalprodukt effektiver eingesetzt, um die sozialen und ökologischen Anforderungen zu stemmen.

„Wirtschaftliches Wachstum alleine recht nicht, um Gesellschaften voranzubringen und die Lebensqualität der Bürger zu verbessern. Echter Erfolg und inklusives Wachstum setzt voraus, dass man sowohl wirtschaftliche als auch soziale Fortschritte erzielt“, sagt Michael E. Porter von der Harvard Business School, einer der Autoren des Berichtes. Es sei an der Zeit, neu zu überdenken, anhand welcher Faktoren Erfolg gemessen werde. Die USA zum Beispiel beschränkten sich selbst dadurch, die soziale Entwicklung hintenan zu stellen.

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