Rettungswesen

Skau: Künftig zwei grenzüberschreitende Rettungshelikopter

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Vejle/Niebüll
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Der Niebüller Rettungshelikopter „Christoph Europa 5“ auf dem Dach des Kieler Krankenhauses. Foto: Ruben Karschnick

Mads Skau vom süddänischen Regionsrat regt an, dass der Rettungsflugdienst über die Grenze ausgebaut wird. Ein deutscher und ein dänischer Helikopter sollten sich die Region zwischen Nord- und Ostsee aufteilen, meint er.

Der Vorsitzende des prähospitalen Ausschusses der Region Süddänemark, Venstres Mads Skau aus Hammeleff, sieht neue Perspektiven für grenzüberschreitende Rettungsflüge, falls sich das Folketing für einen Experten-Vorschlag von Danske Regionen ausspricht, dass Assens statt Billund Standort eines der bald vier dänischen Rettungshelikopter wird.

Der Assens-Helikopter könnte dann, so Skau, auch locker Teile des nordöstlichen Schleswig-Holsteins abdecken, wenn dort Not am Mann ist. Und der Niebüller Rettungshelikopter, der ja ausdrücklich bleiben soll als Teil des Rettungsdienstes in Süddänemark, könnte im Zuge dieser Gegenseitigkeit (auch hinsichtlich des Kostenausgleichs) größere Teile der dänischen Westküste abdecken.

„An der Zusammenarbeit mit Niebüll soll – wie mehrfach und ausdrücklich bestätigt – festgehalten werden. Aber ich könnte mir vorstellen, dass wir die Zusammenarbeit auch noch ausbauen – auch mit etwas mehr Gegenseitigkeit. Sollte Kopenhagen dem Vorschlag der Regionen folgen und einen der vier dänischen Hubschrauber in Assens auf Fünen stationieren, würde meiner Meinung nach ein solcher grenzüberschreitender Ausbau auf der Hand liegen.“

Mads Skau meint auch, dass es dann Aufgabe der Region Süddänemark wäre, mit der deutschen Seite über eine erweiterte Lösung zu verhandeln: „Wir arbeiten ja schon wegen Niebüll mit der Deutschen Rettungsflugwacht zusammen. Aber dies ist bisher nur etwas, was ich mir gedacht habe. Erst mal müssen wir sehen, ob Christiansborg auch für eine Assens-Lösung ist. Das Folketing entscheidet“, so Ausschussvorsitzender Skau, der bei der Wahl im Herbst neu in den Regionsrat gewählt wurde.

Neue Standorte

Aktuell ist die süddänische Legohauptstadt Billund einer der bisher nur drei bestehenden Rettungshelikopter-Standorte. Ein weiterer Retter steht in Skive und der dritte in Ringsted auf Seeland. Um insbesondere Nordjütland besser abdecken zu können, hat das Folketing ab 2019 45 Millionen Kronen jährlich bereitgestellt für einen vierten Helikopter. Angedacht worden ist, dass dieser schon zur Jahreswende vorübergehend in Aalborg stationiert werden soll.

Der Vorstand von Danske Regioner empfiehlt nun auf der Grundlage von Expertengutachten, dass der vierte Helikopter direkt an der Westküste in der Kommune Jammerbugt in Nordjütland stationiert werden sollte.

Schmackhaft für die Westküsten-Bürgermeister

Die Vorsitzende der dänischen Regionen, Süddänemarks Regionsratsvorsitzende Stephanie Lose (Venstre), stellt fest, dass die Experten dies für den besten Standort halten – zusammen mit einem Umzug der beiden anderen Standorte in Jütland, denn gleichzeitig soll der Retter in Skive nach Herning umziehen. Der Billunder Rettungshubschrauber soll – wie gesagt – dann von Assens aus in die Luft gehen, während Ringsted Standort des östlichen Fliegers bleibt.

Das sei die beste Lösung für die Patienten und würde die beste Abdeckung des ganzen Landes geben, so Süddänemarks Regionsvorsitzende Stephanie Lose in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende von Danske Regioner.

Ihr Parteikollege im Regionsrat Süddänemarks, Mads Skau, meint, dass ein verstärkter Einsatz des Niebüller Helikopters an der dänischen Westküste die Gesamt-Lösung auch für einige kritische Bürgermeister an der Westküste schmackhafter machen könnte.

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