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Dienstag, 28. März 2017

Strahlende Kulturhauptstadt

Timo Iwersen berichtet vom ersten Monat in der europäischen Kulturhauptstadt Aarhus

Aarhus Seit etwas als über einem Monat schmückt sich Aarhus jetzt mit dem Titel Europäische Kulturhauptstadt 2017. Und seit der offiziellen Eröffnung am Samstag, dem 21. Januar, jagt hier ein Kulturhighlight das nächste. Das Programm ist vollgepackt mit großen Spektakeln und kleineren Events. Doch wie ist die Stimmung jetzt eigentlich gerade in Aarhus? Spürt man Veränderungen? Kann man den Menschen in der Stadt etwas (Neues) anmerken? 
Bei einem längeren Spaziergang durch die Stadt vor Kurzem wirkte alles eigentlich wie gehabt. Vielleicht sah man hier und da einen Touristen mehr, der sonst im Februar nicht in die Stadt gekommen wäre. Ansonsten war aber kein Aarhus 2017-Hype zu vermelden. Aarhus ist auch sonst eine geschäftige Stadt voller Kulturveranstaltungen und anderen Events. So ist das Kulturhauptstadtdasein eigentlich nur ein passender Überbau für eine Stadt im Aufwind.
Und doch macht das Kulturhauptstadtjahr hier und dort auf eine imposante Art und Weise auf sich aufmerksam. Zwar werden die Tage jetzt sowieso länger und der Frühling ist nicht mehr weit – und doch bringt Aarhus 2017 noch zusätzliches Licht ins Dunkel. Schon bei der Eröffnungsfeier war Licht ein ganz zentrales Thema und band die Stadt bei der Zeremonie auf eine wunderbare Weise zusammen. Licht ist aber auch weiterhin ein wichtiges Element in der Stadt. So verwandelt sich die Ringgade-Brücke, eine zentrale Verkehrsader der Stadt, seit dem 12. Januar jeden Abend in ein spektakuläres Lichtspektakel. Das Kunstwerk nennt sich „Hesitation of Light” und stammt von der Künstlerin Signe Klejs. Hunderte von Lampen erleuchten jeden Abend die Brücke. Und das immer wieder neu. Denn ihre Farben erhalten sie jeweils durch eine Analyse des Abendhimmels, ausgeführt von vier Kameras. Dieses täglich neue Kunstwerk kann man noch bis sage und schreibe 1. Januar 2023 erleben.
Auch mit Licht spielen die zehn Installationen des schottischen Künstlers Nathan Coley, die von Aarhus bis Thyborøn über ganz Mitteljütland verteilt sind. Das Werk „The Same for Everyone“ bindet so nicht nur die gesamte Region zusammen, sondern arbeitet auch mit grundlegenden dänischen Werten wie Gleichheit und Gemeinschaft.
Seit Samstag ist zehn Tage lang an der Fassade des Aarhus Theaters das Kunstwerk „For Aarhus“ von der Künstlerin Jenny Holzer zu sehen. Das Werk besteht aus projizierten Textstücken, die sich mit Themen wie Flucht, Vertreibung und Exil beschäftigen. 
Und auch die Fassade des Doms in Aarhus war letzte Woche mit Lichttexten verziert, die ständig wechselten. Denn sie stammten aus SMS’en, die jeder, der hier vorbeikam, verschicken konnte. Eine täglich wechselnde Frage gab das Thema vor. Als ich vergangene Woche dort war, war das Thema „Was ist Gerechtigkeit für dich?“ Die Antworten reichten von unflätigen Bemerkungen über Gott (Zensur war hier anscheinend kein Thema) bis zu tiefgründigen Ansichten zum Thema.
Die SMS-Fassadendebatte war Teil eines Kunstevents des aarhusianischen Theaters „Svalegangen“ mit dem Titel „Befri gudstjenesten“ (Befreit den Gottesdienst). Mit aktuellen Debattierern (darunter eine muslimische Imamin), modernen Musikgruppen, Tanz, Abendmahl vom Sternerestaurant Gastromé in Aarhus und vielen anderen Beiträgen sollte der traditionelle Gottesdienst in einer neuen Form dargestellt werden. So entstanden Neuinterpretationen, die bei denjenigen, die sonst nicht in der Kirche sind, sehr gut ankamen. Kritik gab es allerdings von Seiten der Kirche. Viele, auch jüngere, Pastoren meinten, dass der zentrale Teil des Gottesdienstes, die Verkündigung des Wortes Gottes, zu kurz kam und dass der Gottesdienst daher nicht zu etwas Neuem, sondern nur zu etwas Anderem wurde.

Weitere Infos
Alles zum Kulturhauptstadtjahr einschließlich Kalender gibt es auf der Homepage www.aarhus2017.dk. Die App „Aarhus 2017“ bekommt man kostenlos im App Store oder bei Google Play.

Timo Iwersen

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