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Dienstag, 28. März 2017

Der neue Sheriff will hart durchgreifen

Geht es Insassen in dänischen Gefängnissen zu gut? Das meint anscheinend Justizminister Søren Pape Poulsen. Der neue Sheriff im Land fordert härtere Haftbedingungen:   „Wir müssen schauen, ob wir Gefängnisse neu denken können und es härter machen können, im Gefängnis zu sitzen“, so der Parteichef der Konservativen Volkspartei.
Søren Pape Poulsen will unter anderem Weihnachtsgeschenke für Häftlinge abschaffen, und auch die Fernseher sollen raus aus den Zellen.  Pape geht es dabei um das „Rechtsempfinden der Opfer“, um Gerechtigkeit und darum, dass die Gefängnisbeamten im Strafvollzug das Sagen haben und nicht die  Häftlinge. Dies sage er nicht, um „jemandem zu behagen“, sondern weil er es meine, sagte er der Zeitung Berlingske Tidende.
 Auch wenn Täter unmenschliche Taten begangen haben, darf unsere Gesellschaft bei aller Rachsucht nicht in die gleiche  Unmenschlichkeit verfallen.  Eine Gefängnisstrafe besteht darin, dass die Tür hinter einem verschlossen wird und dass die Häftlinge keinen eigenen Schlüssel haben. Die Beraubung der eigenen Freiheit, der Verzicht auf Familie,  Freizeit und Normalität ist für die meisten Verurteilten Strafe genug.

Das Gefängnis soll aber auch eine Chance bieten. Eine Chance, sich zu verbessern, ein neues Leben anzufangen und die Kriminalität hinter sich zu lassen. Søren Pape Poulsen setzt diese Chance  aufs Spiel, wenn zur Gefängnisstrafe auch noch härtere Haftbedingungen hinzukommen.
Der selbst ernannte Geborgenheitsminister  gefährdet dabei außerdem  den Alltag der Gefängnisbeamten: „Wir schaffen dadurch Ungeheuer“, warnt der Gewerkschaftsvorsitzende der Beamten, Kim Østerbye.
Die Lösung muss ein differenzierter Strafvollzug sein: Hilfe und  Unterstützung für Kriminelle, die  ein neues Leben beginnen wollen. Härte und  Durchgreifen gegen hartgesottene Häftlinge, die  weder Reue zeigen noch den Willen, aus dem kriminellen Milieu aussteigen zu wollen. Das sind aber die wenigsten und daher scheint Pape Poulsen doch nur den harten Mann spielen zu wollen. 

Gwyn Nissen

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