Tunnel nach Deutschland

Experten: Das Fehmarnbelt-Projekt muss komplett untersucht werden

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Zwei Professoren fordern die Politiker auf, dass Tunnel-Projekt zunächst von externen Experten bewerten zu lassen, bevor sie die Verträge erneut verlängern. Interne Dokumente belegen schon jetzt Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Kronen.

Beim Fehmarnbelt-Projekt hat es so viele Fehleinschätzungen und Verspätungen gegeben, dass es komplett neu untersucht werden sollte, bevor die Politiker mehrere Milliarden Kronen an Steuergeldern für den Bau des Tunnels investieren. Das meinen zwei Professoren, nachdem die Zeitung Jyllands-Posten berichtet hatte, dass der Bau hohe Zusatzkosten verursachen wird.

Aufgrund von Genehmigungsproblemen auf deutscher Seite wird laut internen Dokumenten mit Mehrkosten von bis zu einer Milliarde Kronen gerechnet. Hinzu kommen Entschädigungen für Bauunternehmer.

Professor Bent Flyvbjerg von der Oxford Universität leitet die Forschungen zu dem Projekt. Er fordert von den Politikern, auf die Bremse zu treten.

„Bevor sie die Verträge verlängern, sollten sie eine realistische Einschätzung des Projektes durchführen. Eine solche haben wir heute nicht – und so eine haben wir niemals gehabt“, so der Flyvbjerg zu Finans.

Unterstützung erhält er von Per Nikolaj Bukh. Er ist Wirtschaftsprofessor an der Universität Aalborg.

„Wenn etwas so oft verschoben wird, sollte man überlegen, ob man wirklich noch daran glaubt. Es sollte eine externe Bewertung des Projektes stattfinden, um dies herauszufinden, bevor man das ganze noch mal verlängert“, so Bukh.

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