Schifffahrt

Neue Meeresautobahn im Kattegat soll Unfälle verhindern

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
London
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Foto: John Maravelakis/Unsplash

Die Schiffahrt in Kattegatt und Skagerrak soll sicherer werden. Deshalb haben sich Dänemark und Schweden auf neue Routen geeinigt, die die größeren Schiffe von den kleineren trennen. Auch für die Fischer ändert sich einiges.

Auf der sogenannten Meeresautobahn rund um die nördliche Spitze Jütlands, wo Skagerrak und Kattegat aufeinandertreffen, herrscht dichter Seeverkehr. Zu dicht, meinen die Seefahrtbehörden von Schweden und Dänemark, weshalb nun eine neue Routenführung beschlossen wurde.

Bei einem Treffen der beiden nationalen Behörden auf neutralem Grund in London, das teilt die dänische Seefahrtbehörde mit, hat man sich nun auf einen Plan geeinigt, durch den das Unfallrisiko im Fahrwasser zwischen Dänemark und Schweden minimiert werden soll.

Rund 70.000 gewerbliche Schiffe nutzen die Route rund um Skagen jedes Jahr, zeigen Zahlen des dänischen Reedereiverbandes. Außerdem sind zahlreiche Fischerboote unterwegs. Besondere Sorgen machten den Behörden die Öltanker, die jedes Jahr rund 150 Millionen Tonnen Öl durchs Kattegat transportieren.

Foto: Søfartstyrelsen

Schiffe werden in einem „Kreisverkehr“ bei Skagen aufgeteilt

„Die Schiffe werden immer größer und auch ihre Anzahl nimmt zu – und wir sind dazu da, die Schifffahrt in dänischen Gewässern zu sichern“, sagt Jakob Bang von der Seefahrtbehörde dem Sender DR Nordjylland.

Künftig werden den Schiffen zwei Routen zwischen Hanstholm und Skagen empfohlen, nach denen sie, je nach Größe, an einer Art „Kreisverkehr“ bei Skagen einen neuen Kurs auf Umgehungsrouten östlich von Læsø und nördlich des Öresunds einschlagen sollen. Dabei sollen Schiffe mit weniger als zehn Metern Tiefgang auf einen neuen Kurs im Öresund entlang der schwedischen Küste ausweichen, während die größeren Schiffe weiterhin die tiefe Fahrrinne direkt in Richtung Großer Belt, östlich an Læsø und Anholt vorbei, nehmen sollen.

Fischer können mit den Änderungen leben

Bei den Fischern werden die Änderungen mit gemischten Gefühlen aufgenommen, berichtet DR Nordjylland. „Aber es liegt ja in unserem Interesse, dass der Verkehr bestmöglich geregelt wird. Wenn der Unfall erst passiert ist, ist es zu spät“, zeigt sich der Vorsitzende des dänischen Fischereiverbandes, Claus Hjørnet Pedersen, einsichtig.

Die Fischer sind auf dem Weg zu der neuen Übereinkunft gehört worden und dürfen weiterhin in den Tiefwasser-Routen fischen, wo sie das meiste Fischvorkommen finden. Die neuen Restriktionen besagen lediglich, dass künftig die Fahrtrichtung vorgegeben ist. „Damit können wir arbeiten“, sagt Pedersen.

Durch die neuen Routenführungen sollen die Kurse der Schiffe leichter vorhersehbar sein, es soll weniger Gegenverkehr geben und der Verkehr insgesamt besser verteilt werden. „Sowohl für die großen wie für die kleinen Schiffe, für die Fischerei und die Freizeitsegler soll Platz sein, und deshalb haben wir alle mit einbezogen, bevor wir uns für das neue System entschieden haben“, sagt Jakob Bang.

Ein Unterkomitee der internationalen Seefahrtorganisation IMO hat die neue Routenführung bereits gutgeheißen, im Mai soll die endgültige Anerkennung folgen. Am 1. Juli 2020 soll der neue Plan dann umgesetzt werden.

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